Falschparker nicht im Fokus

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Die Sicherheitswacht arbeitet in enger Abstimmung mit der Polizei zusammen. Bevor Günther Schuster auf Streife geht, gibt es eine kurze Besprechung mit den diensthabenden Polizeibeamten. Unser Foto zeigt die Polizeibeamten Bernhard Löcherer (rechts) und Markus Dösinger (links) mit Günther Schuster, der seit 2012 auf Streife geht.

Buchloe – Viele Buchloer kennen sie. Sie tragen uniformähnliche Jacken, haben Funkgeräte dabei und gegen meist zu zweit auf Streife. Die Rede ist von den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Sicherheitswacht. Bayern ist nicht zuletzt Spitzenreiter bei der innerer Sicherheit dank des ehrenamtlichen Engagements von Bürgern, die die Arbeit der Polizei unterstützen, ohne selbst polizeiliche Befugnisse zu haben.

Günther Schuster ist einer der gegenwärtig fünf „Sicherheitswachtler“. Ihm mache die Aufgabe Spaß, erzählte er im Rahmen eines Pressegespräches in der Buchloer Polizeiinspektion. Großes Lob kam auch von den örtlich verantwortlichen Beamten. Hauptkommissar Bernhard Löcherer und der neue stellvertretende Inspektionsleiter Markus Dösinger wünschen sich möglichst schnell wieder „Nachwuchs“, denn einige Mitarbeiter der Sicherheitswacht mussten den Dienst aus Alters- oder anderen Gründen quittieren. „Wir sind nicht da, um Falsch­parker aufzuschreiben“, sagte Günther Schuster gegenüber dem Kreisboten. „Unsere Aufgaben sind vollkommen anders definiert. Durch unsere Anwesenheit sorgen wir beispielsweise für ein besseres Sicherheitsgefühl beim Bürger. Bei Streitigkeiten ist unser oberstes Ziel, deeskalierend zu wirken. Das kommt aber zum Glück nicht so häufig vor und wenn doch, ist meistens Alkohol im Spiel.“

Ein wachsames Auge werfen Günther Schuster und seine Kolleginnen und Kollegen auch auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz. Rauchen oder Schnapskonsum von unter 18-Jährigen wird von ihnen nicht toleriert. Welche Maßnahmen aber man dann treffen müsse, hänge von der Situation ab, betonte Schuster. Manchmal reiche es, die Flasche Schnaps auszukippen.

„Wir sind nicht da, um Falschparker aufzuschreiben“ 

„Gefährliche Begegnungen habe ich noch nicht gehabt und ich bin seit Anfang an dabei.“ Natürlich werde man an Fasching oder bei Ereignissen, wo viel Alkohol getrunken wird, auch mal „blöd angemacht“, verrät Schuster. „Da muss man drüber stehen.“ Insgesamt zieht Günther Schuster ein absolut positives Fazit für Buchloe. „Das ist ein friedliches Dorf“, meinte er lachend.

In der dunklen Jahreszeit gehen die „Sicherheitswachtler“ auch auf Streife durch die Wohngebiete. Das soll Einbrechern das Leben schwerer machen, aber auch Vandalismus und Straßenkriminalität vorbeugen. Einer der Kontrollschwerpunkte der Mitarbeiter der Sicherheitswacht ist das Gebiet rund um den Bahnhof, entlang der Gennach, an den Schulen oder an Bahnunterführungen. „Für die Bürger sind wir immer Ansprechpartner und wir hören oft positive Stimmen aus der Bevölkerung“, erklärte Schuster. „Oft können wir auch bei kleinen Nachbarschaftsstreitigkeiten schlichten helfen“.

Noch Helfer gesucht

Ehrenamtlicher Helfer bei der Sicherheitswacht kann jeder Bürger oder jede Bürgerin mit Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage vom 18. bis zum 60. Lebensjahr werden, wobei bis zum 65. Lebensjahr gearbeitet werden darf. Dass man einen tadellosen Lebenslauf haben sollte, muss nicht besonders erwähnt werden. Im Schnitt sollen nicht mehr als zehn bis 15 Stunden pro Monat gearbeitet werden. Hauptkommissar Bernhard Löcherer betonte, man dürfe diese ehrenamtliche Tätigkeit nicht mit einem Hauptberuf verwechseln. Es gibt eine Aufwandspauschale in Höhe von acht Euro pro Stunde.

40 Stunden lang werden die Aspiranten, die von der Polizei für die ehrenamtliche Tätigkeit ausgewählt werden, geschult. Schwerpunkte der Schulung sind das sogenannte Eingriffsrecht, Strafrecht und Dienstkunde. Besondere Rechte oder Befugnisse wie beispielsweise Polizeibeamte haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Sicherheitswacht nicht. Sie sind auch keine Hilfspolizei. Sie dürfen wie jeder Bürger einen auf frischer Tat ertappten Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Auch haben sie das Recht auf Notwehr oder Nothilfe wie jeder andere Bürger auch. Angehörige der Sicherheitswacht dürfen Personen anhalten, befragen und auch ihre Personalien feststellen, wenn dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist. Ferner dürfen sie Platzverweise erteilen.

Infos zur Sicherheitswacht: Informationen über die Sicherheitswacht gibt es im Internet unter www.innenministerium.bayern.de unter dem Stichwort Sicherheitswacht. Das Ministerium hat dazu auch eine Broschüre herausgegeben, die in der Polizei-Inspektion Buchloe ausliegt.
Telefonische Auskünfte erteilt zudem die Buchloe Polizei unter 08241/96900.

von Siegfried Spörer

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