Bürgermeister wartet auf Anruf

+
Wegen finanzieller Defizite möchte der Buchloer Gewerbeverein die Stadt bei Großveranstaltungen mit ins Boot holen. Das Foto zeigt die letztjährige „Nacht der Lichter“. Hier hat die Stadt mit Bauhofleistungen geholfen.

Buchloe – Noch wartet Bürgermeister Josef Schweinberger auf den Anruf für eine Terminvereinbarung mit dem Vorstand des Gewerbevereins. In der jüngsten Stadtratssitzung war die Forderung des Gewerbevereins nach einem nachträglichen saftigen Zuschuss zum Stadtfest 2015 zwar kein offizieller Punkt auf der Tagesordnung, doch so ganz mochten die Stadträte die Forderung nicht auf sich beruhen lassen. Unter dem Punkt „Anfragen“ brachte CSU-Mitglied Franz Nusser das Thema ins Gespräch.

Wie berichtet, forderten Mitglieder des Vereins der Buchloer Gewerbetreibenden eine finanzielle Beteiligung der Stadt, da man derartige Events nicht mehr alleine stemmen könne. Explizit hatte der Schatzmeister das Stadtfest genannt und mit Zahlen belegt. 6000 Euro habe man eingenommen. Die Ausgaben hätten bei 13.000 Euro gelegen. Für die Verluste hätten Mitgliedsbeiträge aufgewendet werden müsse. Ziel müsse es sein, dass sich die vier Großveranstaltungen, bei dem der Gewerbeverein Veranstalter ist, selbst tragen.

Im Buchloer Stadtrat herrschte Empörung über die Forderung des Gewerbevereins. Der Rathauschef wies zudem darauf hin, dass keiner der drei Bürgermeister eine Einladung zur Generalversammlung hätten. „Mit uns wurde noch kein Wort darüber gesprochen“, sagte Schweinberger. Hinter vorgehaltener Hand war von Stadträten zu hören, insbesondere die Gastronomie würde erheblich am Stadtfest verdienen.

Kämmerer Dieter Streit präsentierte dem Stadtrat zudem eine Liste, die die Aufwendungen der Stadt für die vier Großveranstaltungen des Gewerbevereins aufgelistete hatte. Für das Stadtfest 2015 habe die Stadt Aufwendungen in Höhe von rund 6000 Euro gehabt. Darin sei ein Zuschuss in Höhe von 1500 Euro enthalten. An der Sicherheitswache habe sich Buchloe mit 590 Euro beteiligt und die Leistungen bezifferte Streit mit rund 3900 Euro. Die Stadt habe außerdem bei den anderen Groß­ereignissen Hilfe geleistet. Beim Weihnachtsmarkt 2015 habe, so Streit, die Stadt Stromkosten in Höhe von 965 Euro übernommen. Die Bauhofleistungen betrugen 6769 Euro. Für die „Nacht der Lichter“ und die „Lange Sommernacht“ seien Leistungen des Bauhofes in Höhe von 2887 angefallen. „Insgesamt hat Buchloe im Jahr 2015 die Veranstaltungen mit mehr als 16.000 Euro unterstützt“, betonte Streit.

Nach der Kenntnis von Hubert Zecherle (UBI) stehe in der Satzung des Gewerbevereins, dass die Mitgliedsbeiträge auch für solche Veranstaltungen vorgesehen seien.

Ob es nach diesen Aussagen im kommenden Jahr ein Stadtfest geben wird, hängt vom Gewerbeverein ab. Die Drohung der Mitglieder, das Fest ausfallen zu lassen, wenn die Stadt nicht mit ins Boot kommt, steht weiterhin im Raum. Schweinberger will das Gespräch mit dem Vorstand abwarten. Noch hat das Telefon aber nicht geklingelt.

von Siegfried Spörer

Meistgelesene Artikel

Kein gemeinsamer Nenner

Kaufbeuren – Der Athletik Club Kaufbeuren e.V. (ACK) und die Stadt Kaufbeuren kommen momentan nicht überein, wenn es um eine künftige Bleibe für den …
Kein gemeinsamer Nenner

Drei neue Selbstbedienungsstellen

Kaufbeuren – Fast 50 Prozent Onlinequote, zunehmende Regularien und die anhaltende Nullzinspolitik der EZB – die VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu …
Drei neue Selbstbedienungsstellen

Wohin mit den Abgabehunden?

Landkreis/Beckstetten – Das Tierheim Beckstetten des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung e. V. kommt nicht zur Ruhe. Neben …
Wohin mit den Abgabehunden?

Kommentare