Schäden noch nicht abschätzbar

Ein schwerer Schlag

+
Die in diesem Lagerraum deponierten Musikinstrumente machen Günther Seydel hinsichtlich möglicher Schäden große Sorgen.

Kaufbeuren – Die Musiker der Musikvereinigung Neugablonz und das Gablonzer Haus selbst sind am vergangenen Sonntag nur knapp an einer Katastrophe vorbei geschrammt. Nur dem schnellen Einsatz der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass nicht mehr passiert ist. Der im ersten Stockwerk des Hauses entstandene Brand hat dennoch Schäden verursacht, dessen Tragweite für den Verein momentan noch nicht absehbar ist.

„Uns ist noch nicht ganz klar, wie es weiter geht“, so Vereinsvorstand Günther Seydel vom Musikverein. Dirigentin Cornelia Wiblishauser sind auch am Montag noch die Ereignisse vom Sonntag anzumerken, obwohl das am Nachmittag geplante Jahreskonzert mit einer kurzen Verzögerung startete. Ursache für den Brand war vermutlich ein technischer Defekt. 

Der Tag hatte ganz normal für die Musiker begonnen, wie Seydel dem Kreisboten berichtete. Nach letzten Vorbereitungen im Probenraum am Vormittag für den Empfang im Anschluss an das Konzert hatten die Musiker das Gebäude kurz vor Mittag verlassen, um sich dann gegen 14 Uhr wieder zu treffen. Einer von ihnen kehrte früher zurück, bemerkte auf dem Weg zum Probenraum bereits Brandgeruch und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Als der größte Teil der Musiker dann eintraf, war die Feuerwehr bereits im Einsatz. 

Besondere Atmosphäre 

Die Besucher mussten zunächst außerhalb des Gebäudes ausharren. Mit einer halbstündigen Verspätung konnte das Konzert dann starten. „Es war eine ganz besondere Atmosphäre spürbar, denn die Zuschauer waren gleichermaßen berührt und begeistert“, schildert der Vorstand. Für Dirigentin Cornelia Wiblishauser zeichnete sich schnell das Ausmaß ab: „Mir war klar, dass da etwas Fürchterliches passiert war“, beschreibt sie die Ausnahmesituation, „aber in einer Art Schockstarre haben wir das Konzert über die Bühne gezogen“. 

Großer Schaden 

Das wahre Ausmaß des Schadens offenbart sich erst auf den zweiten Blick. Das Feuer war in einer dem Probenraum angegliederten Teeküche ausgebrochen und hat diese samt Inventar zerstört, nach derzeitiger Lage durch einen technischen Defekt im Bereich der elektrischen Anlage. Doch am meisten Sorge machen Seydel die hinter der Teeküche in einem Lagerraum deponierten Musikinstrumente. Das Feuer reichte dort zwar nicht hin, aber Hitze und Ruß haben auch dort ihre Spuren hinterlassen. „Hier allein handelt es sich um einen über Jahrzehnte angesammelten vereinseigenen Fundus an Instrumenten mit einem derzeit grob geschätzten Wert von etwa 30.000 bis 40.000 Euro“, sagte Seydel. „Wir können derzeit nicht sagen, inwieweit eine weitere Nutzung möglich ist.“ 

Doch das ist nicht alles. Neben Inventar und Bürokommunikation ist auch der eigentliche Probenraum komplett mit einer ölig-fetten Rußschicht bedeckt – inklusive aller Urkunden und Erinnerungsstücke an den Wänden und unzähliger Partituren in den Schränken! Und die in den Schränken aufbewahrten Musiktrachten haben den Brandgeruch aufgenommen. 

„So etwas könnte an die Existenz gehen“, resümiert Seydel, äußert sich aber zuversichtlich: „Hier wartet ein Riesenprogramm an Fleißarbeit auf uns – neben den Herausforderungen in diesem Jubiläumsjahr!“ Und Signale der Unterstützung von außen sind auch schon da. Der Musikverein Hirschzell hat bereits Hilfe für die Nutzung des Probenraumes angeboten. Ein ähnliches Angebot hat auch Pfarrer Thomas Hagen von der katholischen Herz-Jesu-Gemeinde gemacht. Auch die Hauptversammlung findet wie geplant am kommenden Freitag statt, jedoch im Foyer des Gablonzer Hauses.

von Wolfgang Becker

Meistgelesene Artikel

"Wir sind die Coolsten"

Stefanie Kloß (*1984) gründete 1998 ihre erste Band, aus der einige Jahre später SILBERMOND hervorging. Seit mehr als 12 Jahren rockt sie gemeinsam …
"Wir sind die Coolsten"

Dose für den Notfall

Marktoberdorf – Im Cafe „Greinwald“ stellte der Sozialverband VdK Kreisverband Kaufbeuren-Ostallgäu mit der sogenannten „SOS-Rettungsdose“ kürzlich …
Dose für den Notfall

Bürgermeister wartet auf Anruf

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der …
Bürgermeister wartet auf Anruf

Kommentare