Ein gemeinsames Ziel

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Bernhard Pohl (FW, links) und Franz Josef Pschierer (CSU).

Kaufbeuren – „Getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen!“ Unter diesem Titel könnten wohl die jüngsten Aktivitäten der Landtagsabgeordneten Franz Pschierer (CSU) und Bernhard Pohl (FW) zu sehen sein. Im Fokus steht dabei das Vorhaben eines israelischen Unternehmens, welches auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren sein auf Drohnenabwehr spezialisiertes Produkt einem interessierten Kreis vorstellen möchte.

Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer hatte sich in einer Erklärung dahingehend geäußert, dass er die Kontakte geknüpft und Kaufbeuren ins Spiel gebracht habe. Dem widersprach Pohl nunmehr in einer Pressemitteilung, in der er deutlich macht, seit vergangenen Sommer in dieser Angelegenheit aktiv gewesen zu sein.

„Der Leiter der Bayerischen Vertretung in Tel Aviv und frühere Pressesprecher von Franz-Josef Strauß, Godel Rosenberg, hat mich im Juli darum gebeten, die Präsentation einer Drohnen-Abwehr durch ein israelisches Unternehmen auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst zu ermöglichen“, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung von Pohl. Es gehe dabei um ein in Deutschland und Europa neues Verfahren, feindliche oder fehlgeleitete Drohnen als Gefahrenherd auszuschalten, ohne sie zu zerstören. Die Technologie sei sowohl für die private Wirtschaft als auch für die Bundes- und Landespolizei interessant. Deshalb sollten deren Repräsentanten zu einer Vorführung auf den Kaufbeurer Fliegerhorst eingeladen werden. Ziel sei es, diese Technologie in Deutschland zu etablieren und marktfähig zu machen, heißt es weiter in dem Schreiben.

„Ich bin sehr erfreut darüber, dass der Kommandeur des Ausbildungszentrums Süd, Herr Oberst Dr. Pötzsch, sich hier sehr aufgeschlossen gezeigt hat. Zwischenzeitlich stehen die Signale für die geplante Veranstaltung auf grün. Ich verspreche mir von der Vorführung nicht nur, dass der Luftwaffenstandort Kaufbeu­ren sich wieder einmal positiv in Szene setzt. Möglicherweise kann auch der Wirtschafts- und Technologiestandort Kaufbeuren mit dieser Aktion Werbung in eigener Sache machen und das israelische Unternehmen für eine langfristige Investition in Kaufbeuren interessieren“, so Pohl. Das Projekt sei höchst interessant, auch sein tschechischer Kollege Dr. Lukas Pleticha habe bereits Interesse bekundet und wolle hierzu Informationen erhalten.

Höchst befremdlich findet der Allgäuer Landtagsabgeordnete Pohl allerdings die Äußerung von Staatssekretär Franz Pschierer, er habe gegenüber dem israelischen Unternehmen den Standort Kaufbeuren ins Spiel gebracht. „Den Anstoß, die Drohnenvorführung in Kaufbeuren durchzuführen, hat definitiv Herr Rosenberg gegeben“, berichtet Pohl. In seinen Gesprächen habe er dazu beigetragen, dass die Veranstaltung nun stattfinden könne. Es sei selbstverständlich, dass das Wirtschaftsministerium und damit Pschierer eingebunden werde. Er schlug abschließend vor, in einem gemeinsamen Bemühen dafür zu sorgen, dass die Veranstaltung möglichst gut abläuft und Kaufbeuren den maximalen Nutzen daraus zieht, vielleicht sogar durch den Gewinn eines internationalen Hightech-Unternehmens.

von Kai Lorenz

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