CO2-neutrale Energieerzeugung

Zu einer Informationsveranstaltung über die Energiegewinnung aus Biomasse und den Sachstand der Versorgung sowie des Netzausbaus lud die Fernwärme-Marktoberdorf e.G. Kunden und Interessierte ein. Als Veranstaltungsort hatte die Ge- nossenschaft ihren innovativen Energielieferanten, die Futtertrocknungsanlage Ruderatshofen, gewählt.

Bürgermeister Werner Himmer, Vorsitzender der Fernwärme-Martoberdorf e.G., eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die zahlreichen interessierten Bürger. Die Stadt Marktoberdorf sei mit 60 Prozent an der Fernwärmegenossenschaft beteiligt und seit Fertigstellung des 1. Bauab- schnittes im Oktober letzten Jahres, zusammen mit dem Traktorenhersteller AGCO-Fendt, deren Hauptnutzer. Als Vertreter des Gastgebers trug anschließend der Geschäftsführer der Futtertrocknung Ruderatshofen e. G., Karl Engert, zum Konzept und zur Technik der Energieerzeugung vor. Kern der Entwicklung und des Baues des Heizkraftwerkes sei die intelligente Zusammenführung der Nutzung erneuerbarer Energien mit dem technischen Konzept der Kraft-Wärmekopplung. Betriebswirtschaftlich besonders lohnend sei die ganzjährige Auslastung der Anlage durch die Geschäftsfelder „Futtertrocknung im Sommer“ und Heizenergielieferung im Winter. Als Nebenprodukt zu den 18 Megawatt (MW) thermischer Energie liefere das Werk 2 MW elektrische Leistung, die in das Stromnetz eingespeist würden. Die Gewinnung der zur Energieerzeugung erforderlichen Biomassebrennstoffe sei im Landkreis gesichert, stellte der nachfolgende Referent Herr Husel fest. Neben anderen kleineren Lieferanten sei die Forstbetriebsgenossenschaft (FBG) Ostallgäu vertraglich verpflichtet den Bedarf an Hackschnitzeln zu decken. Aus den 41000 Hektar der durch die FBG bewirtschafteten Waldflächen fällt mit 10 bis 15 Prozent (%) Hackschnitzelabfällen genügend Biomassebrennstoff an. Zur Absicherung des Spitzenbedarfs wird das neue Konzept des „Energiewaldes“ auf Flächen der Stadt Marktoberdorf erprobt. Hierzu soll, zunächst auf einem 1,5 Hektar großen Areal, die schnellwüchsige Max3-Pappel maschinell angepflanzt und erstmalig nach zehn Jahren auch maschinell geerntet werden. Die Wachstums-Ernte- zyklen verkürzten sich später auf etwa drei Jahre. Schließlich erläuterte die Ge-schäftsführerin der Fernwärmegenossenschaft Angelika Reichelt den Aufbau der Ge- nossenschaft, den Projektstand mit seiner praktischen Umsetzung für den heutigen und den künftigen Nutzer, sowie die Vorteile, die sich für dieselben ergäben. Neben Kostenvorteilen im Vergleich zum Heizöl nannte sie den Raumzugewinn durch Wegfall der Heizanlage, die Einsparung von Investitions- und Nebenkosten für die konventionelle Heizung und den Komfort, der sich aus der ständigen Verfügbarkeit der Wärme ergäbe. Mit 1500 verkauften Megawattstunden habe die Genossenschaft 150000 Liter Heizöl und 450 Tonnen CO2-Emission eingespart. Die im Weiteren ab 2010 geplanten Bauabschnitte umfassten den Anschluss der Meichelbeckstraße, der Jahn- der Kemptener-, der Greither- und der Peter-Dörfler Straße bis zur Vollendung eines Ringschlusses an der Hauptschule.

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