Ein Grüner der ersten Stunde

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Dr. Günter Räder, Diplom-Agrar-Ingenieur aus Ebersbach, ist im Wahlkreis 257 Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die nächste Bundestagswahl 2017.

Allgäu/Kaufbeuren – Für die bevorstehende Bundestagswahl 2017 haben Bündnis 90/Die Grünen ihren Wahlkreiskandidaten gewählt. Dr. Günter Räder(57) aus Ebersbach will in Berlin den ländlichen Raum vertreten.

Gerti Kustermann, Kreissprecherin der Grünen im Kreisverband Ostallgäu-Kaufbeuren, führte durch die Veranstaltung im Gasthof Hasen in Kaufbeuren. Der Bundestagswahlkreis 257 ist etwas größer als der Landkreis Ostallgäu. Deshalb waren auch Vertreter der Grünen aus Memmingen, Bad Wörishofen, Türkheim und dem Unterallgäu, sowie verschiedene Mandatsträger aus den Stadtparlamenten anwesend.

Räder stellte sich als Mann der ersten Stunde vor und war bereits seit den 1980er Jahren bei den Grünen politisch aktiv. Ob aktuell als Marktrat in Obergünzburg oder als Vorsitzender im örtlichen Bund Naturschutz setze er sich für die grünen Ziele zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit ein. Seine christliche Prägung unterstreiche auch seine Arbeit als Vertrauensmann des Kirchenvorstandes der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Obergünzburg.

„Die Verteilung von Wasser ist für mich Konfliktpunkt Nummer eins für Flüchtlingsbewegungen auf der Welt“, stellte Räder heraus. Er forderte freien Zugang zu sauberem Wasser und ist deshalb gegen CETA und TTIP und deren Tendenzen zur Privatisierung von Wasser. Räder ist Diplom-Agrar-Ingenieur und forderte eine giftfreie Landwirtschaft mit Rücksicht auf unsere Lebensumstände. „Wir brauchen die Agrarwende, die die Geräte an die Landwirtschaft anpasst und nicht umgekehrt“, meinte Räder besorgt. „Ich bin einer, der viel Zeit im Stall verbringt und bin deshalb auch gegen Massentierhaltung.“

Räder wolle sich dafür einsetzen, dass die Grünen auch 2017 wieder in der Bundesregierung sind. „Damit es in Zukunft besser geht, die Ressourcen geschont werden und sich die Gesellschaft positiv entwickeln kann“, konstatierte Räder. Auf mögliche Koalitionen angesprochen meint er: „Rot-Rot-Grün ist mir sympathischer.“ Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Ich habe zwar den Fischereischein, bin aber auch bereit, Schwarz zu fischen“.

Zum Thema Frieden meinte Räder, dass die Auslandseinsätze der Bundeswehr ohne Perspektiven was danach komme, geführt worden wären. Er würde bestehende Einsätze fortführen, aber neue nicht mehr beginnen. Auch im Rüstungsbereich sei er für massive Einschränkungen und würde Lieferungen nur noch an die Bündnispartner erlauben.

Angesprochen auf die vielen Lobbyisten bei der EU meinte Räder, diese seien manchmal notwendig: „Wenn wir im Öko-Bereich etwas erreichen wollen, müssen Leute zu den Regierungen und Parlamenten gehen und mit ihnen reden.“ Aus Transparenzgründen sehe er es aber auch als wichtig an, dass Nebeneinkünfte von Parlamentariern offengelegt werden sollten.

In der Frauen- und Familienpolitik sehe er gleichberechtigte Anliegen der Frauen, kenne aber nichts anderes als das erfolgreiche, traditionelle Familienbild. Offen meinte er: „Ich bin nicht der Mann, um für Frauenthemen zu kämpfen. Ich bin eher geeignet für Armutsthemen, denn Armut ist in Deutschland weiblich“.

Räder wolle sich in Berlin für den ländlichen Raum einsetzen, die Mobilität von sechs bis 22 Uhr verbessern, Gesundheits- und Lebensmittelversorgung auf dem Land sicherstellen und Leerstand in den Dörfern wieder mit Leben füllen.

von Wolfgang Krusche

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