Spannendes Jahr für Hirschzell

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Stand Rede und Antwort: OB Stefan Bosse bei der Bürgerversammlung in Hirschzell.

Kaufbeuren – „Das Jahr 2017 wird für Hirschzell ein spannendes Jahr!“ So lautete das Fazit von Oberbürgermeister Stefan Bosse am Ende der Bürgerversammlung im Kaufbeurer Stadtteil Hirschzell.

Dabei bezog er sich auf die im nächsten Jahr anstehenden Sanierungsmaßnahmen für die Bärenseestraße und den Heriloring. Insbesondere die Bärenseestraße als Hauptachse durch den Ort zum Bärensee steht aufgrund des desolaten Zustands seit Jahren im Brennpunkt. Auch die Besucher warteten mit einer Reihe Fragen auf und erreichten in einem Fall die sofort zugesagte Änderung nach einer vom OB durchgeführten Abstimmung in Sachen Verkehrssicherheit.

Zur letzten Bürgerversammlung des Jahres hatten sich gut 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger neben den Verwaltungsspitzen und Stadträten im Schneiderstadl des Ortsteils eingefunden. Zunächst streifte die Stadtspitze große Themen aus dem Stadtleben und gab aktuelle Informationen zum jeweiligen Sachstand, beispielsweise Sanierung der Fußgängerzone, Rathaus-Parkhaus und die Spittelmühlkreuzung.

Fachmarktzentren und Bundeswehr

„Beim Bauvorhaben Fachmarktzentrum (FMZ) Forettle gibt es nach wie vor große Missverständnisse“, stellte Bosse fest. Es handle sich um ein „komplett privates Bauvorhaben ohne Kosten für die Stadt“, das viel Potenzial biete. Eine „Horrorvision“ bezüglich der Abwanderung aller kleinen Geschäfte aus der Innenstadt brauche man nicht zu haben. „Wir hätten uns gerne eine Wohnbebauung gewünscht, aber es hat sich niemand gefunden“, so der OB. Das FMZ an der Mindelheimer Straße sei zwar mit 340 Metern Entfernung näher an der Altstadt, wurde nach seinen Worten jedoch positiver gesehen und vom Handel weniger kritisch begleitet. Insgesamt bewerte er dieses Vorhaben gut, zumal neben anderen Anbietern auch die Drogeriekette „dm“ hier Einzug halte.

In Sachen Bundeswehr gebe es „nichts Neues“. Der Bestand sei bis 2023 festgeschrieben und auch das Thema „Drohnen“ sei gesetzt. Aktuell schreibe die Bundeswehr über ein Interessenbekundungsverfahren (IBV) die noch verbliebenen Lehrgänge aus und suche hierfür einen Partner aus der Industrie. Da die nationale und internationale Rüstungsindustrie sich dafür interessieren könnte, könne so etwas Jahre dauern.

Fragen der Bürger

Hans Titze hatte seine Fragen im Vorfeld eingereicht und mit Bildern untermauert. Besonders die Situation am Übergang vom Burgfrieden zur Schillerstraße führe durch parkende Fahrzeuge im zudem unübersichtlichen Kurvenbereich immer wieder zu gefährlichen Situationen. Nicht nur Willi Gellings, Ernst Abröll, Herbert Lachenmayer und Michael Schneider sahen hier ebenfalls „tagtäglich Beinaheunfälle“, auch die Versammlung unterstützte den Wunsch nach einem Parkverbot in diesem Bereich deutlich. Kurzerhand ließ der OB abstimmen – bereits einen Tag später, wurde das Parkverbot umgesetzt. Titze bemängelte auch die unterschiedlichen Markierungen bei Straßenquerungen für Geh- und Radwege, doch laut Rechtsreferendar Thomas Zeh gebe es hier Richtlinien. Baureferent Helge Carl sah derzeit ebenfalls keine Möglichkeit, die Situation für Fußgänger und Radfahrer bezüglich ausparkender Fahrzeuge vor der VR-Bank zu entschärfen, da es sich um private Stellflächen handele. 

Den desolaten Zustand der Straße am Grafensteigle bemängelte Michael Schneider und Ernst Abröll sah Handlungsbedarf an den Wertstoffhöfen bezüglich Bodenbelag und Zufahrt. „Die Osttangente fehlt“, sagte der OB, „aber wir sind dran.“ Mit Kaufland und Mercedes sei man sich einig und bei 90-prozentiger Förderung „sieht die Welt anders aus“ auch bei geschätzten 50 Millionen Euro für den Tunnel. Allerdings wären die Eigentumsverhältnisse bezüglich der „Moser-Wiese“ noch nicht geklärt. Zur Deponie an der Mindelheimer Straße sagte Carl, dass ein neues Konzept vorgesehen sei, welches 2019/20 umgesetzt werde.

Abschließend warb die Stadtspitze im Namen von Schwester Martha aus dem Crescentiakloster um ehrenamtliche Unterstützung bei der Pflege des Klostergartens für alle anfallenden Arbeiten.

Ein Bericht über die Planung für die Sanierung des Herilorings, der in der Bürgerversammlung vorgestellt wurde, und ein weiterer zum Gasthof Sonne folgen.

von Wolfgang Becker

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