Bundeswehr ist Teil von Kaufbeuren

Laut OB Bosse der „sechste Stadtteil“: der Fliegerhorst Kaufbeuren nahe der Stadt. In Windungen ist die Wertach als heimischer Fluss zu erkennen. Bild/Grafik: TSLw 1

Nicht im Rathaus, sondern im Offiziersheim des Fliegerhorstes hat die jüngste Sitzung des Stadtrates Kaufbeuren stattgefunden. Der Ort war aus besonderem Anlass gewählt worden. Der Stadtrat drückte damit seine besondere Verbundenheit zur Bundeswehr aus und verabschiedete einstimmig eine Resolution zum Erhalt des Bundeswehrstandortes Kaufbeuren. Alle Fraktionen unterstrichen in ihren Stellungnahmen die Bedeutung der Bundeseinrichtung für die Stadt in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht.

Wie OB Stefan Bosse betonte, sei die Bundeswehr am Standort ein ganz besonderer Faktor. Sie sei nicht nur ein Wirtschaftsfaktor für Kaufbeuren, sondern über viele Jahre sei zwischen Standort und der Stadt eine Partnerschaft gewachsen. Dabei sei ein enges und vertrauensvolles Miteinander entstanden, dass auch in schwierigen Zeiten, wie beim NATO- Doppelbeschluss, zwischen Stadtpolitik, Bürgerinnen und Bürgern sowie Soldaten immer Bestand gehabt habe. Bosse erinnerte an eine lange Tradition in Anlehnung an den Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Technischen Schule der Luftwaffe 1. Das damalige Geschenk der Stadt, ein der Luftwaffe gewidmeter Brunnen im Herzen der Stadt, sei ein äußeres Zeichen und sehe nun seiner Fertigstellung und Einweihung entgegen. Mit der Resolution verpflichte sich die Stadt, zur Zukunftsfähigkeit des Bundeswehrstandortes beizutragen. Der Standort sei attraktiv und biete gute Rahmenbedingungen auch unter dem Aspekt möglicher Nachwuchsgewinnung. Man sei derzeit in einem intensiven Dialog mit Wirtschaft und IHK über mögliche Modelle unter Beteiligung der Bundeswehr, erklärte Bosse. Einigkeit gezeigt Bürgermeister Ernst Holy (KI) sprach von einem guten Zeichen für die Bevölkerung. Er drückte die große Verbundenheit durch Verknüpfungen in Sport, Kunst und Wirtschaft aus und sprach von einer hohen Akzeptanz. Im Partnerschaftsverein sei darüber hinaus die alljährlich große Unterstützung beim Tänzelfest mit seiner internationalen Beteiligung zu spüren. „Die Bundeswehr ist ein Teil von Kaufbeuren und durch nichts zu ersetzen“, so Holy. Für die FWG stellte Bernhard Pohl fest, die Resolution sei eine Demonstration über alle Parteigrenzen hinweg. Er erinnerte an die starken Bindungen auch durch den ehemaligen Bundeswehrarzt und Oberbürgermeister Dr. Andreas Knie sowie ehemalige Soldaten als Mitglieder des Stadtrates. Lücken innerhalb der Bundeswehreinrichtungen müsse man durch zivile Anteile schließen. Stephan Stracke (CSU) sah in der Neuausrichtung der Bundeswehr eine Herausforderung, betonte jedoch, dass noch keine politische Entscheidung gefallen sei und diese sich aufgrund des Führungswechsels an der Spitze wohl auch bis zur Sommerpause hinziehen würde. Man müsse die positiven Aspekte des Standortes herausstellen. Er sprach sich zudem für das Ausloten einer Partnerschaft mit der Wirtschaft aus. Als Vertreter der Grünen fände es Wolfgang Hawel schön, wenn man ganz ohne Waffen auskäme. Doch die Realität zeige leider ein anderes Bild. So kam er zur Feststellung: „Die Bundeswehr gehört zu Kaufbeuren wie die Wertach und der Fünfknopfturm.“ Georg Kollmeder (WIN), Ralf Nahm (SPD) und Angelika Zajicek (FDP) bezeugten ebenfalls durch Stellungnahmen eindeutig die Unterstützung der Resolution.

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