Drei unter einem Dach

Auf fünf Ebenen erstreckt sich das neue Multifunktionsgebäude am Klinikum Kaufbeuren. Ein einfacher Bau, der durch seine Funktionalität besticht und dennoch nicht dem typischen Krankenhauscharme erliegt. Vom Spatenstich am 28. Juni 2007 bis zur Einweihung hat es fast zwei Jahre gedauert und 13,3 Millionen Euro gekostet. Vergangenen Freitag erhielt das Gebäude in einem feierlichen Rahmen die Segnung durch den katholischen Priester Thomas Blab und den evangelischen Pfarrer Wolfgang Gruber. Einen Tag später nutzte die Bevölkerung beim Tag der offenen Tür die Gelegenheit, die Räumlichkeiten des Gebäudes zu begutachten.

Das Multifunktionsgebäude vereint unter seinem Dach das Klinikum Ostallgäu mit einer chirurgischen Station, die Privatklinik Casa Medica und die Neurologie des Bezirkskrankenhauses. Dies seien „drei verschiedene Firmenkulturen“, die miteinander vereint werden, unterstrich Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostallgäu/ Kaufbeuren , Karl Spindler, in seiner Rede und führte aus: „Wir wollen sehen, wie sich dies entwickelt.“ Die Casa Medica wurde bereits einige Tage zuvor in einem kleinen Rahmen eingeweiht und hat insgesamt 3 Millionen Euro gekostet. In diesen Kosten seien allerdings nicht nur die Inneneinrichtung enthalten, sondern „der Bau des ganzen Stockwerkes“, betont Petra Nocker, Stellvertretende Geschäftsführerin der Casa Medica, gegenüber unserer Zeitung. Auf rund 36500 Quadratmetern erstrecken sich die fünf Ebenen des Multifuktionsgebäudes und beheimaten 48 Betten in der Neurologie, 36 Betten in der Unfallchirugie, 30 Betten in der Casa Medica und zwölf Betten in der Intermedicare. Zunächst seien nur vier Geschosse geplant gewesen, wie Johann Fleschhut, Verwaltungsvorsitzender der Kliniken Ostallgäu/Kaufbeuren und Landrat, in seiner Rede berichtet. Geplant sei zu Anfang auch gar kein Multifunktionsgebäude, sondern ein reiner Containerbau, erläutert Kaufbeurens Oberbürgermeister und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostallgäu/Kaufbeuren, Stefan Bosse, in seiner Ansprache. Der Containerbau hätte als Übergangslösung bis zur Fertigstellung des dritten Bauabschnittes des Klinikums gedient. Dieser soll, laut Fleschhut, in zwei bis drei Monaten beginnen und bis 2012 fertig gestellt sein. Unter anderem wird dann die Neurologie in den dritten Bauabschnitt übersiedeln. Schließlich sei die Entscheidung für ein Multifunktionsgebäude gefallen. Vorteil an dieser Lösung sei, dass die Casa Medica aus dem Haupthaus des Klinikums ausziehen konnte. Die Privatklinik sei dort nur zur Übergangslösung untergebracht worden, sagt Bosse. Über die wegfallenden Transporte und „die große Nähe zum Klinikum“, freut sich Jürgen Reichert, Bezirktagspräsident. Durch die „Vernetzung untereinander“ könne nun die „Stroke Unit“, ein Schlaganfallzentrum, welches im Landkreis einmalig ist, umgesetzt werden, betont Reichert. Kaum war das Multifunktionsgebäude eingeweiht, nutzten die Bewohner des Landkreises die Gelegenheit sich von der Einrichtung zu überzeugen: Beim Tag der offenen Tür, der am Samstag von 10 bis 16 Uhr stattfand, konnten sich Besucher bei Vorträgen, wie „Folgeschäden des Diabetes mellitus – was kann man dagegen tun?“ von Dr. Ralf Scheurer, informieren oder sich Nervenmessungen, Eigenblut- entnahme und Live-Demonstrationen von Knieprothesen-Implantationen erklären und vorführen lassen. „Besonders interessiert mich die Stroke-Unit-Abteilung und der Ergotherapiebereich, da ich selber Ergotherapeutin bin“, verrät Stefanie Olbrich aus Kaufbeuren beim Bummel durch das neue Gebäude. Die Buchloerin Christine Hantschel hingegen hat es „besonders der neurologische Bereich angetan“. Petra Nocker von der Casa Medica kann beim Tag der offenen Tür berichten, dass alle Betten in der Privatklinik belegt sind. Kleiner Wehrmutstropfen, die Besucher konnten sich die Zimmer der Casa Medica nur an Hand von Fotos anschauen. Ein Kaffee in der Lounge der Privatklinik machte dies jedoch wieder wett.

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