OP durchs Schlüsselloch

Das Operationsspektrum am Klinikum Kaufbeuren wird durch einen weiteren Baustein ergänzt. Dr. Markus Tietze, Oberarzt und Viszeralchirurg am Klinikum, hat in den letzten Monaten die minimalinvasive videoassistierte Schilddrüsenchirurgie (MIVAT) am Klinikum Kaufbeuren etabliert und nun die ersten Patienten in dieser innovativen Operationstechnik versorgt.

Anders als bei der klassischen Kropfoperation, bei der ein zirka sechs bis acht Zentimeter langer bogenförmiger Hautschnitt am Hals erforderlich ist, reicht in der minimalinvasiven Technik ein Hautschnitt von maximal zwei Zentimeter aus, um die Schilddrüse mit der gleichen Qualität und Sicherheit zu operieren. Im Prinzip wird über den Mini-Hautschnitt eine kleine Videokamera eingeführt und dann mit einem speziellen Instrumentarium die Operation quasi am Bildschirm kontrolliert durchgeführt. Der Vorteil ist nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. „Durch den kleineren Hautschnitt hat der Patient nach der Operation zum einen weniger Schmerzen. Zum anderen überzeugt das kosmetische Ergebnis durch eine kaum sichtbare Narbe", so Tietze. Dabei werden am notwendigen Operationsausmaß und an der Patientensicherheit keine Abstriche gemacht. „Ganz im Gegenteil," sagt Tietze, „allein schon der Vergrößerungseffekt der video- assistierten Technik bietet eine exzellente Übersicht im Operationsfeld und unterstützt damit das schonende und blutarme Präparieren." Dies erleichtere zum Beispiel die Darstellung der so wichtigen Nebenschilddrüsen und des Stimmbandnervs. Dennoch werde der Stimmbandnerv wie auch bei herkömmlichen Schilddrüsen-Operationen durch intraoperative Elektrostimulation (Neuro-Monitoring) auf Unversehrtheit überprüft, erklärt Tietze. Die minimalinvasive Schilddrüsenchirurgie ist eine Ergänzung, nicht aber Ersatz der bisherigen Operationsmethoden. Entscheidend für den Erfolg der neuen Operationsmethode ist die richtige Patientenauswahl. „Wir rechnen damit, dass wir etwa zehn bis 15 Prozent all unserer Schilddrüsenpatienten minimalinvasiv operieren können", so Tietze. Insbesondere bei Patienten mit isolierten Knoten in einer nicht oder nur wenig vergrößerten Schilddrüse ist die MIVAT möglich, das heißt bei größeren Schilddrüsen ist weiterhin die Standard-OP die Methode der Wahl. Tietze sieht die neue Operationsmethode als einen Baustein der Zukunfts-Initiative am Klinikum Kaufbeuren. „Unsere Strategie muss es sein, zum Wohle unserer Patienten, sowohl durch Medizinische Innovationen als auch durch eine intensivierte Kooperation mit unseren niedergelassenen Kollegen die Schilddrüsenchirurgie am Standort Kaufbeuren zu stärken." „Wir können den Kaufbeurer und Ostallgäuer Schilddrüsenpatienten den Weg nach München durchaus ersparen", sagt Tietze zum Abschluss mit Augenzwinkern.

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