Einbeziehung der Bürger Buchloes in Verkehrskonzept

"Keine einfache Sache"

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Das Interesse am neuen Verkehrskonzept war groß. Rund 70 Buchloer Bürger waren in die Aula des Gymnasiums gekommen. Viele wollen in den Workshops mitarbeiten.

Buchloe – Nun haben die Bürger das Wort. Doch die waren zunächst einmal „erschlagen“ von den vielen Zahlen. Für einen neuen Verkehrsentwicklungsplan hatte die Stadt im Juli des letzten Jahres eine Verkehrserhebung in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse präsentierte nun Alexander Süssmuth von der Münchner Planungsgesellschaft-Stadt-Land-Verkehr GmbH der Öffentlichkeit im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Aula des Gymnasiums. Der Stadtrat war bereits in einer Sitzung im November über die Zahlen informiert worden (wir berichteten). 

Ohne die Einbeziehung der Bürger geht gar nichts, war immer die Devise von Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger. Nach dem Vortrag von Alexander Süssmuth von der Münchner Planungsgesellschaft war allen Anwesenden schnell klar, dass ein neues Verkehrskonzept keine einfache Sache ist. Josef Schweinberger drückte es vereinfacht aus: Drehe man an einer Stellschraube, um Verkehr zu minimieren, erzeuge man möglicherweise mehr Verkehr an anderer Stelle. Scherzhaft meinte der Bürgermeister, „wie man es macht, verkehrt ist es immer“. 

Man solle sich keine Illusionen darüber machen, der Verkehr werde weiter steigen, betonte der Bürgermeister. Einer der Anwohner an der Amberger Straße zweifelte sogar die Zahlen der Verkehrserhebung an. Nach seinen eigenen Zählungen und Beobachtungen müsse man auf die vorgelegten Zahlen nochmals zehn Prozent aufschlagen. Der Experte aus München sieht einen Grund dafür in der Attraktivität der Stadt. Andererseits wolle man auch eine attraktive Stadt mit vielen Arbeitsplätzen, sagte der Rathauschef. Das bringe natürlich wieder Verkehr in die Stadt. 

In einer regen Diskussion betonte einer der Anwohner, dass viel Verkehr wegen der Beschilderung durch die Stadt geführt werde. „Bei Bundesautobahnen aber auch bei Staats- und Kreisstraßen haben wir keinen oder wenig Einfluss auf die Beschilderung“, stellte Josef Schweinberger klar. Als ein Riesenproblem empfinden die Buchloer „die Geschwindigkeit im Autoverkehr”, speziell auch an der Münchner Straße, wo 4000 Fahrzeuge pro Tag gezählt wurden. 

Bernhard Seitz, zweiter Bürgermeister und im Hauptberuf Verkehrssachbearbeiter bei der Buchloer Polizei, verwies auf die durchgeführten Messungen mit der Laserpistole. Zehn Prozent der gemessenen Fahrzeuge seien zu schnell gewesen. Für den Planer Alexander Süssmuth ist das ein sehr wichtiges Thema, das in den Workshops ausführlich diskutiert werden müsse. Lösungen könnten bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung ebenso wie eine kommunale Verkehrsüberwachung sein. 

Weitere Themen, die angeschnitten wurden, waren die hohe Zahl der Pendler und das damit verbundene Parkproblem. Schnell wurde auch klar, dass jede Medaille zwei Seiten habe. Ein kostenpflichtiges Parkhaus für Pendler würde schnell dazu führen, dass Auswärtige in den Seitenstraßen der Innenstadt parken würden, ein Trend, der auch heute schon festzustellen sei. Für den Bürgermeister ist klar: „Buchloer Bürger dürfen nicht für die Pendler zur Kasse gebeten werden“. 

Ganz speziell werden sich die Workshops mit den Themen Durchgangsverkehr, Schwerlastverkehr in der Innenstadt, Geschwindigkeitsbeschränkungen, fehlende Radwege, Querungshilfen für vielbefahrene Straßen oder Verbesserung des Angebotes im ÖPNV befassen müssen. „Wir brauchen sinnvolle Lösungen, die von den Bürgern akzeptiert werden, aber auch bezahlbar sind“, betonte Buchloes Stadtoberhaupt Schweinberger. Deshalb setze er besonders auf die Beteiligung der Bürger. 

Nach dieser Informationsveranstaltung – eine weitere ist noch in Lindenberg geplant – soll bereits am 24. April in zwei Workshops zusammen mit interessierten Buchloern das Verkehrskonzept weiterentwickelt werden. Diese Workshops sind für alle Bürger offen. 14 der anwesenden Buchloer trugen sich bereits im Gymnasium in die Listen ein. Anmelden kann man sich aber auch telefonisch unter der Nummer 08241/500132.

von Siegfried Spörer

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