Bruno Weil beendet Engagement

Professor Bruno Weil, Gründer und Künstlerischer Leiter des Musikfestivals Klang & Raum im Kloster Irsee, wird mit dem 19. Musikfestival Klang & Raum im Jahr 2011 sein Engagement in Irsee beenden Foto: privat

Professor Bruno Weil, Gründer und Künstlerischer Leiter des Musikfestivals Klang & Raum im Kloster Irsee, wird mit dem 19. Musikfestival Klang & Raum im kommenden Jahr 2011 sein Engagement in Irsee beenden. Das verkündete Weil im Rahmen des Donatorenabends Klang & Raum vergangene Woche. Als Gründe führt Weil auf Anfrage des KREISBOTEN „veränderte Rahmenbedingungen“ an, die es finanziell nicht mehr ermöglichen, das 45-köpfige Orchester aus Kanada ins Allgäu zu holen.

Vor 20 Jahren hörte Weil zum ersten Mal ein kanadisches Orchester mit dem etwas merkwürdigen Namen ,Tafelmusik`. „Wir lernten uns kennen und begannen, Aufnahmen für Sony Classic zu machen. Als ich Konzerte mit ihnen in Kanada dirigierte, wurde mir klar, ich müsste für diesen wunderbaren Klang einen entsprechenden Raum finden“, erinnert sich Weil. So entstand die Idee von Klang & Raum und so kam er mit dem Orchester nach Irsee. „Nicht zuletzt durch die Arbeit in diesem herrlichen Ambiente hier ist durch das gemeinsame Musikmachen etwas zusammengewachsen – aus Musik wurde Freundschaft – wie schön – Freundschaft fürs Leben!“, resümiert Weil. Als Weil vor einiger Zeit von den veränderten Rahmenbedingungen für das Festival 2011 erfuhr, war ihm klar, dass eine Mitwirkung von Tafelmusik kaum noch möglich sein würde. So stimme der finanzielle Rahmen nicht mehr, der es ermöglicht, die 45 Musiker aus Kanada in Allgäu zu holen. Mit weniger Musikern kann und will Weil nicht auftreten: „Damit stimmt die Philosophie nicht mehr, die hinter der Idee von Klang & Raum stand“, betonte Weil. Aus seiner Sicht stellten gerade das Orchester mit seinem 45 Musikern „das beste Barockorchester weltweit dar“. Dieses zu minimieren sei ausgeschlossen. Auch die Musiker des Orchesters sind traurig über diese Entwicklung. „Sie treten weltweit darunter auch in der USA und China auf, aber Irsee war das Highlight des Jahres“, erklärt Weil. In der Folge hat er den Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert in einem Gespräch gebeten, Klang & Raum 2011 noch einmal unter den gewohnten Bedingungen durchführen zu können. „Er hat es mir zugesagt“, so Weil. Da er aber unter keinen Umständen bereit sei, in künstlerischen Fragen irgendwelche Abstriche zu machen, werde es dann Klang & Raum 2012 unter seiner Leitung nicht mehr geben. Dennoch schließe sich laut Weil ein schöner Kreis: „Wir haben dann in 19 Jahren die wesentlichen Werke, die für Klang & Raum in Frage kommen, erlebt und durchlebt und sind am Limit des Machbaren angekommen. Das Schlüsselwerk für das Limit des Machbaren sowohl innerlich als auch äußerlich ist die 9. Sinfonie von Beethoven. Sie wird im Zentrum von Klang & Raum 2011 stehen, denn Freude und Dankbarkeit soll das Motto sein. Das Abschlusskonzert wird dann das Werk sein, mit dem 1993 alles begonnen hat: Haydns`s Schöpfung.“ Die Entscheidung hat Weil im Übrigen mit seinem Klang & Raum-Team abgesprochen. Dr. Markwart Herzog, der Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert am Donatorenabend vertrat, erklärte: „Mit Bruno Weil geht eine Ära in Irsee zu Ende. Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass Weil uns all die Jahre mit seinem von erlesenen Konzerten und virtuosen internationalen Musikern geprägten Festival die Treue gehalten hat. Gemeinsam mit meinem Vorgänger Dr. Rainer Jehl hat er ein Kulturereignis ins Leben gerufen, welches in ganz Deutschland seinesgleichen sucht. Musiker, Freunde & Förderer und Besucher sind zu einer ,Klang & Raum-Festival-Familie` zusammengewachsen.“ Sowohl die Schwabenakademie Irsee, als auch der Bezirk Schwaben - als Hauptträger des Festivals - würden Weils Entscheidung mit „großem Bedauern zur Kenntnis nehmen“, so Dr. Markwart Herzog, Direktor der Schwabenakademie, stellvertretend für Jürgen Reichert, Bezirkstagspräsident von Schwaben. Für Weil selbst wird es nach seinem Engagement in Irsee weitergehen: „Ich gehe nicht in Rente!“ So habe er bereits Pläne, über dessen Inhalt er noch nichts verraten möchte. KL

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