Kinotipp: "The Jungle Book"

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Mogli (Neel Sethi) probiert´s mal mit Gemütlichkeit.

1967 entstand der Disney-Zeichentrickfilmklassiker „Das Dschungelbuch“, das auf der 1894 veröffentlichten Geschichte von Rudyard Kipling basiert und weltweit die Kinobesucher in seinen Bann zog. Mit mehr als 27 Millionen Kinobesuchern zählt der Film bis heute als erfolgreichster Animationsfilm Disneys. „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau haucht der Geschichte in seiner Realverfilmung „The Jungle Book“ neues Leben ein.

Inhalt 

Nachdem Menschenjunge Mogli (Neel Sethi) ein tragisches Schicksal widerfahren ist, nimmt sich Panther Baghira seiner an. Er bringt den Jungen zu einem Wolfsrudel, das ihn wie einen eigenen Welpen aufzieht. Unbeschwerte Jahre verlebt Mogli im Dschungel, bis Tiger Shir Khan ihm nach dem Leben trachtet, weil er alle Menschen für eine Lebensgefahr hält. Entschlossen, seine Familie zu schützen, verlässt Mogli das Wolfsrudel, um fortan bei den Menschen zu leben. Auf seiner abenteuerlichen Reise in Begleitung von Baghira, trifft Mogli auf den sanften Bären Balu, die listige Python Kaa und den egozentrischen Orang-Utan King Louie und dessen Affenbande. Stets den gefährlichen Tiger im Rücken, muss Mogli eine folgenschwere Entscheidung treffen, um seinen Dschungel zu retten. 

Rezension 

Jon Favreau setzt die bekannte Geschichte von Disney in seiner Realverfilmung „The Jungle Book“ als modernes Naturabenteuer um. Bis auf Mogli, gespielt von dem 11-jährigen Newcomer Neel Sethi, sind alle Dschungel-Bewohner dank neuartiger CGI-Technik von Experten bis ins Detail fotorealistisch animiert. Jeder der bekannten Figuren ist ein großer Auftritt gewidmet, wodurch der Realfilm sehr an den klassischen Zeichentrickfilm erinnert. 

Neben all den bekannten Momenten zeigt die Realverfilmung aber auch neue Aspekte des Dschungelepos, die Oscar-Gewinner Andy Jones („Avatar“) mit seinen grandiosen Animationen hervorhebt. So lernt der Zuschauer mit Mogli die Gefahren des Dschungels kennen, die für einen Menschen stets den Tod bedeuten könnten. Der Zusammenhalt zwischen Mensch und Tier wird auf die Probe gestellt. Nur gemeinsam kann eine Gefahr gebannt werden, während eine andere nur durch die strikte Trennung der Rassen abgewehrt werden kann. 

Kameramann Bill Pope („Matrix“, „Spider-Man 2“) vereint die Realaufnahmen der minimalen Live-Action-Sets mit der digital erschaffenen Welt, in der Mogli und seine tierischen Freunde leben. Realität und Animationen verschmelzen nahtlos zu einem bildgewaltigen Abenteuer. 

Neel Sethi, der aus 2000 Jungen für die Rolle des Mogli ausgewählt wurde, musste während der Dreharbeiten enorme Vorstellungskraft aufbringen, um sich in die Szenen mit den nachträglich animierten Tieren hineinversetzen zu können. Absolut glaubhaft agiert er mit den Tieren und erweckt so für den Zuschauer die Illusion einer breit gefächerten Symbiose zwischen Mensch und Tier. 

Nach dem Drehbuch von Justin Marks („Top Gun 2“) erscheint Moglis Geschichte wie ein klassisches Coming-of-Age-Drama, das sich in einer bemerkenswerten Naturkulisse abspielt. Mogli wächst gemeinsam mit den jungen Wölfen auf. Als Shir Khan ihm den Krieg erklärt, muss Mogli erwachsen werden und seinen eigenen Weg finden, auch wenn dies zunächst den Abschied vom Dschungel bedeutet. Sein Leben ist fortan geprägt von Kummer, Leid und Gefahr. Doch im Laufe des Films lernt der Junge, seine Angst zu überwinden und sich mutig seinem Gegner zu stellen. 

Humorvolle und spannende Momente wechseln sich stetig ab und unterhalten altersunabhängig das Publikum. Für ganz kleine Kinobesucher ist der Film allerdings weniger geeignet, weil der Film neben all seinen heiteren Momenten auch düstere Szenen beinhaltet. Die fotorealistisch animierten Tiere kämpfen ganz ihrer Natur bis zum Tod miteinander, was in keinster Weise verschönert oder verharmlost wird. 

Die heiteren Dialoge zwischen den Tieren, verleihen dem Ganzen eine gewisse Magie und tragen zum Humor des Films bei. Auch die bekannten Songs „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ und „Ich wäre gern wie du“ sind in die Handlung integriert, was den Fan freut und ihn zum Mitsingen animiert. 

In der Originalversion leihen Bill Muray, Ben Kingsley und Scarlett Johansson den Tieren ihre Stimmen. Jon Favreaus „The Jungle Book“ ist die fotorealistische Verfilmung des Disney-Zeichentrickfilmklassikers, die mit detailreichen Kulissen, phantastischen Tieranimationen und einem spannenden Handlungsverlauf unterhält. Fans von Rudyard Kiplings Dschungelbuch sollten sich dieses Naturabenteuer nicht entgehen lassen.

von Sandy Kolbuch


Zum Film:

Originaltitel: The Jungle Book 

Land: USA 2015 

FSK: bisher keine Angaben 

Regisseur: Jon Favreau Sprecher: Ben Becker, Heike Makatsch, Armin Rohde, Jessica Schwarz u.a.


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