Wenn Blasmusik und Erotik aufeinandertreffen

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Die Jury im Gespräch mit den potentiellen Kalendermodels.

Marktoberdorf/Blöcktach – Einmal im Jahr geht es im sonst so beschaulichen Örtchen Blöcktach bei Friesenried „heiß“ her. Dann wird im Probenlokal der örtlichen Musikkapelle nämlich nicht geprobt, sondern gecastet, denn derzeit sucht Thomas Greisel wieder Fotomodelle für den neuen Blasmusikkalender. Diesen bringt der Dirigent der Musikkapelle Blöcktach unter dem Motto „So sexy ist Blasmusik“ bereits im vierten Jahr heraus. Der Kreisbote begleitet dieses Projekt als Medien-Partner und berichtet über die einzelnen Stationen auf dem Weg zum fertigen Kalender. Nach der Ausschreibung erfolgte nun das Casting für den Kalender. 

Knackige Lederhosen, offenherzige Dirndlblusen und fesche Jungs und Mädels – passionierte Musiker und Musikerinnen wissen es längst: Blasmusik hat eigentlich nicht sehr viel mit ihrem leicht verstaubten Image gemein, sondern kann jung, frech, keck – und manchmal eben auch ziemlich sexy sein. Das will der Herausgeber des Blasmusikkalenders mit seinem ehrgeizigen Projekt in die Öffentlichkeit transportieren und die Blasmusik von ihrer „schönsten Seite zeigen: Mit hübschen Musikerinnen und Musikern mit speziell auf die Blasmusik ausgerichteten Motiven.“ 

Thomas Greisel ist leidenschaftlicher Musiker, Dirigent und seit 2013 auch Herausgeber des Blasmusikkalenders. Aus einer buchstäblichen Schnapsidee – der Einfall zum Blasmusikkalender kam damals tatsächlich in einer Schnapsbar – wurde inzwischen eine regelrechte Erfolgsgeschichte. 

Eine Erfolgsgeschichte 

In diesem Jahr haben sich 96 junge Männer und Frauen beworben, um einen Platz auf einem der begehrten Kalenderblätter der vierten Auflage zu ergattern. Aufgrund der großen Resonanz werden diese mittlerweile an drei verschiedenen Orten, neben Blöcktach auch in Burghaslach in Mittelfranken sowie in der Steiermark in Österreich, gecastet. Dass der Kalender inzwischen nicht nur im Allgäu, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus bekannt ist, zeigen die Bewerbungen potentieller Kalendermodelle aus Frankfurt, Graz und sogar aus Berlin. Der ambitionierte Hobbyfotograf Tobias Epp sorgt dabei dafür, dass die Models ins perfekte Licht gerückt werden. Er ist bereits beim Casting neben Thomas Greisel und dessen Schwester Katharina Greisel als Jurymitglied dabei und schießt erste Probefotos von den Bewerbern und Bewerberinnen, die es dann vielleicht in den Kalender 2017 schaffen. 

Sexy und nicht selten auch in aufreizenden Posen zeigen sich die Musiker und Musikerinnen mit ihren Instrumenten auf den Fotos der vergangenen Jahre. Dabei posieren zwei junge Frauen neckisch im Heu. Eine andere Musikerin räkelt sich, nur von Notenblättern bedeckt, in einer Wiese. Und doch ist der Blasmusikkalender nichts Anstößiges. Denn auf den ästhetischen Fotos zeigen die männlichen und weiblichen Modelle nur einen Hauch von Erotik. „Die Bilder sollen lediglich die Fantasie anregen“, verrät Greisel mit einem Augenzwinkern. 

Models mit Charakter und Ausstrahlung 

Sie haben Kurven, Sommersprossen oder tragen Brille – bei der Modelauswahl für den Blasmusikkalender hat der Mager-Wahn der Modeindustrie noch keinen Einzug gehalten – „und er wird es auch nicht“, bekräftigt Greisel. Denn die Models werden nicht nach ihren Maßen ausgewählt, sondern nach ihrem Charakter, ihrer Ausstrahlung und natürlich ihrer Liebe zur Blasmusik – und das kommt an. Nachdem die Erstauflage 2014 – zunächst gab es lediglich einen Frauen-Kalender – mit einer bescheidenen Stückzahl von 700 Stück ins Rennen ging, wurden im vergangenen Jahr bereits 1500 Damen-Kalender verkauft. 

Auch der Männer-Kalender kommt an 

Die Herren der Schöpfung waren als Kalendermodelle zunächst noch zurückhaltender. Bereits 2015 war ein Männer-Kalender in Planung – der aufgrund mangelnder Bewerberzahl jedoch nicht verwirklicht werden konnte. „Wir haben kurz überlegt, einen Quartalskalender herauszubringen – haben die Idee dann aber doch wieder verworfen“, scherzt Herausgeber Thomas Geisel. Mittlerweile hat sich das aber geändert – woran die Frauenwelt natürlich nicht ganz unbeteiligt ist. „Oft stiften die Damen die Herren dazu an, sich zu bewerben“, lacht Greisel. Die Jungs zogen also nach und fanden Gefallen an der Kamera: In diesem Jahr stellen sie bereits rund ein Drittel der Bewerber, womit die Damen – so viel sei bereits verraten – auch 2017 wieder etwas fürs Auge bekommen werden. 

Nun sitzen die Kandidatinnen und Kandidaten im Proberaum der Musikkapelle Blöcktach und warten darauf, die dreiköpfige Jury von sich überzeugen zu können. Die Gespräche dauern länger als geplant, aber Thomas Greisel ist es wichtig, seine Models persönlich kennenzulernen, denn bei Fotoshootings im Erotikbereich müsse nicht nur die Chemie stimmen, sondern auch das nötige Vertrauen vorhanden sein. Und dass die Chemie stimmt, zeigen bereits die ersten Probefotos, die Tobias Epp mit seiner Kamera einfängt. Sie machen Lust auf mehr. Doch bis die Fans des Blasmusikkalenders erfahren, wer der zahlreichen Bewerberinnen und Bewerber es auf die Kalenderseiten geschafft hat, müssen diese sich ein wenig gedulden. 

Einen weiteren Vorgeschmack erhalten Sie zudem vorab im Kreisboten, der die Fotoshootings begleiten wird.

von Sabrina Hartmann

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