Heute: Ronsberg

Serie: Burgen im Ostallgäu

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Ein Rekonstruktionsversuch der Burg Ronsberg von A. Lacher.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote in den nächsten Wochen historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor.

Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis. 

Eine der größten Burgen des hohen Mittelalters war die Burg Ronsberg. Diese mächtige Anlage, von der heute nur noch einige wenige Reste erhalten sind, überragt in Nord-Süd-Richtung als Burghügel den Markt Ronsberg auf einer Gesamtlänge von 290 Metern. Im Herbst, Winter und Frühjahr sind von der Straße aus die zwei großen Halsgräben sehr gut zu erkennen. 

Insgesamt umfasst die Burg eine Fläche von 1,2 Hektar und wird außergewöhnlich stark gegliedert. So liegt im Norden der Hügel einer gewaltigen Turmburg, der sich, getrennt durch einen Halsgraben, die Hauptburg anschließt. Im Süden der Anlage ist die Vorburg zu erkennen, die im Norden durch einen gewaltigen Halsgraben gegenüber getrennt wurde. Im Süden der Vorburg sind Überreste einer gewaltigen Schildmauer zu erkennen, der auch wiederum ein Graben und zudem noch ein Wall vorgelagert ist. 

Auf der Hauptburg, auf der heute der ältere Teil des Friedhofes von Ronsberg liegt, sind noch in der Kapelle und in der Friedhofsmauer einige Reste der Burg zu erkennen. So stammen die kissenförmigen Buckelquader des Kriegerdenkmals eindeutig aus der Zeit des 12. Jahrhunderts, nur dass diese nicht mehr an dem originalen Platz sind, weiß Finger. 

Die Geschichte der Markgrafen von Ronsberg und der Burg Ronsberg beginnt im 10. Jahrhundert in Irsee. Um 980 wird in Ottobeuren ein Reginhart I. als Vogt des Klosters Ottobeuren erwähnt. Ein Amt, das die Markgrafen bis zu ihrem Aussterben innehatten. Die Burg Ursin (Irsee) ist in den Grundmauern der Stephanskirche in Irsee noch erhalten, erklärt der Burgenführer. 

• Um 1150 werden die Herren von Ursin durch die Welfischen Herzöge in Ravensburg in den Grafenstand erhoben. Im gleichen Zeitraum verlegen sie ihren Sitz von Ursin nach Ronsberg und nennen sich fortan v. Ronsberg. 

• 1182 wird Heinrich von Ronsberg in den Stand eines Markgrafen von Kaiser Friedrich II. erhoben. Damit gehören die Ronsberger von nun an in den Kreis der Reichsfürsten. 

• 1192 folgt Gottfried von Ronsberg dem Vater als Markgraf nach. Dieser ist ein treuer und zuverlässiger Gefolgsmann des Königs Philipp von Schwaben. 

• 1208 folgt Gottfried von Ronsberg sein Bruder Berthold von Ronsberg nach, der 1212 ohne männlichen Erben stirbt. „Interessant ist, dass Markgraf Gottfried von Ronsberg im gleichen Jahr das letzte mal erwähnt wird, in dem auch König Philipp von Schwaben von einem Wittelsbacher ermordet wird, nämlich 1208”, so Götz Finger. 

• Nach dem Tod von Berthold von Ronsberg wurde das Gebiet der Markgrafschaft aufgeteilt zwischen den Grafen von Burgau und der Grafen von Ulten Eppan. Letzterer residierte auf der Burg Ronsberg bis circa 1250. Seit 1317 setzt ein stetiger Besitzerwechsel ein und 1325 wird noch einmal auf die Größe der Burg hingewiesen, in dem von einer oberen und unteren Burg gesprochen wird. 

• „1425 wird die Burg Ronsberg als baufällig bezeichnet und in den Städtekriegen 1453/85 in Mitleidenschaft gezogen”, erzählt der Burgenführer. 

• 1585 wird die Burg als stark zergangen bezeichnet und 1612 stürzten große Teile der Gebäude ein. Schon für die Zeit um 1619 wird außer der Kapelle kein weiteres Gebäude mehr auf einer Karte von Christoph Hurter gezeigt.

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