Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Kempten wird verabschiedet

Ruhestand für Bruno Fischle

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Die Landräte Elmar Stegmann (Landkreis Lindau, v. li.), Anton Klotz (Landkreis Oberallgäu), Maria Rita Zinnecker (Landkreis Ostallgäu), sowie die Oberbürgermeister Stefan Bosse (2. v. re.) und Thomas Kiechle (Kempten, re.) verabschiedeten den Amtsleiter des staatlichen Bauamts Kempten Bruno Fischle in den Ruhestand.

Kaufbeuren/Allgäu – „Mit einem großen weinenden Auge“ nahm Bruno Fischle, Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Kempten, vergangene Woche Abschied von seinem Amt. Den Rahmen bot die Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Allgäu im Kaufbeurer Rathaus.

Bruno Fischle war zwölf Jahre in der Funktion als Behördenleiter tätig und „muss jetzt ohne große Begeisterung in den Ruhestand eintreten“, so Verbandsvorsitzender Stefan Bosse. Fischle hatte 36 Jahre seinen Wohnsitz im Allgäu, wovon er zunächst laut Bosse beim Zuzug „wenig begeistert“ war. 

Am Ende habe dieser sich jedoch als Glücksfall erwiesen. „Wen kann man sich Besseren wünschen, als jemanden, der so verlässlich und engagiert daran gearbeitet hat, die Verkehrsanbindungen im Allgäu zu verbessern“, lobte Bosse. Fischle habe immer Wort gehalten und Realistisches ermöglicht. Fischle bedankte sich in seinen „famous last words“, wie Bosse sich ausdrückte, dafür, dass er sich aus dem „wichtigen Gremium des Planungsausschusses“ verabschieden dürfe. 

Fischle blickte auf einen Punkt seiner Arbeit zurück, den Bundesverkehrswegeplan. Die B19 wurde 2009 mit 100 Millionen Euro fertiggestellt. Im selben Jahr wurden außerdem die A7 nach Füssen, die B17 nach Augsburg sowie die Ortsumfahrung Isny fertig gestellt und die B12 dreistreifig ausgebaut. 

Momentan stehe man an einer „unglücklichen Stelle“ bei der Ortsumfahrung Marktoberdorf. Für den ersten Bauabschnitt habe man unabhängig von der Klage grünes Licht bekommen, so Fischle. Der zweite Teil stelle sich als „komische Verquickung“ dar, bei der sich „jeder den schwarzen Peter“ zuschieben würde. Beim Verwaltungsgerichtshof gäbe es momentan zum Leidwesen des Staatlichen Bauamts eine Klage , die weitere Arbeiten verhindere. 

Dennoch „werde man für den großen Tunnelentwurf die Gunst der Stunde nutzen und geologische Erkundungen wie Bohrungen weiter durchführen”, so der scheidende Behördenleiter. Eine gerichtliche Entscheidung werde für 2015 erwartet. Bis dahin wird die Baureifplanung verdichtet, um eine Kostensteigerung bei Baubeginn zu vermeiden. 

Die geplante Ortsumfahrung Immenstadt bewertete Fischle als einen herben „Rückschlag im Oberallgäu”, denn ein Bürgerentscheid habe das fast 70 Millionen Euro teure Projekt mit 51 Prozent der Stimmen abgelehnt, nachdem die Planungen schon ausgearbeitet waren. 

In Zahlen habe der Bund in den Jahren 2009 bis 2013 für die Bundesstraßen 95 Millionen Euro aufgewendet und das Land Bayern im selben Zeitraum für Staatsstraßen 35 Millionen Euro ausgegeben. Fischle freute sich, dass man in seiner Amtszeit „viel erreicht hat“. 

Offiziell verabschiedet wird Bruno Fischle im Februar 2015 in der Residenz Kempten. Seine Nachfolge als Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes wird Thomas Hölzl von der Autobahndirektion Südbayern ab dem 1. Januar 2015 übernehmen. von Martina Staudinger

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