Kosten und Nutzen abwägen

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An einigen Stellen in Marktoberdorf und auch im Außenbereich werden bereits Glasfaserkabel verlegt.

Marktoberdorf – Der Marktoberdorfer Stadtrat erörtert derzeit eine mögliche Beteiligung an einem weiteren Breitbandausbauprogramm, um die letzten „blinden Flecke“ einer Unterversorgung für „schnelles Internet“ zu beseitigen. Bekannt wurde dies in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Die momentane Ausbaustufe des Breitbandausbaus wird bis 2017 abgeschlossen sein. Momentan startet der zweite Durchlauf des bayerischen Förderprogramms, um die dann verbleibenden Lücken zu füllen. Josef Ledermann vom beratenden Ingenieurbüro Ledermann, erklärte in der Sitzung den Stadträten, dass die derzeitig vorgenommenen Ausbauten noch nicht im Internet sichtbar und noch nicht buchbar seien. Dies sei erst nach dem Abschluss der Arbeiten möglich. Auf Nachfrage von Christian Vávra (Grüne) erläuterte der Experte, dass der Ausbau der momentan bevorzugten Fibre-to-the-Curb FTTC-Technik durch die Betreiberfirmen wie Telekom, also Glasfaser bis zur Bordsteinkante ohne Einsatz von Gemeindegeldern möglich ist. 

Neue Baugebiete werde man aber geplant mit Fibre-to-the-­Home FTTH direkt bis zum Haus anschließen. Es gebe derzeit in Marktoberdorf die drei Anbieter Telekom, Kabel Deutschland und den Energieversorger VWEW, die Glasfaserkabelnetze verlegen. Dazu gebe es aber keine Steuerungsmöglichkeiten durch die Stadt. Auf die Nachfrage von Stadtrat Arno Jauchmann (CSU) könne auch je nach Stadtgebiet dann ein Anbieterwechsel notwendig werden, um die volle Übertragungsleistung zu erreichen, bestätigte Ledermann. 

Er bezifferte nach grober Einschätzung den Leitungsbedarf für die Anschlüsse noch nicht oder schlecht versorgter Bereiche auf circa 16 Kilometer Leitungen, mit möglichen Kosten von etwa 750.000 Euro. Es sei auch ein so genannter Hybrid Access möglich, bei dem eine Kombination von bestehendem Fest- und vorhandenem Funknetz zur Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeit beitragen würde. 

Der Stadtrat war sich in der Diskussion einig, dass man die Kosten und den Nutzen abwägen müsse. Momentan seien dies noch alles Vorinformationen, sagte Erster Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, aber „irgendwann wird der Stadtrat Farbe bekennen müssen.“ 

Der Ingenieur bot an, „blinde Flecken“ in den Randbereichen des Stadtgebietes kürzer und somit kostengünstiger über die Nachbargemeinden anbinden zu können. Dies könne aber erst ab Ende Mai geschehen, wenn die Planungen dieser Gemeinden vorlägen. 

Diesem Vorschlag folgte der Stadtrat und beschloss, erst im dritten oder vierten Quartal 2016 weitere Schritte zu planen. Bis dahin werden die Planungen in den Nachbargemeinden durch das beratende Ingenieurbüro verfolgt. Hell wies noch auf eine Infoveranstaltung der Firma Telekom über den Breitbandausbau in Markt­oberdorf am 8. Juni um 19.30 Uhr im Rathaussaal hin.

von Wolfgang Becker

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