Bei der Bürgerversammlung im Gablonzer Haus ist der Neue Markt großes Thema

Verständnis für Baustellen-Stress

+
Das leer stehende „IN-Haus“ an der Wiesenthaler Straße wird vorerst nicht als Unterbringungsmöglichkeit für Asylbewerber in Betracht gezogen.

Neugablonz – Der Termin zur jüngsten Bürgerversammlung in Neugablonz stellte sich als äußerst ungünstig heraus. Denn viele Neugablonzer zogen es wohl vor, mit dem FC Bayern um das Weiterkommen in der Champions League zu fiebern. Und so blieben viele Stuhlreihen im Gablonzer Haus unbesetzt.

Auch Stadtrat und Stadtverwaltung waren nicht in gewohnter „Mannschafts- stärke“ vertreten. Man werde sich beim nächsten Mal rechtzeitig mit der UEFA in Verbindung setzen, damit entsprechend Rücksicht auf künftige Bürgerversammlungen genommen werde, begrüßte OB Stefan Bosse mit einem Augenzwinkern die Anwesenden. 

Während die „Bayern“ in der Allianz-Arena zur Höchstform aufliefen, ging es im Saal des Gablonzer Hauses ebenfalls „zur Sache“. Die Neugablonzer konnten ihre Probleme und Anliegen offen zur Sprache bringen – wobei sich natürlich die augenblickliche Verkehrssituation durch die Baustelle am Neuen Markt als ein wichtiger Punkt herauskristallisierte. 

Und so ging Oberbürgermeister Stefan Bosse auch gleich zu Beginn seiner Ausführungen auf den Umleitungsverkehr ein. „Ich verstehe, dass dies für alle Betroffenen eine große Belastung bedeutet und mit Ärger verbunden ist“, so Bosse. Er zeigte auch Verständnis für die Anwohner in den sonst ruhigen Nebenstraßen, die über das verstärkte Verkehrsaufkommen und oftmals rücksichtslose und viel zu schnell fahrende Auto- und Motorradfahrer klagten. 

Erst vor kurzen habe eine Radarmessung im Fichtenweg stattgefunden, so die Antwort des Rathauschefs. Bei 153 gemessenen Fahrzeugen habe es nur fünf kleinere Beanstandungen gegeben. Trotzdem werde man das Thema weiter im Blick behalten. 

Beendet sein soll der vierte Bauabschnitt am Neuen Markt laut Bosse zum Ende des Jahres. Dann bleiben die Neugablonzer von größeren Baustellen im Zentrum erst einmal verschont – die Maßnahmen am Platz vor dem Gablonzer Haus und auch Umbauten am Haus selber sollen erst nach 2018 in Angriff genommen werden. 

Ein weiteres aktuelles Thema war die Aufnahme von Asylbewerbern in Kaufbeuren. Hier rechne er in etwa mit 500 weiteren Flüchtlingen bis zum Jahresende, so Bosse. Bis zu ein Viertel davon sollen in Neugablonz untergebracht werden. Genaue Prognosen seien hier aber nicht möglich, betonte der OB. Auf die Frage, ob Flüchtlinge im leer stehenden „IN-Haus“ an der Wiesenthaler Straße untergebracht werden sollen, erklärte Bosse, dass zur Zeit in dieser Richtung nichts geplant sei. 

Ulrich Beer erkundigte sich, bis wann den Radfahrern zwischen dem Kreisverkehr in der Sudetenstraße bis zur Gewerbestraße ein durchgehender Radweg zur Verfügung stehe. Baureferent Helge Carl erklärte dazu, dass zunächst einmal die Bauarbeiten im Neugablonzer Zentrum abgeschlossen sein müssten. Dann müssten für einen Radweg „mit Sicherheit dringend notwendige Parkplätze ,geopfert’ werden“. 

Kritik hinsichtlich Radwegen kam auch von Eugen Rebholz. Er bemängelte, dass der Radweg am Neuen Markt im Bereich der Sparkasse im Winter vom Räumdienst stets „zugeschoben“ werde. Hier konnte Stefan Bosse jedoch wenig Hoffnung auf eine Verbesserung machen. 

Nach einer Verlängerung des Reifträgerwegs in Richtung Kreisstraße zwischen Germaringen und Pforzen erkundigte sich Rainer Friedrich. Hier gebe es Gespräche und auch entspre- chende Planungen, so Stefan Bosse, allerdings sei wegen umfassender Grundstücksverhandlungen im Vorfeld keine zeitnahe Realisierung in Sicht. Zu Änderungen in den Grundstücksfragen sei es bei der geplanten „Osttangente“ gekommen. Für eine Verwirklichung sei es nötig, die Planungen erneut zu überarbeiten. 

Heftige Kritik wurde von den Bürgern an „unzumutbaren Zuständen rund um die Müllcontainerplätze“ geübt. So seien zum Beispiel die Grüngutcontainer im Frühjahr und Herbst übervoll. Dieses Thema sei äußerst kompliziert, so Thomas Zeh, Rechtsjustiziar der Stadt. Eine Videoüberwachung, wie schon des öfteren angeregt, sei rechtlich nicht machbar. Komme man einem „Schmutzfink“ auf die Spur, würden entsprechende Bußgelder verhängt. Gänzlich vermeiden ließen sich diese unschönen Randerscheinungen nicht. Selbst häufigere Leerungen könnten da nicht als „Allheilmittel“ dienen. 

Bürgermeister Gerhard Bucher berichtete zum Abschluss der Bürgerversammlung vom erfreulichen Zwischenstand aus München und die Fußballfans unter den Anwesenden kamen schlussendlich noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit nach Hause.

von Klaus-Dieter Körber

Meistgelesene Artikel

Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Buchloe – Die Stadt lässt sich ihre Kindergärten etwas kosten. Das bedeutet aber auch, dass Gebührenerhöhungen unumgänglich sind. Der Hauptausschuss …
Höhere Elternbeiträge für die Kitas

Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Kaufbeuren – Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler und Kaufbeurer Stadtrat Bernhard Pohl hat sich für 2017 viel vorgenommen. Diesen Eindruck …
Pohl setzt auf Zusammenarbeit

Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Mauerstetten – Es war ein denkbar knappes Ergebnis bei der ersten Sitzung des neuen Jahres im Mauerstettener Gemeinderat. Mit sieben zu sechs Stimmen …
Rauchzeichen bei der Feuerwehr

Kommentare