Suche nach Grundstücken

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Die Firma Hubert Schmid baut neben der Robert-Bosch-Straße mit Platz für 88 Menschen auch ein Heim für 54 Asylbewerber in der Löwengrube neben dem Bahnhof.

Buchloe – „Sie brauchen nur jeden Tag die Zeitung aufschlagen, dann wissen sie was los ist“. Bürgermeister Josef Schweinberger hatte wieder einmal das Thema der Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen auf die Tagesordnung des Stadtrates setzen müssen.

Die mühselige Suche nach Unterkünften dürfte anhalten, auch wenn sich nun ein privater Investor gemeldet hat. Der will im Gewerbegebiet an der Robert-Bosch-Straße ein Wohnprojekt für 88 Menschen bauen. 

Nachdem der Stadtrat bereits zugestimmt hat, eine Fläche in der Löwengrube am Buchloer Bahnhof dem Landratsamt anzubieten, könnte diese Privatinitiative die Lage in Buchloe etwas entschärfen. Der Rathauschef warnte jedoch den Stadtrat vor überzogenen Erwartungen. 

Inzwischen liege der Unterbringungsschlüssel im Landkreis Ostallgäu bei knapp drei Prozent. Für Buchloe hieße das, die Stadt muss bei rund 12500 Einwohnern weit über 300 Plätze für Flüchtlinge und Asylbewerber zur Verfügung stellen. „Niemand weiß, wie sich die Lage weiter entwickelt“, betonte Schweinberger. „Wir werden uns deshalb um weitere Standorte bemühen müssen“. 

CSU-Fraktionssprecher Herbert Barthelmes kritisierte die teilweise fehlende Solidarität vieler Gemeinden im Landkreis Ostallgäu: „Die Hälfte hat sich bisher gewehrt, Wohnraum oder Flächen dem Landratsamt zu melden“. Der Buchloer CSU-Mann fordert nun die Solidarität jeder einzelnen Gemeinde ein. „Den Menschen muss geholfen werden“, sagte er vor dem Stadtrat. Das war auch die Meinung des Gremiums. 

Zu der mangelnden Solidarität der Staatengemeinschaft in Europa konnte sich Josef Schweinberger eine beißende Bemerkung nicht verkneifen. „Es gibt Staaten in Europa, die haben weniger Asylbewerber und Flüchtlinge aufgenommen als wir hier im Ostallgäu“. 

Die Anwohner der an das Gewerbegebiet angrenzenden Häuser sind bisher nicht offiziell informiert worden. Bürgermeister Josef Schweinberger betonte, dass die Kommunen von den Landratsämtern überhaupt nicht mehr gefragt würden. „Die nehmen alles, was angeboten wird.“ Daran könne er nichts ändern, sagte der Rathauschef. 

Rechnet man alle derzeitigen und geplanten Standorte in Buchloe zusammen, kommt man auf rund 219 Plätze. Davon entfallen 29 auf die Containeranlage im Gewerbegebiet, 17 Plätze auf Wohnungen in der Enzianstraße. Weitere 11 Asylbewerber sind in Honsolgen untergebracht. Für Privatwohnung in der Mindelheimer Straße sollen 20 zusätzliche Plätze ausgewiesen werden. 

Dazu kommen die in Planung befindlichen Asylbewerberheime in Fertigbauweise in der Löwengrube. Dort werden 54 Plätze entstehen und im Heim in der Robert Bosch-Straße sollen 88 Menschen unterkommen. Beide Heime werden von dem Marktoberdorfer Bauunternehmen Hubert Schmid errichtet.

von Siegfried Spörer

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