Serie: Burgen im Ostallgäu

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Von der Burg Leinau ist nur noch ein Mauerquadrat zu besichtigen.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Wenn man der Bundesstraße 16 von Kaufbeuren nach Bad Wörishofen folgt, trifft man kurz nach dem Ortsende von Kaufbeuren auf einen Kreisverkehr, dessen erste Ausfahrt nach Leinau weist. Biegt man kurz hinter dem Ortsschild auf die Römerwallstraße ab, findet man nördlich eines großen Landwirtschaftlichen Anwesens die Überreste der Burg Leinau gelegen. Heute erkennt man ein kleines Mauerquadrat mit der Größe von 6,30 auf 7,60 Meter. 

„Unter der neuzeitlichen Ziegelvermauerung kann man schön das mittelalterliche Mauerwerk aus Bachkatzen und an einem Eck sogar mit Tuffsteinquadern erkennen”, erklärt Finger. Ursprünglich steckte dieses Mauerviereck in einem Hügel, einem sogenannten Mottenhügel. „Bei der Burg Leinau spricht man auch von einem eingemotteten Turm oder turmähnlichen Gebäude”, informiert der Burgenführer. Das bedeutet laut Finger, dass man einen Turm gebaut hat und das untere Stockwerk mit einem Hügel versehen hat. 

Zur Geschichte der Herren von Leinau gibt es folgende Daten: 

• Allgäuer Uradel mit Stammsitz bei Kaufbeuren. 

• Um 1110/1140: Fridericus de Linowe 

• 1170: Heinrich von Leinau, Gefolgsmann von Ottobeuren 

• 1222: Ulrich Leinauer 

• 1242: W(alko) de Linowe 

• 1264: H(einrich) und Ulrich de Linawe 

• 1302/13: Heinz von Leinau 

• 1311/29: Berthold von Leinau, „Der Schnitzer von Leinau“ 

• 1339 Bürger von Buron 

Die Herren von Leinau gehörten auch zu den Gefolgsleuten der Markgrafen von Ronsberg, die mit den Burgen Leinau und Pforzen den Übergang über die Wertach kontrollierten, so Finger. 

„Auf dem Bild ist gut zu erkennen, welchen Gefahren die Burgen im Ostallgäu ausgesetzt sind“, mahnt Finger. Leider habe man noch keinen Weg gefunden, die Überreste, die sich auf Privatgelände befänden, denkmalgerecht aufzubereiten. Eine solche Aufbereitung sei auch im Sinne der Bürger, die stets „Eigentümer“ eines Denkmals seien, so Finger abschließend.

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