Chefwechsel im Klinikum

Chefarzt mit Nachfolger und Vorsitzenden (v. li.): Johann Fleschhut, Dr. Markus Koller, Dr. Andreas Überreiter, Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen. Foto: Becker

Im Rahmen einer Feierstunde wurde Chefarzt Dr. Andreas Überreiter vom Klinikum Kaufbeuren in den Ruhestand verabschiedet. In ihren Ansprachen würdigten Ludwig Lederle als Vorstandvorsitzender und Johann Fleschhut als stellvertretender Verwaltungsratvorsitzender des Klinikunternehmens Ost- allgäu-Kaufbeuren die Leistungen des Chefarztes. Dr. Überreiter hatte die kardiologische Abteilung in rund zwanzig Jahren seines Wirkens permanent ausgebaut und ihren Ruf als Kompetenzzentrum weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Gleichzeitig fand die offizielle Übergabe an seinen Nachfolger Dr. Marcus Koller im Kreise von Mitarbeitern und zahlreich erschienenen Ehrengästen statt.

Ludwig Lederle als Vorstandsvorsitzender bedankte sich für den großen Einsatz von Dr. Überreiter. Die aus dem Nichts entwickelte Kardiologie stehe heute da „wie eine Eins“. Der Chefarzt habe trotz ständig steigendem Patientenstrom niemals den Menschen aus dem Auge verloren. In dessen Zeit sei das Arztpersonal mehr als verdoppelt worden. Dr. Überreiter könne mit einem guten Gefühl gehen, er habe „den Hof gut bestellt“. Johann Fleschhut ging auf die Veränderungen der letzten zwanzig Jahre ein. An Dr. Überreiter gewandt sagte er: „Sie haben die Kardiologie in einer Art weiter entwickelt, dass wir uns auf diesem Gebiet heute mit einer Universitätsklinik messen können.“ Gehen fällt nicht schwer Dr. Überreiter verschwieg in seiner persönlichen Rückschau auch die Probleme nicht, die erst mit der Zentralisierung am jetzigen Klinikum nachgelassen hätten. Er lobte die außerordentlich gute „Teamarbeit mit Anästhesie und Intensivmedizin“ und bedankte sich bei seinen Kollegen in den Praxen. Er blicke insgesamt auf eine gute Zeit zurück. Trotzdem falle es ihm angesichts seines Nachfolgers nicht schwer, zu gehen. Zu diesem sagte Dr. Überreiter: „Sie brauchen keine Referenzen!“ Denn der Privatdozent und europäische Ausbilder für Kardiologen Dr. Koller verfügt nicht nur über eine langjährige und breite Erfahrung auf dem Gebiet der Elektrophysiologie. Als habilitierter Wissenschaftler hat er sich auch durch Veröffentlichungen in hochrangigen internationalen Fachmagazinen ein hohes Ansehen erworben. So hat Dr. Koller bereits die Kardiologie für das Spezialgebiet der Elektrophysiologie um einen zweiten Herzkathedermessplatz erweitert. Damit kann der genaue Ursprung und Mechanismus einer Herzrhythmusstörung aufgeklärt werden. „Menschlich und beharrlich“ Vorstandsmitglied Dr. Joachim Klasen dankte Dr. Überreiter für die „phänomenale Entwicklung der Kardiologie der letzten sechs Jahre“. Er stellte den 1968 in Weiden/ Oberpfalz geborenen Dr. Koller vor und charakterisierte ihn mit „menschlich und beharrlich, mit großer Kooperationsfähigkeit und wirtschaftlicher Denkweise“. „Wir haben den Mann gewonnen, der in Zukunft in unser aller Herzen sehen kann“, so Dr. Klasen. Dr. Markus Koller bedankte sich insbesondere bei seinem Vorgänger für die optimale Zusammenarbeit der letzten eineinhalb Jahre mit dem Ziel der Übergabe. Zu seiner Arbeit als Herzspezialist sagte er: „Die Leistung dieses Organs fasziniert mich täglich aufs Neue!“ In einem Vortrag gab er einen Einblick in das Spektrum der interventionellen Kardiologie, also der Behandlung von strukturellen Herzerkrankungen mit Katheder, am Klinikum Kaufbeuren. Jüngste Neuerungen sind bildgebende Verfahren zur Darstellung von Blutgefäßen und eine Aortenklappen-Implantation mittels eines Katheders. „Ich bin überzeugt, dass enormes Potenzial in diesem Haus steckt“, so Dr. Koller abschließend. Die Tanzeinlagen von Nicole Volmer, Maximilian Wiedemann, Lilly Wiedemann und Tim Rexhausen zusammen mit den Darbietungen des Percussion-Ensemble vom Jakob-Brucker- Gymnasium mit Robert Gleichsner boten eine wundervolle und abwechslungsreiche Umrahmung der Feierstunde.

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