Traditionelle Weihnachtsansprache von OB Stefan Bosse

"Die Stadt neu denken"

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Der Kaufbeurer Oberbürgermeister bot in seiner Weihnachtsansprache einen Blick auf die Herausforderungen in 2015.

Kaufbeuren – Mit einem Bürgerentscheid zum Eisstadion startet Kaufbeuren am 18. Januar ins neue Jahr. Auch weiterhin werde es eine „intensive Beteiligung“ der Bürger an Entscheidungen zur Zukunft der Stadt geben.

Das kündigte OB Stefan Bosse in seiner traditionellen Weihnachtsansprache in der letzten Stadtratssitzung des Jahres an. Ab Mitte des Jahres könne das Motto lauten „Die Stadt nach dem bevorstehenden Abzug der Bundeswehr neu denken“. Als „richtungsweisend“ bezeichnete Bosse in seiner Rede die Gesamtentwicklung der zurückliegenden zwölf Monate in Kaufbeuren. 

Das Projekt „Grüne Zentrum“ und die Ansiedlung von HAWE-Hydraulik und das Wachstum vieler weiterer in Kaufbeuren ansässiger Unternehmen zeigten, dass die Stadt ein geschätzter Standort für die Wirtschaft sei. Dabei erinnerte er auch an die Verleihung des Gütesiegels „Bildungsregion in Bayern“, das Kaufbeuren als zweite kreisfreie Stadt in Bayern erhalten hat. 

Als wichtige Entscheidungen für 2015 sieht der OB die Aufnahme Kaufbeurens in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans durch den Deutschen Bundestag an. Hier müsse der vierspurige Ausbau der B12 verankert werden. Gute Erfolge habe man beim Breitbandausbau mit bis zu 100 Mbits beim Download erreicht. 2015 wolle man mit Hilfe des Bayerischen Breitbandprogramms und kommunalen Mitteln versuchen, Restgebiete mit unter 25 Mbits auszubauen. 

Gute Nachrichten gebe es auch hinsichtlich der Konversion zum Bundeswehrstandort. Er freue sich, dass der Zeitplan für den Abzug, wie bereits im Kreisbote berichtet, mit Mitte 2020 nun weiter gesteckt worden sei. Zudem habe man gute Chancen, künftig in Kaufbeuren die Fluglotsen der Bundeswehr und anderer Interessenten ausbilden zu können. Um diesen Kern herum seien weitere Entwicklungen möglich. Durch die Einstufung als Raum mit besonderem Handlungsbedarf werde eine deutlich stärkere Unterstützung der Stadt von Seiten der Staatsregierung, unter anderem durch Fördergelder oder Schulprojekte ermöglicht. 

Im neuen Jahr stehen zudem der Bau der Erschließungsstraßen für das neue Baugebiet am Kaiserweiher an, das neue Foyer des Stadttheaters werde im Herbst 2015 eröffnet und der vierte Bauabschnitt am Neuen Markt in Neugablonz stehe bevor (siehe Titelseite). Bei der Sanierung der Fußgängerzone wolle man im kommenden Jahr die „ersten planerischen Schritte“ in enger Abstimmung mit den Betroffenen setzen. 

Stefan Bosse dachte in seiner Rede aber auch an „die Menschen aus Krisenregionen“, die nach Kaufbeuren kommen. Bosse rechnet für 2015 mit einer Verdoppelung der Flüchtlingszahlen sowohl in der Bundesrepublik als auch in Kaufbeuren selbst. „Unsere Stadt hat über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Integration kann“. Und: „Niemand verlässt seine Heimat leichtfertig, oft sind es schreckliche Schicksale, die Menschen zu Flüchtlingen werden lassen“, so Bosse.

 Er dankte an dieser Stelle allen, die „sich mit guten Taten und mit Nächstenliebe für die Menschen, die Flucht und Vertreibung erfahren haben, einbringen“. Nötig seien aber auch leistungsfähige professionelle Strukturen, um Sprache zu vermitteln und Spielregeln für ein gutes Zusammenleben einzuüben. 

Ein Thema, das Kaufbeuren ebenfalls über den Jahreswechsel hinaus begleiten werde, ist die „Frage nach der Zukunft der Eishalle in Kaufbeuren“. Voller Spannung warte man auf den Ausgang des Bürgerentscheids am 18. Januar. Dies entscheide aber nicht „über Wohl und Wehe“ der Stadt: „Mit oder ohne Eisstadion wird die Stadt auch in Zukunft ihre Pflichtaufgaben erfüllen und freiwillige Leistungen gewähren können“, stellte der OB seine Meinung in diesem Punkt klar. Einigkeit im Stadtrat erkenne er dabei, allen Sportarten eine Perspektive zu bieten. 

OB Stefan Bosse dankte zum Ende allen Mitarbeitern der Verwaltung und den Ehrenamtlichen der Stadt und wünschte allen „Gesundheit, Glück und Erfolg für das neue Jahr“. von Michaela Frisch

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