Ab 14. Juli im Kino

Kinokritik: "Independence Day 2: Wiederkehr"

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Alien-Invasion.

Vor zwanzig Jahren überraschte Roland Emmerich mit seinem Blogbuster „Independence Day“ weltweit die Kinobesucher. Nicht nur eingefleischte Science Fiction-Fans waren von der spektakulären Alien-Invation begeistert. Nun setzt Emmerich das Franchise mit „Independence Day 2“ fort.

Inhalt

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die Erde von den Aliens angegriffen wurde. Durch den mutigen Einsatz von Pilot Steven Hiller (Will Smith) und Satellitentechniker David Levinson (Jeff Goldblum) konnte der Angriff abgewehrt und die Erde vor der Zerstörung bewahrt werden. Seither wurden Vorkehrungen getroffen, um sich bei einem weiteren Angriff verteidigen zu können.

Als Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) das Näherkommen des Feindes voraussagt, glaubt ihm zunächst niemand. Erst, als auch Dr. Brakish Okun (Brent Spiner), der aus einem jahrelangen Koma erwacht, die Präsenz der Aliens spürt, rüstet sich das Militär für das Aufeinandertreffen. Die Menschheit setzt auf ihr mit Alien-Technologie erweitertes Verteidigungssystem und auf die Fähigkeiten der Kampfpiloten Jake Morrison (Liam Hemsworth) und Dylan Hiller (Jessi T. Usher).

Rezension

1996 wurde „Independence Day“ noch mit Modellaufnahmen realisiert. Zwanzig Jahre später nutzt Emmerich die modernsten Methoden, um das spektakuläre Inferno auf die Kinoleinwand zu zaubern. Dementsprechend sind die Effekte größer und beeindruckender und das Weltall scheint schier unendlich. Der Look der 200 Millionen Dollar teuren Produktion begeistert, auch wenn der erfahrende Kinobesucher und die eingeschworene Fangemeinde alles in einer ähnlichen Art und Weise bereits gesehen hat.

Der Beginn der Handlung ist etwas dröge. Der Film braucht eine Weile, um in Fahrt zu kommen. Erst nach dem ersten Angriff der Aliens wird das Tempo angezogen und der Kinobesucher findet sich in einem gigantischen CGI-Abenteuer wieder, das einige Spannungsbögen bereithält. Wenn die Aliens, die an überdimensionale Gottesanbeterinnen erinnern, die Menschheit heimsuchen, wird die Animationskunst groß geschrieben. Auch die unglaublich detailreichen Flugobjekte sehen nicht nur gut aus, sondern offenbaren auch zahlreiche Gimmicks, die sich im Kampf gegen den außerirdischen Feind bewährt machen.

Jeff Goldblum, Bill Pullman und Brent Spiner nehmen wieder ihre Rollen ein und bedienen das Zentrum der Geschichte. Nachdem Will Smith nicht mehr als Captain Steven Hiller für die Fortsetzung zur Verfügung stand, haben sich die Drehbuchautoren Nicolas Wrigt und James A. Woods gemeinsam mit Roland Emmerich einen Kniff einfallen lassen: Hiller kam 2007 bei einem Test eines Alien-Hybrid-Fighters ums Leben. Jessie T. Usher verkörpert nun Hillers Sohn Dylan, womit der Film über einen kleinen Umweg an die vorangegangene Handlung anknüpfen kann.

Ebenfalls mit von der Partie ist Liam Hemsworth, der vor allem den jugendlichen Kinobesuchern aus der „Tribute von Panem“-Filmreihe bekannt ist. Hemsworth verkörpert den mutigen Jake Morrison, der sich über die Befehle des Generals hinweg setzt, um sein Leben dem Kampf zu widmen. Das Aufeinandertreffen der Generationen sorgt für altersbedingte Meinungsverschiedenheiten. Doch dank der Erfahrungen von Dr. Brakish Okun und dem jugendlichen Leichtsinn von Jake Morrison gelingt die Zusammenarbeit.

Die Figuren präsentieren sich allesamt im Vordergrund. Ihre Vergangenheit wird mit wenigen Fakten bedient, wodurch tragische Schicksale lediglich angedeutet werden. Der Film gönnt den Figuren somit den notwendigen Raum, spart aber emotionale Momente weitestgehend aus. Eine am Rande angedeutete Liebesbeziehung wirkt daher deplatziert.

Wer sich nicht mehr genau an den Vorfilm erinnern kann, braucht keine Wissenslücken zu befürchten. Denn Emmerich nimmt die Kinobesucher an die Hand und greift die Vorhandlung durch die Dialoge erklärend auf. Die Dialoge sind nicht immer glücklich gewählt, doch die Darsteller nutzen Sarkasmus und Ironie, was dem Film zugute kommt. Dank der humorvollen Sequenzen können weniger spannende Szenen weitestgehend überspielt werden.

„Independence Day: Wiederkehr“ ist eine bildgewaltige Fortsetzung des Originalfilms. Dank der krachenden Effekte kommen SciFi-Fans und Liebhaber actionreicher Katastrophenfilme auf ihre Kosten. Einige Abstriche bei der Handlung müssen zwar gemacht werden, dennoch unterhält Emmerich zwei Stunden lang mit Bildern auf hohem Niveau.

von Sandy Kolbuch

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