"Die schönste Version"

„Ist das Jesuskind in der Krippe echt?“, fragt ein Kind seinen Papa. Dieser weiß nicht so recht, was er antworten soll. Er blickt hinüber zu den Hirten. Diese stehen ums Feuer, rücken dicht zusammen, unterhalten sich. Maria und Josef stehen rechts und links von ihrem Kind und über der Krippe leuchtet der Stern. Die „Lebende Krippe“ der Kaufbeurer Initiative (KI) lockte vergangenes Wochenende wieder viele Besucher in den Märzenburgwald.

Trotz knackig kalter Temperaturen ließen es sich die zirka 8000 Besucher nicht nehmen, um vom Anwesen Götzfried aus rund eineinhalb Kilometer durch den Schnee zu stapfen. Kindergelächter halte durch das Waldgebiet zur Krippe. Sie nutzen den Weg, um sich eine kleine Schneeballschlacht zu liefern, auf den Schlitten sitzend den Papa mit den Worten „Zieh, Papa!“ oder „Schneller, schneller!“ anzutreiben oder einfach nur sich an der herrlich gezuckerten Landschaft zu erfreuen. Die Erwachsenen grüßten Bekannte, hielten kurze Plausche. Doch ruhig wurde es, als auf der Lichtung die Krippe auftauchte. Mit großen Kinderaugen bestaunten die Kleinen die Lämmchen, winkten dem Esel in der Krippe zu und strahlten die großen und kleinen Hirten an, die dick in Schafsfälle eingekuschelt waren. Die „Lebende Krippe“ brachte den Besuchern die gewünschte Ruhe und Besinnlichkeit kurz vor dem Weihnachtsfest. „Eine wirklich weihnachtliche Stimmung“, herrsche an der Krippe, fand auch Günther Seydel von der KI. Während es an der Krippe weihnachtete, konnten sich die Spaziergänger am Anwesen Götzfried mit Glühwein und Kinderpunsch die Finger wärmen. Auch für knurrende Mägen sorgte die KI. Rund 1500 weiße und rote Würstchen und Semmeln hatte der „günstigste Einkäufer auf Erden, Günther Seydel“, wie ihn Hans Häußer, Mitglied der KI und Leiter der Verkaufsstände, bezeichnete, besorgt. Nicht nur ein gut eingespieltes Team waren an dem vergangenen Wochenende die beiden KI-Mitglieder Werner Stumpe und Sigrid Häußer, die im Akkord Würstchen grillten und diese in Semmeln legten, auch der Spültrupp, der in einer Scheune des Anwesens untergebracht war, leistete ganze Arbeit. Es dampfte richtig, als die extra angeschaffte Gastronomiespülmaschine immer und immer wieder geöffnet wurde. So schön das Winterwetter auch war, doch bei rund elf Grad minus machten sich die Verantwortlichen auch Gedanken, wo die zahlreich gebackenen Kuchen untergebracht werden können, damit sie nicht gefrieren. Auch die Senf- und Ketchupspender mussten durch einfache Gläser ausgetauscht werden. Die Kälte ließ die Spender einfach gefrieren, berichtete Hans Häußer. Auch die Musikgruppen, wie der Musik- verein Neugablonz, die Tänzelfest Knabenkapelle, der Musikverein Hirschzell, die Günzacher Alphornbläser oder auch die Musikgruppe Baisweil, hatten mit der Kälte zu kämpfen. „Doch wenn ich die strahlenden Kinderaugen an der Krippe sehe“, dann sei so manche Strapaze vergessen, sagt Hans Häußer, der die vergangenen zwölf Jahre die organisatorischen Abläufe und wer welchen Kuchen gespendet hat genau aufgeschrieben hat. Ihn freut es vor allem, dass in der KI alle mithelfen und mit anpacken. Da werden Fackeln verkauft, kos- tenlos Kuchen gebacken, gespült, gegrillt oder man schlüpft in das Kostüm eines Hirten. Noch mehr freut es Hans Häußer, wenn „wir einen schönen Erlös haben und damit den Bedürftigen in und um Kaufbeuren helfen können“. Die „Lebende Krippe“ der KI sei einfach die „schönste Version“, um sich auf Weihnachten einzustimmen, betonte Seydel.

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