Serie: Burgen im Ostallgäu

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Ein Schnitt durch einen Wohnturm.

Ostallgäu – Oftmals sind von ihnen nur noch sogenannte „Burgställe“ in Form von Erhebungen vorhanden, einst wurde von hier jedoch über die Menschen im Ostallgäu geherrscht: Unter dem Titel „Burgen im Ostallgäu“ stellt der Kreisbote historische Orte und Ziele für geschichtlich Interessierte im gesamten Ostallgäu vor. Götz Finger als offizieller und zertifizierter Führer der Burgenregion Allgäu und sonst auch unter anderem unterwegs als „Gottfried von Ronsberg“ nimmt Sie dabei an die Hand und zeigt Ihnen Ruinen und Burgställe im Landkreis.

Kommt man über die Ausfahrt Geisenried nach Marktoberdorf, sieht man gegenüber der Ampel im Ortsteil Thalhofen die Kirche Thalhofen. An der Friedhofsmauer befindet sich die Gedenktafel der Burg Thalhofen. „Wie die Burg ausgesehen hat oder wo genau sie gestanden ist, ist jedoch unklar”, so Götz Finger. Hier könnte auch der Kirchturm der Überrest der Burg sein, ähnlich wie in Kaufbeuren an der Martinskirche. 

Dort ist der untere Turmteil, bis zu den angedeuteten Zinnen, der Überrest des Wohnturmes. „Leider ist es nicht nachvollziehbar wie genau die Burg in Thalhofen ausgesehen hat. Von den geschichtlichen Daten aus wird es sich in aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Wohnturm gehandelt haben”, vermutet der Burgenführer. Dies sei die typische Bauform von Adeligen in dem Zeitraum des späten 12. und 13. Jahrhunderts gewesen. 

„Wie ein solcher Wohnturm aufgebaut war, kann man sehr schön sehen an dem Schnitt durch einen solchen, den ich im Burgenmuseum des ,Allgäuer Burgenvereines’ in Kempten auf der Burghalde abgelichtet habe”, erzählt Finger. Das Burgenmuseum in Kempten befindet sich auf der Burghalde in Kempten und wird vom Allgäuer Burgenverein betrieben. Im Buch „Burgen, Schanzen, Letzen und Galgen im Allgäu“ von Dr. Otto Merkt erschienen im Verlag für Heimatpflege im Heimatbund Allgäu e.V. sind sehr viele Burgen des Allgäus erwähnt und aufgezählt. 

Der Eingang eines Wohnturms war häufig im ersten Stockwerk des Gebäudes. Dies hatte zum einen Sicherheitsgründe und zum anderen Statusgründe. Denn der Adel, der sich in diesem Zeitraum aus Ministerialen oder Dienstmannen rekrutierte, wollte dadurch seine Stellung demonstrieren. „Denn viele dieser Adelskaste wurden aus verdienten Bauern rekrutiert”, erklärt Finger. 

In den Geschossen unterhalb des Zugangs befanden sich meist Vorratsspeicher für Nahrungsmittel. Im Erdgeschoss war die Küche untergebracht und im Stockwerk darüber der Saal der Adelsfamilie. „Das wird auch häufig als Kemenate bezeichnet.” Dieser Raum wurde entweder durch einen Kamin, daher Kemenate, oder einen Kachelofen beheizt. 

Darüber befanden sich die Schlafräume. Es kam jedoch auch vor, dass Saal und Küche sich in einem Stockwerk befanden. So ist es bei dem Nachbau einer hölzernen Turmburg in Kanzach bei Bad Buchau. 

Die Geschichte der Herren von Thalhofen liest sich wie folgt: 

• 1180 wird erstmals ein Alberich v. Thalhofen erwähnt 

• 1182 erscheint zudem ein Wernher von Talehouin 

• 1208 ist Heinrich von Thalhofen Zeuge bei Gottfried von Marstetten 

• 1225 siegelt Heinrich von Thalhofen eine Urkunde im Kloster Steingarden 

• 1227 wird Rudolf von Thalhofen als Abt von Füssen erstmals genannt • 1230 war ein Volkmar von Thalhofen Dompropst und zugleich Probst zu St. Gertrud in Augsburg 

• 1251 wird derselbe als Abt letztmals genannt.

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