Ebenerdig in den Tunnel

Auf diesem Areal südlich des Bauhofs Kaufbeuren will die Stadt Kaufbeuren über 300 Park & Ride-Plätze schaffen. Foto: Lorenz

Die Stadt Kaufbeuren hat ihre Pläne für einen Ausbau des Park & Ride-Platzes am Bahnhof vorangetrieben. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hat das Gremium die Weichen für einen ersten Entwurf gestellt. Dieser sieht 329 Stellplätze südlich des Bahnhofes vor. Erschlossen werden soll das Areal für den Verkehr durch einen kleinen Kreisel. Fußgänger werden von der Schelmenhofstraße ebenerdig direkt in den bereits vorhandenen Bahntunnel geführt.

Laut Planer Bertram Mooser wurden im Vorfeld viele Möglichkeiten einer Umsetzung geprüft. Letztlich favorisierte das Gremium mit knapper Mehrheit (7:6 Stimmen) eine rund 1,6 Millionen Euro (reine Baukosten) teure Lösung. Diese sieht vor, auf dem Areal 329 Stellplätze zu errichten. Erschlossen werden sollen sie durch einen kleinen Kreisel von der Schelmenhofstraße und Füssener Straße. Ein Weg, ein sogenannter „Trog“, wird von der Schelmenhofstraße den neuen Park & Ride-Platz ebenerdig queren und in den bestehenden Tunnel am Bahnhof münden. „Damit besteht für Fußgänger und Radfahrer ein ebenerdiger Anschluss vom südlichen Teil Kaufbeurens in den Jordanpark“, so Mooser. Besagtes Areal gehört laut Tiefbauamtschef Ulrich Hofmair dem Investor Bietsch & Mender. Dieser hatte unter anderem die Fläche südlich der Gleise von der Bahn erworben. Die Stadt hatte sich verpflichtet, den Park & Ride-Platz des Investors baulich aufzuwerten, so Hofmair. Nicht alle Bauausschussmitglieder konnten sich für die sogenannte Troglösung erwärmen. CSU-Fraktionsvorsitzen- der Ernst Schönhaar regte an, prüfen zu lassen, inwieweit auch ein Parkhaus an dieser Stelle sinnvoll sei. Laut Hofmair sehe die Regierung von Schwaben keine Notwendigkeit für ein Parkhaus, weil genügend freie Fläche zur Verfügung stünde. Eine Förderung des Projektes sieht er so nicht gegeben. Karl-Georg Bauernfeind (CSU) warb indes für eine zweite Variante, die Planer Mooser ins Feld führte. Demnach solle auf einen „Trog“ verzichtet werden und stattdessen mittels eines Aufzuges die Fußgänger und Radfahrer in den Bahntunnel gebracht werden. Diese koste dann 1,27 Millionen Euro und würde 342 Stellplätze ermöglichen. Im Laufe der Diskussion wollten einige Stadträte die Entscheidung vertagen. Auch deshalb, weil die Bahn in der nächsten Sitzung ihre Umgestaltungspläne des Bahnhofes vorstellen will. Man könne sich dann besser abstimmen, hieß es in der Begründung. OB Stefan Bosse betonte in diesem Zusammenhang, dass die Bahn kein Interesse an Abstimmungen mit der Stadt habe. „Denen ist es egal, was wir auf dem Park & Ride-Platz machen.“ Wenn alles nach Plan verläuft, könnte mit den Bauarbeiten im Herbst begonnen werden.

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