Kosten für die Stadt Marktoberdorf bleiben weit unter zwei Millionen Euro

Busbahnhof auf den Weg gebracht

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Der geplante Busbahnhof im Entwurf der Münchner Architekten PschererPoolBoczek. Er geht jetzt in leicht abgespeckter Form in die Genehmigungsplanung. Die lang gezogene Überdachung bedeutet Komfort für viele Reisende vor Ort.

Marktoberdorf – Rund 4,75 Millionen Euro wird das städtische Großprojekt Busbahnhof nach aktuellem Stand wohl insgesamt kosten. Dies erklärte Bauamtsleiter Peter Münsch in der jüngsten Stadtratsitzung den Räten. Enthalten sind in der Summe schon einige Einsparungen im Vergleich zum vorigen Entwurf.

Nachdem die Stadtverwaltung im Februar vom Stadtentwicklungsausschuss den Auftrag erhalten hatte, in Sachen Busbahnhof kostengünstigere Alternativen abzuklären, brachte der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag das Projekt nun in die nächste Runde. Die Stadtverwaltung präsentierte nicht nur Zahlen zu Einsparmöglichkeiten, sondern benannte auch die Höhe der erwarteten Zuschüsse: für das geplante ÖNPV-Zentrum am Bahnhof seien Fördermittel in Höhe von 55 Prozent der Gesamtsumme zu erwarten, so Bauamtsleiter Peter Münsch. Man gehe derzeit von rund 4,75 Millionen Euro Gesamtkosten für das Projekt aus. Darin seien auch die Rückbaukosten der Bahnhofstraße, die bereits angefallenen Planungskosten sowie Kosten für Altlasten und Baufreimachung enthalten. 

Im Laufe der Stadtratssitzung beschlossen die Stadträte dann Einsparungen am Projekt in Höhe von insgesamt rund 710000 Euro und gaben grünes Licht für die weitere Planung des städtischen Großprojekts. Unter die Einsparungen fielen unter anderem Kostenreduzierungen beim Pflastermaterial (170000 Euro) und bei den Abstellplätzen für die Fahrräder (rund 50.000 Euro). Die Stadträte sprachen sich außerdem dafür aus, die Begrenzung zwischen Park & Ride Plätzen, Busbahnhof und Bahngleisen in einfacher Form als zwei Meter hohen Zaun auszuführen (Einsparung rund 207000 Euro) und das Dach künftig nicht wie geplant in Messing, sondern mit günstigerem eloxierten Aluminium zu verkleiden (Einsparung rund 140000 Euro). Ebenso soll statt einer Glasüberdachung ein günstigerer Werkstoff zum Zuge kommen, was die Kosten um rund 60000 Euro reduziert. Auf eine Überdachung der Wartezonen oder Fahrradstellplätze sollte jedoch ebenso wenig verzichtet werden wie auf eine beheizte Wartehalle. Auch die Vorbereitung für den zweiten Bauabschnitt, die Unterführung zu Gleisen und in die Weststadt, solle planmäßig verlaufen. 

Laut Auskunft von Stadtbaumeister Peter Münsch verringern sich die Gesamtkosten demnach um insgesamt 710000 Euro auf rund vier Millionen Euro Baukosten. Das Stadtbauamt rechnet außerdem mit Fördermitteln von rund 2,4 Millionen Euro, so dass auf die Stadt Netto-Baukosten von rund 1,6 Millionen Euro zukämen. 

Busbahnhof geht in die Genehmigung 

Für viele Stadträte lagen nun keine Gründe mehr vor, die anstehende Genehmigungsplanung zu stoppen. Mit einer Mehrheit von 17 gegenüber vier Stimmen sprach sich der Stadtrat für eine weiterführende Planung auf Grundlage der kostenreduzierten Maßnahmen aus – nicht ohne lange über Versäumnisse, Luxus-Bauprojekte und Schuldzuweisungen diskutiert zu haben. Von einem „Rolls Royce unter den Bushaltestellen“ sprach Peter Fendt (Bayernpartei), der mahnte „wir hätten g’scheiter einen Golf gekauft“. Woraufhin Bauamtsleiter Münsch erwiderte: „Sie stellen sich ein Projekt wie den Busbahnhof zu einfach vor. Wir bauen viel mehr als ein paar Bushaltehäuschen, für die es im Übrigen auch keine Fördermittel gäbe.“ Es handele sich um ein großzügiges ÖNPV-Projekt, das dem Nutzer erlaube, trockenen Fußes von der Bahn zum Bus, Fahrrad oder zum wartenden PKW zu kommen. 

Unterstützung fand Münsch hier unter anderem bei Clara Knestel (Grüne), die sich für einen qualitätsvollen Busbahnhof als Anlaufstelle vieler Reisender aussprach. von Angelika Hirschberg

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