Unfallzahlen leicht rückläufig

Wenn der Gegner eine Wildsau ist

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Eine etwas geringere Unfallzahl als im Vorjahr konnte der Verkehrssachbearbeiter der Buchloer Polizei, Hauptkommissar Bernhard Löcherer (li.), für 2014 vermelden. Sein Kollege Michael Geiger (re.) kümmert sich mit großem Engagement um die Verkehrssicherheit für Kinder. Im Eisstadion wird gegenwärtig für die vorgeschriebenen Fahrradprüfungen an den vierten Klassen der Buchloer Grundschulen geübt.

Buchloe – Es sind oft erschreckende Unfallbilder, die sich bei Polizeibeamten ins Gedächtnis einbrennen. So der Unfall auf der B12 am 29. Dezember 2014, wo eine Autofahrerin bei schneeglatter Straße in den Gegenverkehr geriet und tödlich verletzt wurde.

Dieser Unfall war, so berichtete Bernhard Löcherer von der Buchloer Polizeiinspektion bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2014, einer von 439 Unfällen. Es war auch der einzige tödliche Unfall im letzten Jahr. Insgesamt sind die Unfallzahlen im Vergleich zum Jahr 2013 sogar leicht gesunken. 

80 der 439 Unfälle waren nicht nur Blechschäden. Die Polizei registrierte 108 verletzte Personen, davon 32 schwer. Der größte Teil der Unfälle waren sogenannte Kleinunfälle. 246 mal krachte es, meist ohne, dass Personen verletzt wurden. 129 der 246 Kleinunfälle waren Zusammenstöße mit Wildtieren. Damit gehört das Buchloer Polizeigebiet rein statistisch zu den am höchsten belasteten Wildunfallgebieten in Bayern. 

Schwerpunkte seien, sagte der Verkehrssachbearbeiter, die Strecken zwischen Autobahnbrücke und Honsolgen, zwischen Dillishausen und Lamerdingen, zwischen Beckstetten und Weicht sowie zwischen Waal und Unterdießen. Zunehmend werden auch Wildunfälle mit Wildschweinen gemeldet. 2014 waren es sechs Fälle, im Jahr zuvor nur einer. Meist sind aber Rehe die „Unfallgegner“. Glücklicherweise haben die Wildunfälle 2014 keine Personenschäden verursacht. Die Polizei rät zur Vorsicht an Straßen mit angrenzenden Waldgebieten, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden. Das sind die Zeiten des Wildwechsels. 

Als ärgerlich, unfair und vermeidbar bezeichnet Bernhard Löcherer die Fälle von Unfallflucht. 64 Autofahrer verließen laut Statistik den Unfallort. Allerdings konnte jeder zweite Fall aufgeklärt werden. Polizei und Staatsanwaltschaft kennen kein Pardon, wenn die Fahrer sich aus dem Staub machen. 2013 waren es noch 85 Fälle. Der Verkehrssachbearbeiter führt den Rückgang auf die Aufhebung der Umleitung an der Jengener Brücke zurück. Damals hat es viele „Spiegelklatscher“ an der verengten Umleitungsstrecke gegeben. Oft habe einer der Fahrer nicht angehalten. 

Überschaubar war 2014 die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. Nur vier Unfälle wurden verzeichnet. Allerdings schaffte es ein Autofahrer an einem Abend, gleich drei Blechschäden nacheinander zu verursachen. Sorgen machen sich die Buchloer Polizisten trotzdem. Bei Verkehrskontrollen wurden 45 Fahrer mit einer „Fahne“ aus dem Verkehr gezogen. Bei zehn weiteren Fahrzeuglenkern wurde Drogeneinfluss festgestellt. „Wir haben Kollegen, die einen Blick dafür haben, ob jemand Drogen konsumiert hat“, merkte Bernhard Löcherer an. Der Polizeihauptkommissar setzt bei Drogen und Alkohol weiterhin auf einen hohen Kontrolldruck. 

Hohe Geschwindigkeit als Hauptunfallursache 

Den soll es auch bei den Geschwindigkeitskontrollen geben. Für Bernhard Löcherer ist überhöhte oder auch nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen. Die Buchloer Beamten setzen dabei vor allem auf die Lasermessungen. Gemessen wird vor allem an Gefahrenstellen. „Wir wollen die Raser erwischen“, betonte Löcherer. „Da die Schnellfahrer sofort angehalten und mit ihrem Vergehen konfrontiert werden, ist hier der verkehrs- erzieherische Effekt am größten“. 

„Fast alle Unfälle sind vermeidbar”, sagte der Hauptkommissar unserer Zeitung. „Wenn die Autofahrer vorausschauend und mit ausreichendem Sicherheitsabstand unterwegs sind, würde kaum etwas passieren“. Dies gelte auch für Wildunfälle. Auf der Autobahn wurden 2014 insgesamt sieben Unfälle von den Buchloer Ordnungshütern bearbeitet. 

Allerdings täuscht die Zahl, denn die Autobahn A96 gehört nicht zum Kontrollbereich. Dort ist die Autobahnpolizei Memmingen zuständig. „Die sieben Fälle waren quasi Amtshilfe für die Kollegen“, bemerkte Löcherer. 

Drei Unfälle mit Kindern passierten im letzten Jahr auf dem Schulweg. Hier setzt die Polizei auch auf Verkehrserziehung bei den Kindern. Polizeihauptmeister Michael Geiger übt derzeit für die Fahrradprüfungen mit den Grundschulkindern der vierten Klassen im Eisstadion. Die ist im Lehrplan an den bayerischen Grundschulen auch vorgesehen. 

Wenn die Prüfung bestanden ist, fahren die Kids mit Michael Geiger zusammen durch Buchloe – jetzt mit den eigenen Fahrrädern. Die werden selbstverständlich vorher auf ihre Verkehrssicherheit geprüft.

von Siegfried Spörer

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