"Eile ist geboten"

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Bürgermeister Josef Schweinberger vor den Plänen des Architekturbüros von „Degle.Degle“ aus Königsbrunn.

Buchloe – Wie schnell Pläne zur Makulatur und von der Wirklichkeit überholt werden, mussten Buchloes Lokalpolitiker einmal mehr bei der Bedarfsplanung für Kindergarten- und krippenplätze feststellen. Einer der Gründe für den steigenden Bedarf ist, dass die Stadt an der Gennach weiter wächst.

Noch ist der neue Kindergarten für die Storchenkinder in der Bürgermeister-Förg-Straße nicht einmal offiziell eingeweiht, schon plant die Stadt ihren sechsten Kindergarten im Süden der Stadt zwischen Lindenberger Straße und der Autobahn. In der jüngsten Stadtratssitzung entschieden sich die Stadträte, das Königsbrunner Architekturbüro „Degle.Degle“ mit der Planung zu beauftragen.

Eile ist geboten, machte Bürgermeister Josef Schweinberger klar, denn die staatliche Förderung für Neubauten hängt an Fristen. Der komplette Förderantrag muss baldmöglichst bei der Regierung von Schwaben eingereicht sein. Das bedeutet für Buchloe, spätestens im Frühjahr 2017 muss mit dem Bau begonnen werden. Bei voraussichtlichen Baukosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro wird die Förderung 895.000 Euro betragen. Dazu kommen noch einmal 350.000 Euro für die Krippenplätze vom Bund.

Vorausgegangen war eine Ausschreibung, an der sich fünf namhafte Architekturbüros aus der Region beteiligt hatten. Zunächst hatte sich der Bauausschuss in einer nichtöffentlichen Sitzung mit der Bewertung der eingereichten Pläne beschäftigt. Bereits dort zeichnete sich ab, dass den Ausschussmitgliedern der Entwurf der Königsbrunner Architekten am besten gefiel.

Stadtbaumeister Herbert Wagner stellte in der Stadtratssitzung die fünf Entwürfe vor, die nach der Bauausschusssitzung bereits in den Fraktionen beraten worden war. Es waren sehr unterschiedliche Ansätze zu sehen. Beispielsweise hatte das Kaufbeurer Architekturbüro „Architekten 64“ für jede der fünf Kindergruppen ein eigenes Gebäude vorgesehen, zusätzlich von einem Haus für die Verwaltung und die Erzieherinnen.

Das Buchloer Architekturbüro Mayr hatte dagegen drei Gebäude so zusammengefügt, dass ein Innenhof entstand. Auch der Buchloer Architekt Ulrich Förg, der bereits den Kindergarten für die Storchenkinder geplant hatte, hatte einen Entwurf mit einer Trennung von Kindergarten- und Krippenkinder abgegeben. Markantes äußeres Zeichen war bei Förg das klassische Walmdach. Ein weiterer Entwurf stammt von den Rohrmoser-Architekten aus Waal. Diese Planung sah ein zweigeschossiges Gebäude mit Pultdächern vor.

Den meisten Stadträten gefiel der Entwurf von Degle.Degle am besten. Für Helmut Jambor (SPD) war wichtig, dass das Gebäude zu dem bestehenden Wohngebiet passt. Neben der inneren Gestaltung des Hauses sei auch die Freiflächenplanung am optimalsten gelöst worden, betonte Jambor.

Elfriede Klein von den Grünen kritisierte zwar, dass die Öffentlichkeit und die Anwohner nicht rechtzeitig informiert worden seien. Trotzdem favorisiere sie aber auch den Entwurf von Degle.Degle. Herbert Barthelmes, Fraktionssprecher der CSU, sieht es für sinnvoll an, dass vor dem Kindergarten eine weitere Häuserzeile entsteht und dies entsprechend auch in den Bebauungsplan eingearbeitet werde. Seine Fraktion sei bei den Entwürfen zwischen Degle.Degle und der Planung des Buchloer Architekten Förg etwas hin- und hergerissen gewesen. Ähnlich wie der CSU erging es der Fraktion der FWF, wie Josef Rid berichtete. Auch dort sei man zwischen den Plänen von Förg und Degle.Degle geschwankt.

Ein klares Votum für den Buchloer Architekten Förg gab Stadtrat Rudolf Grieb von der UBI ab. Aber auch die UBI sei am Schwanken gewesen. „Man könne sich aber auch mit Degle.Degle anfreunden“, sagte Grieb.

Die parteiunabhängige Stadträtin Monika Strohmayer betonte, nicht alles sei praktisch, aber sie akzeptiere Vorschlag 3 von Degle.Degle.

Die Abstimmung im Stadtrat für die Architektenauswahl war aber dann doch recht klar. Bei nur vier Gegenstimmen entschieden sich die Stadträte für den Entwurf der Königsbrunner Architekten. Rathauschef Josef Schweinberger sagte, dass nun die Planung verfeinert werden müssten. Der „Arbeitskreis Kindergarten“, dem auch die Leiter der Buchloer Kindergärten angehören, wird in die weitere Planung einbezogen. Organisatorisch solle der neue Kindergarten, wenn der dann 2019 fertig sei, dem Franziskus-Kindergarten zugeordnet werden, betonte Schweinberger.

In Buchloe gibt es derzeit 335 Kindergarten- und 107 Krippenplätze. Dazu kommen noch 15 integrative Plätze.

von Siegfried Spörer

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