Bildung zum Anfassen

Dass Lernen nicht nur mit Schule und Stillsitzen zu tun haben muss, das vermittelten die Organisatoren des 1. Kaufbeurer Lernfestes auf ihrer Veranstaltung mit Erfolg. Die jungen Besucher standen im Fokus, auch die Erwachsenen zeigten sich begeistert von der entspannten Atmosphäre und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm.

Geschätzt weit über 3.000 Besucher fanden am vergangenen Samstag den Weg auf das Schulgelände zwischen Jakob-Brucker-Gymnasium (JBG) und Jörg-Lederer-Schule (JLS) und machten damit die Premiere des Kaufbeurer Lernfestes zu einem vollen Erfolg. An den rund 165 Aktivständen tummelten sich Alt und Jung, Familien und Singles, Männer und Frauen. Genau diese Vielfalt war es, die die Organisatoren aus Volkshochschule (VHS), dem Familienstützpunkt der Stadt Kaufbeuren und „Lernen vor Ort“ sich für die lange vorbereitete Veranstaltung gewünscht hatten. Denn: „Wer stetig Neues sieht und sich auf die Gedankenwelt anderer einlässt, der lernt automatisch“, betont Lutz Tokumaru von Kaufbeuren-aktiv.

Und Neues gab es auf dem ganztägigen Lernfest eine Menge zu sehen. Schon vor dem eigentlichen Eingang sorgte das BioTechnikum des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für buchstäblich „große Augen“, denn von Mikroskopen über Proben und Bildtafeln wurden die Besucher in die Welt der Forschung eingeführt. Da bekam sogar die kleine Ronja (6) Lust, einmal wie ein richtiger Wissenschaftler zu arbeiten. Aber erst einmal ging es weiter auf dem weitläufigen Gelände, wo knapp 160 Aktivstände und drei Hauptbühnen mit Akrobatik und Musik warteten. Ins Auge fiel zuerst ein historisch anmutendes Automobil – ein Bugatti-Oldtimer, den einige Jugendliche der Gustav-Leutelt-Schule (GLS) zusammen mit dem technischen Leiter der VWEW, Heinz Thede, zu einem Elektromobil umbauen. Stolz erklärten die Schüler der achten Klasse, Ludwig Mechow und Joshua Kühn, die technischen Details. Auch Frank Hortig, stellvertretender Leiter der GLS, war sichtlich guter Laune angesichts des großen Interesses der Besucher, der entspannten Stimmung und des traumhaften Wetters: „Das Lernfest ist eine tolle Sache, auch und gerade weil die Schüler hier im Rahmen der Aktivstände direkt mit den ausbildenden Firmen der Umgebung in Kontakt kommen können“. Ein positives Resümee zieht auch Jürgen Wendlinger von der VHS. Über ein Jahr haben die Organisatoren zusammen mit Vereinen, Ehrenamtlichen, Sponsoren und Schülern an der Vorbereitung gefeilt. „Wir sind sehr froh, dass das Wetter mitgespielt hat“, so Wendlinger erleichtert. Ihn hat besonders die „bunte Mischung“ beeindruckt, die durch die Vielzahl der Besucher und Akteure zustande kam: „Auf einer Bühne war erst eine türkische Tanzgruppe zu sehen, und eine halbe Stunde später kam dann der örtliche Trachtenverein. Und beide Vorstellungen waren auf ihre eigene Art toll, haben sich ergänzt“. Auch dass Jung und Alt gleichermaßen vertreten waren, passt ins Konzept: „Wir haben unsere Zielgruppen mit unserem Angebot gut erreicht“, so Wendlinger. Dass die Besucher auf „Feedback-Bögen“ ihre Meinung und Anregungen an die Organisatoren weitergeben konnten, spricht bereits für eine Wiederholung des Lernfestes – auch weil viele Besucher es während der Veranstaltungszeit wegen der Vielzahl der Angebote nicht an alle Aktivstände schafften. Wie sieht es damit aus? „In einem dreijährigen Rhythmus können wir uns das gut vorstellen“, kündigt Jürgen Wendlinger an. Schließlich ist Lernen ein Thema, das nie aus der Mode kommt!

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