Mit Daniel Brühl im Gespräch

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Sandy Kolbuch plauderte in Berlin mit dem bärtigen Daniel Brühl.

Schauspieler Daniel Brühl ist für seine vielseitigen Rollen bekannt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in ausländischen Produktionen, kann er überzeugen. Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch traf Daniel Brühl in seiner Tapas-Bar in Berlin und sprach mit ihm über Dreharbeiten, kulinarische Genüsse und die Zukunft.

Sie sind in deutschen und ausländischen Produktionen zu sehen. Fällt Ihnen der Wechsel zwischen den Genres und Projekten leicht?

Brühl: Jedes Projekt ist ein neues Erlebnis, bei dem man sich auf die Leute am Dreh einspielen muss. Mit meinen Schauspielkollegen habe ich bisher meist nur gute Erfahrungen gemacht. Auch wenn man aus verschiedenen Ländern kommt, tickt man in Bezug auf die Arbeit gleich. Bereits nach fünf Minuten habe ich mit Bradley Cooper gemeinsam über einen albernen Witz gelacht. Das war für mich eine Erlösung. Da war auch das Geknutsche mit ihm nicht allzu schwer (lacht). Dass die Chemie stimmt, merkt man, wenn nach den Dreharbeiten nicht alle in ihren Wohnwagen verschwinden. Wir haben gemeinsam gekocht. Riccardo Scamarcio war der beste Koch unter uns. Mit ihm zusammen war ich einkaufen und dann haben wir bei Cooper zu Hause gekocht. Es war eine herrliche Zeit, sowohl von der Stimmung, als auch vom Essen. Alle Komparsen in der Küche waren Sterneköche. Das englische Catering war mittelprächtig. Ich hatte das Glück, dass ich zusammen mit den Köchen essen durfte, die sich selbst verköstigt haben. Zwei Monate lang war ich der glücklichste Mensch. Jeder Drehtag war ein Traum, weil ich mich immer auf die Mittagspause freuen konnte. Auch am Set von „The First Avengers: Civil War“ hatte ich keine Probleme mich einzufügen, auch wenn ich sehr aufgeregt und ehrfürchtig wie ein Zwölfjähriger dort ankam. Chris Evans war sehr nett, so dass ich bereits am ersten Tag jeden Bammel verloren habe.

Lesen Sie die Kritiken über Ihr Restaurant? 

Brühl:  Nur die Guten (lacht). Zum Teil gibt es viele Unwahrheiten, die verbreitet werden. Ein Konkurrent hat beispielsweise geschrieben, dass er im Restaurant war und etwas gegessen hat, was total versalzen war. Das angebliche Gericht bieten wir jedoch gar nicht an. Der Laden ist immer voll und das nehme ich wahr. Natürlich gibt es Fehler, die mir nahe gehen. Aber alle geben ihr bestes und es kann nicht immer hundertprozentig perfekt sein.

Wie stehen Sie den extremen Veränderungen Ihrer Kollegen gegenüber, die sich für einen Film abhungern oder extrem zunehmen? Wie weit würden Sie gehen? 

Brühl: Es artet immer mehr zu einer Sportart aus. Man hat das Gefühl, dass man nur durch das Extreme Auszeichnungen bekommen kann. Oft ist das Resultat aber sehr gut, weil die Spielart mit der Rolle übereinstimmt. Für mich ist eine Gewichtsabnahme oder -zunahme kein Garant für einen guten Film. Es beeindruckt mich erst einmal nicht. Das Ganze drum herum muss ebenfalls passen. Ich könnte mir vorstellen, einmal kugelrund für eine Rolle zu werden. Dann würde ich nur noch in der Tapas-Bar sitzen und die Karte rauf und runter essen. Aber was macht man nach dem Film, um das Gewicht wieder loszuwerden? In Amerika geht das oft nicht mit rechten Dingen zu. Was manche Schauspieler dort tun, ist grenz­wertig. Wenn mir die absolute Knaller-Rolle angeboten werden würde, für die ich ein Jahr an Gewicht zulegen oder in die Muckybude gehen müsste, würde ich es tun. Ein Jahr abmagern wäre hingegen nicht meins. Ich muss schon mit meinem scheußlichen Schnurrbart leben (lacht).

Für welchen Film lassen Sie sich den Bart wachsen? 

Brühl: Der Film „The Zoo­keeper´s Wife“ spielt in den dreißiger Jahren. Das Team hatte ein Foto von mir mit dem Schnurrbart aus „Alone in Berlin“ gesehen und mochten den Look. Also muss der Bart bleiben. „The Zookeeper´s Wife“ ist mir sehr wichtig, weil ich ein großer Fan von Jessica Chastain bin. Sie ist eine wahnsinnige Schauspielerin und eine super Kollegin. Wenn der Film fertig gedreht ist, folgt eine längere Pause. Vielen Dank.

Das Interview führte Sandy Kolbuch

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