Jede 2. Fahrerflucht aufgeklärt

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Ein Polizeiwagen im Rückspiegel. Dieses psychologische Element ist oft hilfreich für die Verkehrssicherheit. Deshalb ist auch die Präsenz der Polizei auf den Straßen so wichtig. Neben den Streifenfahrten gibt es aber auch Fußstreifen.

Buchloe – Im vergangenen Jahr hat es in Buchloe und Umgebung häufiger gekracht als im Vorjahr. Insgesamt wurden 500 Verkehrsunfälle bei der Polizeiinspektion Buchloe registriert. Im Jahr zuvor waren es 439, also knapp 14 Prozent mehr, sagte Verkehrsspezialist Bernhard Löcherer im Rahmen eines Pressegesprächs. Leider habe es 2015 auch zwei schwere Unfälle mit Todesfolge gegeben.

79 der insgesamt 500 Verkehrsunfälle endeten mit Personenschäden. 82 Personen wurden leicht und 27 so schwer verletzt, dass sie sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Bernhard Weinberger, Dienststellenleiter der Buchloer Polizeiinspektion, berichtete über einen tragischen Fall, der sich am Muttertag 2015 ereignet hatte. Eine 19-Jährige aus Helmishofen fuhr mit einem nicht zugelassenen Motorrad ohne Helm und Schutzkleidung von zu Hause weg. Wegen überhöhter Geschwindigkeit kam sie kurz darauf von der Fahrbahn ab und prallte gegen den Betonpfosten eines Gartenzaunes (wir berichteten). „Jede Hilfe kam zu spät“, so Weinberger. 

Ursache für Verkehrsunfälle sei oft eine zu hohe Geschwindigkeit. Bei der Ursachenstatistik seien 35 Fälle gelistet, davon 19 mit Personenschäden, zwei davon tödlich. Die Buchloer Polizei setzt weiterhin auf Kontrollen. Unabhängig von den routinemäßigen Radarkontrollen werden im Schnitt zusätzlich jeden Tag 50 Minuten Kontrollen mit der Laserpistole gemacht. „Da gibt es keine Fotos. Die Geschwindigkeitssünder werden direkt herausgewunken und mit dem Vergehen konfrontiert“, so Weinberger. 

Nachdenklich macht auch die Zahl der Unfälle mit „alleiniger Beteiligung“. Darunter verstehen die Ordnungshüter Unfälle ohne Einfluss eines Dritten. Bernhard Löcherer und sein Chef Bernhard Weinberger vermuten, dass hier Ablenkung die Ursache war. Das können vor allem Handynutzung oder das „Arbeiten“ am Navigationssystem sein. Auf telefonierende Autofahrer will die Polizei in Zukunft vermehrt ein wachsames Auge richten, sagte der Buchloer Polizeichef. 

Mehr als die Hälfte der 500 Unfälle waren sogenannte Kleinunfälle. In dieser Kategorie werden statistisch auch die Wildunfälle gelistet. In diesem Segment gab es einen heftigen Zuwachs. 152 Fälle waren es 2015. Ein Jahr zuvor wurden „nur“ 129 Unfälle registriert. Spitzenreiter bei den „Unfallgegnern“ waren 108 mal Rehe, Rot- oder Damwild, gefolgt von Hasen, Wildschweinen, Füchsen, Dachsen oder Flugwild. Während in den meisten Fällen die Fahrer mit dem Schrecken davon kamen, ging es in zwei Fällen nicht so gut aus. Ein Autofahrer wurde leicht verletzt, als ihm ein Wildschwein ins Fahrzeug lief. Noch schlimmer erwischte es einen Motorradfahrer, der mit einem Reh zusammenstieß. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Besonders häufig passierten die Wildunfälle in den Dämmerungsstunden am Morgen und am Abend. Die Polizei rät zu besonderer Vorsicht, weiß aber auch, dass man als Autofahrer oft keine Chance hat, wenn Wild plötzlich am Straßenrad auftaucht. 

Leicht zugenommen gegenüber dem Vorjahr hat 2015 die Zahl der Unfallfluchten. Insgesamt waren es 74 Fälle gegenüber 63 im Vorjahr. Jeder zweite Fall konnte aber aufgeklärt werden. In den Zahlen sind auch viele Parkplatz­unfälle, in denen sich die Verursacher aus dem Staub gemacht hatten. „Leider gibt es auf Buchloer Supermarkt-Parkplätzen keine Videoüberwachung. Das könnte die Aufklärungsquote weiter verbessern“, so die Beamten. 

Neunmal erwischte Buchloes Polizei Autofahrer mit Alkohol am Steuer. Ein Jahr davor waren es vier betrunkene Fahrer. Viel mehr Sorgen macht den Ordnungshütern aber die steigende Zahl von Fällen, wo Drogen im Spiel sind. 2015 war es im ganzen Jahr nur ein einziger Fall. In den ersten drei Monaten des Jahres 2016 erwischte die Polizei aber schon zehn Autofahrer mit Drogenkonsum. Hier helfen wohl nur verstärkte Kontrollen, sagte die Polizeileitung. 

Zwei Schulwegunfälle vervollständigen die Statistik. „Nichts gravierendes“, sagte Polizeichef Bernhard Weinberger. Sicherlich trägt auch die Überwachung der Schulweg­streife dazu bei, dass nicht mehr passiert. Ein Dorn im Auge sind den Polizisten die Eltern, die ihre Kinder im Halteverbot absetzen. Pure Bequemlichkeit, der von den Polizisten mit wenig Toleranz begegnet wird. 

Mit der A96 haben Buchloes Polizisten wenig zu tun. Dafür ist die Autobahnpolizei Memmingen zuständig. Neunmal leistet die Buchloer jedoch Amtshilfe bei Autobahnunfällen.

von Siegfried Spörer

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