"Besser das Feuer weiter tragen"

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten die Anwesenden am Montagabend im gut gefüllten Modeon den langjährigen Chefarzt der Chirurgie, Dr. Gerhard Krebs. Aus Altersgründen gab dieser seinen Posten an seine jüngere Kollegin Dr. Michaela Knestele weiter. Vertreter aus Politik und Wirtschaft waren gekommen, aber natürlich gaben auch zahlreiche Krankenhausangestellte ihrem ehemaligen Chefarzt die Ehre und begrüßten gleichzeitig die Nachfolgerin in ihrem neuen Amt.

Besonders freute sich Dr. Krebs darüber, dass mit Michaela Knestele seine absolute Wunschbesetzung realisiert worden war: „Wenn sie meine Nachfolge übernimmt, mache ich mir keine Sorgen um den Fortbestand der chirurgischen Abteilung unseres Krankenhauses. Sie zu fördern und zu unterstützen war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Dr. Krebs und Dr. Knestele kennen sich bereits seit 1999, als sie noch als Assistenzärztin im Klinikum Marktoberdorf war. Vor rund zehn Jahren begann sie dann neben der Chirurgie mit der Behandlung chronischer Wunden. Mit diesem Fachgebiet ist sie durch wegweisende Erkenntnisse und vor allem große Behandlungserfolge mittlerweile bis weit über die Grenzen des Klinikums hinaus bekannt geworden. Seit 2001 war sie dann leitende Oberärztin der Chirurgie. Wichtig ist Dr. Michaela Knestele vor allem die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Patienten. „Ich halte nichts davon, als Ärztin die Patienten von oben herab zu behandeln“, erklärte sie bei ihrer Ansprache. Einen großen Dank hielt sie für ihren ehemaligen Mentor bereit: „Ohne Dr. Krebs wäre ich nicht das, was ich heute bin!“ Wo Dr. Gerhard Krebs bei seiner Rede eher die Vergangenheit im Blick hatte, konzentriert sich Dr. Michaela Knestele bereits ganz auf die weitere Arbeit im Klinikum. Als Auftrag sehe sie für die Zukunft, die Grund- und Regelversorgung in der Chirurgie bestmöglich zu gewährleisten, vor allem aber auch die Spezialisierung weiter voran zu bringen. Sie sprach sich für die Einrichtung einer Plastischen Chirurgie sowie eines Schulungs- und Hospitationszentrums aus. Auch das Gesamtkonzept des Klinikverbundes Ostallgäu könne man positiv nutzen, indem man Patienten unbürokratisch jeweils in das Krankenhaus verlegt, in dem man ihnen die fachlich beste Behandlung zukommen lassen kann. Aus diesem Grund plädierte Knestele dafür, alle Standorte des Zweckverbandes zu erhalten. Dafür erntete sie großen Applaus. Wichtig sei ihr, mit der Zeit zu gehen und sich auf die jeweiligen Anforderungen unvoreingenommen einzustellen, sagte Knestele. Dazu passte dann auch das Zitat von Dr. Gerhard Krebs; „Besser das Feuer weitertragen, als die Asche bewahren!”

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