"Findet Dorie"

„Ich bin nur der Sucher!“

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Dreizehn Jahre nach "Findet Nemo" spricht Christian Tramitz erneut den besorgten Fisch Marlin in „Findet Dorie“.

Der deutsch-österreichische Schauspieler, Komiker, Synchronsprecher und Autor Christian Tramitz (* 29. Juli 1955) studierte nach seiner Ausbildung am Musikkonservatorium in München Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften. Anschließend nahm er bei Ruth von Zerboni Schauspielunterricht. Nach Fernsehauftritten unter anderem in „Polizeiruf 110“ und „Der Bulle von Tölz“ gehörte Tramitz zusammen mit Bully Herbig zum Team der „Bullyparade“. Gemeinsam standen sie auch für die Filme „Der Schuh des Manitu“ und „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ vor der Kamera. Neben mehreren Kinofilmen war der Schauspieler auch in der Serie „Notruf Hafenkante“ zu sehen. Seit 2011 verkörpert Tramitz Polizeiobermeister Franz Hubert in „Hubert und Staller“. 2003 lieh der Allrounder dem Clownfisch Marlin in Disney „Findet Nemo“ seine Stimme. Dreizehn Jahre später spricht er erneut den besorgten Fisch in „Findet Dorie“. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Christian Tramitz kurz vor der Weltpremiere des Films in Berlin.

Dreizehn Jahre liegen zwischen „Findet Nemo“ und „Findet Dorie“. Hat es lange gedauert, um wieder zu der Figur Marlin zurückzufinden?

Tramitz: Nein, es ging sehr schnell. Ich habe den Film vorab schon in einer unfertigen Version sehen dürfen und schon nach drei Minuten geheult. Das ist ein gutes Zeichen, finde ich. Gelacht habe ich natürlich auch.

Für den Film sind Sie quasi auf ihre Stimme reduziert...

Tramitz: Die eigene Stimme zu hören ist immer anstrengend. Heute Abend bei der Premiere werde ich wieder tausend Tode sterben deswegen. Marlin ist ja nicht nur auf die Stimme reduziert, man sieht ja sein toll animiertes Gesicht. Albert Brooks spricht die Rolle im Original und daran kann man sich sehr gut orientieren.

Erfolgte die Stimmarbeit im Synchronstudio mit ganzem Körpereinsatz?

Tramitz: Also bei mir schon. Ich zappel sehr viel rum und habe schon das eine oder andere Mikrophon zerstört. Ich gehe mit, auch wenn Marlin durch Schlingpflanzen schwimmt. Ich kann nicht stillstehen.

Diesmal steht Dorie im Zentrum der Geschichte. Ist das für Sie in Ordnung?

Tramitz: Ich finde das super. Dorie war für mich auch im ersten Teil der Star. Wie sie mit ihrem Handikap umgeht ist wahnsinnig interessant. Zurecht ist sie noch mehr in den Vordergrund gerückt worden. Ich bin nur der Sucher oder Finder.

Pixar und Disney liefern Animationsfilme mit sehr hohem Standard. Rückblickend auf die klassischen Filme, was hat Sie ihrer Meinung nach verändert?

Tramitz: Die original gezeichneten Filme wie „Dschungelbuch“ hatten auch ihren Charme. Die Pixar-Leute haben die schrägen Figuren zum Leben erweckt. Auch die Kurzfilme sind wahnsinnig toll, auch wenn sie teilweise sehr schräg sind. Es gibt keinen schlechten Pixar-Film. Die haben eine Perfektion, die beängstigend ist. Die Geschichten sind unglaublich stark, die Charaktere fantastisch und die Animationen wahnsinnig toll.

Die „Bullyparade“ ist gerade abgedreht. Worauf dürfen die Fans sich freuen?

Tramitz: Ich würde sagen, es ist eine Vergangenheitsbewältigung von Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian. Es war nicht ganz einfach, nach so langer Zeit noch einmal ein gemeinsames Projekt zu wagen. Aber ich bin froh, dass wir den Schritt getan haben. Es sind mehrere Filme und ich bin gespannt, wie sie ankommen.

Hat sich die Arbeit verändert?

Tramitz: Der Humor hat sich verändert, weil es einfach viel mehr gibt, was man sich zum Beispiel bei Netflix ansehen kann. Zugegebenermaßen ist die Realsatire der Politik nicht zu toppen. Es wird wirklich schwer für klassische Kabarettisten.

Kann man heutzutage noch politische Satiren machen?

Tramitz: Ich bewundere Dieter Nuhr, der ganz offen damit umgeht. Und ich finde es sehr mutig, thematisch tief einzutauchen. Ich habe damit wenig zu tun, weil ich kein Kabarettist oder Comedian bin. Ich würde politische Themen in ein Drehbuch verarbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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