Wasserversorgung in Buchloe wird bis 2014 umfassend modernisiert – Spatenstich für neues Wasserwerk kürzlich erfolgt

Ersatz für ein Wahrzeichen

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Viel mehr als nur ein „Behälter“ ist der Buchloer Wasserturm für die meisten Bürger.

Buchloe – Wer aus südlicher Richtung nach Buchloe hinein fährt, den begrüßt seit 1974 der Wasserturm. Doch jetzt bekommt das Bauwerk Konkurrenz: Vor wenigen Tagen begannen mit einem Spatenstich die Bauarbeiten am neuen Wasserwerk. Dieses wird den Turm vollstädnig ersetzen.

„Die Wasserversorgung der Stadt ist seit über hundert Jahren ein Dauerbrenner“, sagte Bürgermeister Josef Schweinberger beim symbolischen Spatenstich für das neue Wasserwerk. Das Stadtoberhaupt verwies darauf, dass „seit jeher große Summen in die Hand genommen wurden, um das wertvollste Lebensmittel in aus- reichender und gesicherter Form zu liefern“. Nun tritt ab Fertigstellung im Frühjahr 2014 das neue Werk an Stelle des Wasserturms, der zu einer Art Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Die Tradition der oben genannten „großen Summen“ setzt sich indes fort: 2,6 Millionen Euro muss die Stadt Buchloe investieren, um die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser auch in Zukunft zu sichern. Der bisherige Wasserturm stößt nämlich an seine Kapazitätsgrenze. Das neue Wasserwerk, das in zwei Bauab- schnitten verwirklicht werden soll, entsteht an der Ausfahrt der A 96 Buchloe West im Dreieck zwischen den Bahnlinien. Der erste Bauabschnitt sieht zunächst zwei Edelstahltanks mit je 1.500 Kubikmeter Volumen vor. Diese Tanks haben einen Durchmesser von 15 Metern und eine Wasserhöhe von 8,5 Meter. Dazu gehören sechs Pumpen zur Druckerhöhung, damit das Wasser auch in höheren Stockwerken noch ankommt. Ab 2014 soll dann das eigentliche Wasserwerksgebäude im rechten Winkel zu den Tanks gebaut werden. 

Dieter Rosar vom Ingenieurbüro Dr. Blasy/Dr. Overland aus Eching am Ammersee erläuterte den Gästen beim Spatenstich, dass die Pumpen „redundant“ ausgelegt seien. „Es können bis zu zwei Pumpen gleichzeitig ausfallen, ohne dass es zu Einschränkungen bei der Wasserversorgung kommt“, erläuterte der Ingenieur, der auch für die örtliche Bauüberwachung zuständig ist. Für die beiden Tanks ist ein Gebäude vorgesehen, das 36 Meter lang, 19 Meter breit und 12 Meter hoch ist. Die Pultdächer sind nach Süden ausgerichtet, um eine Photovoltaikanlage installieren zu können. Darüber hinaus wird eine Notstromanlage eingebaut, um auch gegen Stromausfälle abgesichert zu sein. Nicht mit inbegriffen in den Planungen ist eine Wasserenthärtungsanlage, da die Bürger seinerzeit in einem Entscheid dagegen gestimmt hatten. 

Im Zuge der Bauarbeiten zum neuen Wasserwerkes ist vorgesehen, auch die fünf Brunnenpumpen im Wasserschutzgebiet „Hirnschale“ bei Lindenberg auszutauschen, da das Wasser in Zukunft nicht mehr in den „alten“ Wasserturm befördert werden muss. Die neuen Trinkwasserbehälter liegen wesentlich tiefer als der alte Wasserturm. Durch die geringere Förderhöhe können auch die Brunnenpumpen wesentlich kleiner und effizienter ausgelegt werden. 

Trinkwasser mit Historie 

Schon anno 1889 hatte sich der Marktgemeinderat von Buchloe unter dem damaligen Bürgermeister Zech einstimmig für den Neubau einer Wasserversorgung ausgesprochen. Aber erst zwischen 1900 und 1910 wurden Gutachten eingeholt. Die Chronik berichte, so Bürgermeister Josef Schweinberger, dass „der Versuch einer Gruppenversorgung mit den Gemeinden Türkheim, Amberg, Wiedergeltingen und Lindenberg scheiterte“.80 Liter Wasser pro Tag und Einwohner war vor mehr als 100 Jahren die Grundlage für die Berechnung der Wasserversorgung. Buchloe hat- te damals 2.300 Einwohner. Im August 1913, also vor annähernd genau 100 Jahren, wurde der erste Wasserturm fertiggestellt. 1971 wurde dann das Quellgebiet zum heutigen Standort bei Lindenberg verlegt und 1974 entstand der Wasserturm, der schließlich zum Wahrzeichen von Buchloe mutierte. 1,1 Millionen Deutsche Mark investierte Buchloe 1974 in den 41 Meter hohen Turm. 1979 wurden die Brunnen für die selbe Summe ausgebaut. Weitere 550.000 DM investierte die Stadt in den Jahren 1985 bis 1990 in den Turm, der wahrscheinlich auch nach Fertigstellung des neuen Werks stehen bleiben soll. 

Die aktuellen Investitionskosten für die modernisierte Wasserversorgung will die Stadt laut eigener Ankündigung durch die Erhebung von Ergänzungsbeiträgen und eine zusätzliche Anhebung der Wassergebühren finanzieren. von Siegfried Spörer

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