Durch Wechsel zurückgeworfen

Das Haus Obergünzburg – eines der fünf Krankenhäuser des Klinikverbundes Foto: Bauer

Das Überleben mit fünf Kliniken im Landkreis Ostallgäu und in Kaufbeuren sei nur mit Strukturen möglich, die wirtschaftlich arbeiten, führte Landrat Johann Fleschhut vor den Kreisräten aus. Die Zahlen seien ja bekannt, mit fünf Millionen Euro habe das Defizit 2009 etwas unter den Erwartungen gelegen, dafür läge der Verlust für 2010 wieder bei rund sechs Millionen Euro und für 2011 kalkuliert der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens aktuell bei seinem Wirtschaftsplan mit einem Finanzloch von 6,2 Millionen Euro. Anlässlich der letzten Sitzung des Kreistages im Jahr 2010 erläuterte, Fleschut warum noch keine Fortschritte erzielt worden seien, die defizitäre Lage bei den Kliniken zu bereinigen.

Mit den Worten: „Wir wären wesentlich weiter, wenn wir nicht durch zwei Vorstandswechsel zurückgeworfen worden wären“, relativierte Fleschut die prekäre finanzielle Situation bei den Kliniken. Er habe kritisch überlegt, ob die Personalentscheidung mit Dr. Susanne Schlichtner als Kinik- chefin im Jahre 2009 richtig gewesen war, aber es habe keinen erkennbaren Grund gegeben, diesen Vorstand nicht einzustellen. Die vorgezeigten Erfolge der durch eine beauftragte Firma ausgewählten Führungskraft waren nachprüfbar. Der notwendig gewordene Vorstandswechsel mit Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen habe sich jedoch bis heute als richtig erwiesen, nun sei allerdings Geduld angebracht, um die Abflüsse zu stopfen. Er wolle den Weg mit fünf Kliniken auf jeden Fall weiter gehen und erwarte, dass in der nächsten Verwaltungsratssitzung wichtige Entscheidungen im Hinblick auf den richtigen Partner getroffen würden, denn die nächste Etappe müsse zum Erfolg führen. Der Landrat räumte ein, dass auch die Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation verunsichert seien und stimmte die Kreisräte darauf ein, dass sie sich im kommenden Jahr sehr intensiv mit der Krankenhausstruktur auseinander setzen müssten. Auch die CSU-Fraktion zeigte sich überzeugt, dass es ohne strukturelle Veränderungen nicht weiter gehe. Lars Leveringhaus wandte sich jedoch entschieden gegen ein Modell, das Massenentlassungen zur Folge habe. Die Situation bei den Kliniken müsse viel differenzierter betrachtet werden und erst wenn Fakten vorlägen, könne man anfangen Lösungen zu diskutieren, die aus der Misere führten.

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