Besuch beim Bürgermeister angesagt

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Der neue Vorstand des Buchloer Gewerbevereins hat einiges auf der Agenda. 1. Vorsitzender Niko Stammel (2. v. re.). Neuer 2. Vorsitzender ist Michael Greif (4. v. re.), der Volker Sengelaub (re.) nachfolgt. Neue Schriftführerin wurde Mandy Schumacher (3. v. re.), sie ersetzt Marika Metz (li.). Weiter im Vorstand als Schatzmeister bleibt Richard Reuter (2. v. li.).

Buchloe – Der Gewerbeverein der Stadt hat Gesprächsbedarf mit dem Rathaus. Das ergab sich aus der regen Diskussion auf der alle zwei Jahre stattfindenden Generalversammlung. Im historischen Kellergewölbe des Hotels zur Post drängten die Mitglieder den alten Vorstand, die Stadt bei Großveranstaltungen mit ins Boot zu holen, da man derartige Events wie das Stadtfest nicht mehr alleine stemmen kann und will. Dies wird die Aufgabe des neuen Vorstandes sein. Zwei der Vorstände stellten sich nicht mehr zur Wahl.

Niko Stammel, Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses, wird als 1. Vorsitzender weiter die Geschicke des Buchloer Gewerbevereins leiten. Gesundheitliche Gründe waren ausschlaggebend, dass Volker Sengelaub als 2. Vorsitzender nicht mehr antrat. Zum Nachfolger wurde Michael Greif gewählt. Er ist Inhaber des gleichnamigen Ladengeschäfts für Eisenwaren und Werkzeuge in der Bahnhofsstraße. Für Marika Metz als Schriftführerin wurde Mandy Schumacher gewählt. Weiter im Amt als Schatzmeister bleibt Richard Reuter. Der Herr der Zahlen ist hauptberuflich Firmenkunden-Berater bei der Buchloer Sparkasse.

Es war der Rechenschaftsbericht von Kassier Richard Reuter, der den Anlass zu einer Grundsatzdiskussion gab. Reuter hatte festgestellt, dass sich die vier Großveranstaltungen, die der Gewerbeverein jährlich organisiert und veranstaltet, finanziell nicht mehr tragen und zum Zuschussgeschäft wurden. Dafür müssten nun Mitgliedsbeiträge aufgewendet werden. Das könne so nicht hingenommen werden, sagte Reuter.

Die Einnahmen des Gewerbevereins beliefen sich seit der letzten Generalversammlung im November 2014 auf 46.580 Euro, die Ausgaben betrugen 49.356 Euro. Exemplarisch zeige Reuter die Probleme beim Stadtfest auf. 2015 habe man 6000 eingenommen, die Ausgaben hätten aber bei 13.000 Euro gelegen. Auch der letztjährige Christkindlmarkt hätte Verlust erbracht. Allerdings seien einmalige Investitionskosten für die Elektrifizierung entstanden. Man hoffe, dass sich der Christkindlmarkt nach der einmaligen Investition weiter trägt, sagte der Schatzmeister.

Die Kosten für das Stadtfest seien in den letzten Jahren ständig gestiegen, sagte Reuter. Auflagen wie die Bereitstellung eines Sicherheitsdienstes, die Erste-Hilfe-Bereitschaft, Stellung von Toilettenhäuschen und natürlich auch die Versicherungsbeiträge hätten das Stadtfest erheblich verteuert. Dazu kämen die Unterhaltungskosten für die 20 Buden, die der Verein sein Eigen nennt.

„Kaum jemand in Buchloe weiß, dass der Gewerbeverein Veranstalter des Stadtfest ist“, sagte ein Teilnehmer der Generalversammlung. Viele glauben, ein Stadtfest werde von der Stadt veranstaltet. Die Stadt schmücke sich mit diesem Event, war die einhellige Meinung der Versammlungsteilnehmer. Daher sei es recht und billig, das Rathaus mit ins Boot zu holen. Man wisse allerdings auch, dass immer wieder Argumente kämen, die Gastronomie und der Handel würden sich am Stadtfest eine „goldene Nase“ verdienen. Für die Gastronomie bedeute eine derartige wetterabhängige Veranstaltung aber auch ein großes Risiko, betonte der Schatzmeister. Das löse aber das Problem des Gewerbevereins als Veranstalter nicht.

So wird es bei der „Nacht der Lichter“ in diesem Jahr aus Kostengründen kein Kinderkarussel geben. Das würde 900 Euro kosten. Eine Kindereisenbahn, die schon einmal eine Attraktion für die kleinen Besucher war, würde sogar 1800 Euro kosten. Das sind Kosten, die der Gewerbeverein tragen müsste, betonte Reuter.

Unterstützung durch die Stadt

Niko Stammel und der neue Vorstand erhielt von den Mitgliedern des Vereins den Auftrag, sich mit Bürgermeister Josef Schweinberger an einen Tisch zu setzen und eine finanzielle Beteiligung der Stadt zu besprechen. „Jeder Verein in Buchloe erhält Unterstützung durch die Stadt“, argumentierten die Teilnehmer der Generalversammlung. „Wir müssen nicht als Bittsteller auftreten, denn die Stadt profitiert von unseren Veranstaltungen“, waren die Argumente, die Niko Stammel mit auf den Weg gegeben wurde. Kritisiert wurde auch, dass kein Vertreter der Stadt an der Generalversammlung teilnehme.

Ziel müsse es sein, alle vier Großveranstaltungen, die der Gewerbeverein veranstaltet, kostendeckend zu gestalten. Der Gewerbeverein Buchloe richtet neben dem Stadtfest auch den Christkindlmarkt, die „Lange Sommernacht“ und die „Nacht der Lichter“ aus.

Eine positive Bilanz konnte Vorsitzender Niko Stammel bei den Geschenkgutscheinen ziehen. Zu den weiteren Zielen des Gewerbevereins zählte Stammel, dass man wieder versuchen müsse, mehr Firmen ins Boot zu holen. In Bezug auf den Handel sagte Stammel, im Zeichen des Internets müsse man in Buchloe dafür sorgen, dass Einkaufen zum Erlebnis wird. Als neue Veranstaltung skizzierte der Vorsitzende eine Art Flohmarkt des Handels für Schnäppchenjäger mit dem Namen „Ramadama“. In anderen Städten seien derartige Veranstaltungen bereits ein großer Erfolg, berichtete Stammel. Davon könnten der Handel, aber auch die Dienstleister profitieren.

Das scheidende Vorstandsmitglied Volker Sengelaub gab der Generalversammlung eine Idee mit auf den Weg. Das Leerstands­problem von Ladengeschäften, das auch Buchloe erreicht habe, müsse man aktiv gemeinsam mit der Stadt angehen und ein Konzept entwickeln. Andere Städte hätten das bereits erfolgreich durchgeführt. Auch dies wird für Niko Stammel ein weiterer Punkt sein, den er mit Bürgermeister Josef Schweinberger besprechen wird.

von Siegfried Spörer

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