"Kaufbeuren als Marke etablieren"

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Chancen für Kaufbeuren sahen MdB Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD, links) und MdL Bernhard Pohl (FW) in einem gemeinsamen Pressegespräch.

Kaufbeuren – Am 24. Oktober 2011 hat der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière die Schließung der Luftwaffenschule in Kaufbeuren verfügt. Fünf Jahre nach diesem Beschluss zur Standortschließung trafen sich MdB Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) und MdL Bernhard Pohl (FW) zu einer Bestandsaufnahme. In einem gemeinsamen Pressegespräch skizzierten sie mögliche Perspektiven für Kaufbeuren, was laut Brunner als „Marke etabliert“ werden müsse.

Nach der Übernahme der Flugsicherungsausbildung durch die DFS sahen die beiden Abgeordneten durchaus Chancen für weitere Kooperationsmodelle am Fliegerhorst. Auch der vierspurige B12-Ausbau bis Kempten scheint zu kommen.

„Die Übernahme der Ausbildungsteile durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) ist ein wichtiges Standbein und kleiner Baustein“, so Brunner, der Mitglied im Verteidigungsausschuss ist. Es gelte, diese „große Infrastruktureinrichtung“ als wichtigen Standort der Luftwaffe über Kaufbeuren hinaus für das Ost- und auch Unterallgäu zu sichern. Dazu müsse innerhalb der nächsten drei Jahre ein tragfähiges Konzept her, bei dem die Ausbildung für künftige Drohnenflieger ein Standbein sein könne. „Dafür will ich mich stark machen“, sagte der verteidigungspolitischer Sprecher für die SPD in Bayern. „Es ist wichtig, dass wir für den Standort etwas erreichen“, so der Mandatsträger für den Bundeswahlkreis Neu-Ulm, Günzburg und Unterallgäu und betonte: „Wir können nur etwas erreichen, wenn alle in der Region an einem Strang ziehen und das für Kaufbeuren wollen“. Er selbst wolle auch in einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel diesem „das Allgäu ans Herz legen.“

Nicht nur Drohnenausbildung

Die derzeitige Überarbeitung des Luftsicherheitsgesetzes habe nach Brunners Worten hinsichtlich eines Drohnenführerscheins noch Lücken. „Aber“, so das MdB, „was für Mofas gilt, muss auch für Drohnen gelten.“ Pohl sprach sich ebenfalls für eine „standardgemäße gründliche Ausbildung mit echter Prüfung“ aus. Eine diesbezügliche eigene Stellungnahme habe er Alexander Dobrindt als zuständigem Minister zukommen lassen. Und seitens der DFS sei Kaufbeuren für eine derartige Ausbildung „gesetzt“.

Doch auch in der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung sind neue Optionen für eine Standortsicherung möglich. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat kürzlich ein Interessenbekundungsverfahren zur Optimierung der luftfahrzeugtechnischen Ausbildung am Eurofighter national ausgeschrieben. Bis Ende Februar 2017 können zivile Unternehmen dafür Angebote abgeben.

Das sei eine Chance, so Brunner: „Wir müssen für den Standort werben und ihn priorisieren, als Marke platzieren.“ Denn durch die DFS vor Ort könnten sich weitere Synergieeffekte ergeben.

Verkehr und Behörden

„Ich gehe davon aus, dass der vierspurige B 12-Ausbau bis Kempten in den vordringlichen Bedarf kommt.“ Das war die eindeutige Botschaft von MdB Brunner, auch wenn das Gesetz noch nicht endgültig verabschiedet sei. Doch die Elektrifizierung regionaler Schienenstrecken für das Allgäu dürfe man ebenfalls nicht aus dem Auge verlieren.

Um Kaufbeuren zukunftsfähiger zu machen, forderte Bernhard Pohl eine Hochschule – so wie in Kempten und Memmingen – auch für die Wertachstadt. Die bisherigen Behördenverlagerungen seien ein gutes Zeichen, ein „Nachschlag“ sei für den laut Staatsregierung „am härtesten betroffenen Standort Bayerns“ aber erforderlich.

von Wolfgang Krusche

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