Bürgerversammlung Neugablonz: Sportvereine brauchen mehr Trainingsmöglichkeiten

"Kein passendes Grundstück in Sicht"

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OB Stefan Bosse stellte sich am vergangenen Donnerstag den Fragen und Anregungen der Menschen in Neugablonz.

Kaufbeuren – So manches Thema lag den Neugablonzern bei der jüngsten Bürgerversammlung im Gablonzer Haus auf der Zunge. Angesprochen wurden vielfältige Themen über Verkehr bis hin zur Gestaltung des Stadtteils. Im Fokus stand aber vor allem der Wunsch nach mehr Sportstätten.  

So dünn gesät die Besucher auf der Kaufbeurer Bürgerversammlung waren (wir berichteten), so großen Zuspruch fand dagegen die entsprechende Veranstaltung für den Stadtteil Neugablonz. Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte zahlreiche Anfragen von den rund 90 Bürgern zu beantworten. Im Fokus standen hierbei die bereits mehrfach diskutierte Frage nach einer möglichen Erweiterung des Angebots an Sportstätten sowie die Kritik, dass Fahrradfahrer sich im Straßenverkehr häufig nicht ordnungsgemäß verhalten. Be- sorgnis äußerte ein Bewohner der Hubertusstraße: Dort könnte zukünftig eine Tiefgarageneinfahrt für geplante Häuser in der Reichenbergerstraße entstehen. Auch das Thema zusätzliche Bustouren fand Platz in der Diskussion. 

In den gut besetzten Saal des Gablonzer Hauses hatten die Neugablonzer ihre Anliegen mitgebracht, um sie mit OB Stefan Bosse zu besprechen, der wiederum die Leiter der wichtigsten Referate mitgebracht hatte. Sabine Dittrich als Vorstandsmitglied des BSK Olympia nutzte gleich zu Beginn die Gelegenheit, die städtischen Vertreter erneut auf die ihrer Meinung nach nicht optimale Verteilung der Hallenzeiten in der Turnerstraße aufmerksam zu machen. Bosse äußerte sein Verständnis, erklärte aber auch das Grundproblem: „Wir haben einfach zu wenig Plätze und zu wenig Hallenkapazität, daran lässt sich kurzfristig aber ehrlich gesagt nichts ändern“. Man werde auf Seiten der Verwaltung aber ernsthaft an einer Lösung arbeiten. Wünschen würden sich die BSK-Mitglieder einen zusätzlichen Sportplatz sowie eine Flutlichtanlage für das Waldstadion. Auch hier habe man vollstes Verständnis, so der OB. Für einen weiteren Sportplatz habe man aber schlicht und einfach kein passendes Grundstück. Hinter dem Waldstadion und rund um den Reifträgerweg sei Bannwald-Gebiet, auch die geäußerte Hoffnung auf einen Grundstückskauf von Germaringer Flur musste der OB zerstreuen. Seit er OB sei, habe definitiv keine Möglichkeit bestanden, einen solchen Handel abzuschließen. 

Bessere Chancen gibt es auf die Lichtanlage: Hier wird eine Realisierung für den Naturrasenplatz aktuell geprüft. Gerade für die Jugendarbeit des BSK Olympia sei eine Flutlichtanlage wichtig, da dann gerade im Frühling und Herbst mehr Trainingszeiten zur Verfügung stehen, plädierte Sabine Dittrich. 

Sorge um Tiefgarage 

Echte Befürchtungen, dass es mit der Ruhe in der Hubertusstraße bald vorbei sein könnte, äußerte ein dortiger Anwohner. Denn in der Reichenbergerstraße sollen einige bestehende alte Wohnblöcke durch neue Wohnhäuser ersetzt werden – ein millionenschweres Projekt inklusive Tiefgarage. „Laut den Plänen, die mir bekannt sind, soll die Tiefgarageneinfahrt in die Hubertusstraße münden. Das geht meiner Meinung nach überhaupt nicht!“ so der Bürger. Er könne sich nicht vorstellen, dass dies jemals so genehmigt werden könne. Zu Wort meldete sich daraufhin Gerhard Stolzenberger vom Gablonzer Siedlungswerk, der als Mitglied der Preisrichter-Jury beim Architektenwettbewerb selbst in der Nähe der Hubertus- beziehungsweise Reichenbergerstraße wohnt. Er betonte, es handele sich um vorläufige Planungen, es sei also noch „gar nicht sicher“, wo die Einfahrt zur Tiefgarage schlussendlich münde. Man werde aber ganz klar darauf achten, dass die Grundstücke rund um das Bauprojekt nicht in ihrem Wert beeinträchtigt würden. 

Kritik an Radlern 

Die Kritik vor allem einiger älterer Anwesenden rief das Verhalten der Fahrradfahrer in Neugablonz und im gesamten Stadtgebiet hervor. Ein Bürger berichtete, auf dem Gehweg bereits „zweimal angefahren“ worden zu sein. Als er sich bei den – nach seiner Aussage jungen – Radlern beschwerte, sei er dazu noch beleidigt worden. Eine Seniorin fragte, ob es denn überhaupt noch Pflicht sei, eine Klingel am Fahrrad zu haben. Dies konnte der Oberbürgermeister bejahen. Nur durch reine Mehrkontrollen der Polizei sei das Grundproblem allerdings nicht zu lösen. Ein anwesender Polizist äußerte sich dazu wie folgt: „Wenn sich jeder Verkehrsteilnehmer an der eigenen Nase fasst, wäre viel gewonnen. Nur die Kontrollen verstärken, bringt nichts“, bestätigte der Beamte die Aussage von Bosse. 

Eine rege Diskussion entspann sich ganz zum Schluss über die Notwendigkeit einer Absicherung an einer Stufe am Südende des Neuen Marktes. Laut Baureferatsleiter Helge Carl sei dort rein rechtlich kein Geländer oder ähnliches nötig, einige Besucher sahen in der Stufe aber durchaus eine Gefahr zum Beispiel für Gehbehinderte mit Rollatoren. Man werde die Stelle noch einmal überprüfen, schloss Bosse dieses Thema und damit die gesamte Diskussion nach rund drei Stunden. von Michaela Frisch

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