Geständnis des Angeklagten: "Drogen waren für den privaten Gebrauch bestimmt"

Ex-Chef-Drogenfahnder vor Gericht

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Armin N. vor Gericht.

Kempten/Allgäu – Seit Montag muss sich der ehemalige Leiter der Drogenfahndung in Kempten vor Gericht verantworten. Dabei hat der Verteidiger ein Geständnis in Aussicht gestellt.

Wie berichtet, waren im Dienstschrank des angeklagten Kriminalbeamten im Februar vergangenen Jahres 1,8 Kilo Kokain gefunden worden. Der 53-jährige Beamte muss sich darüber hinaus wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung seiner Ehefrau vor dem Landgericht Kempten verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll Armin N. mehrmals gedroht haben, seine Ehefrau umzubringen. 

Nach der Verlesung der Anklage wurde mit den Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit einer Verständigung erörtert. Dabei wurde ein Strafkorridor von sechseinhalb bis sieben Jahren diskutiert, wenn der Angeklagte ein Geständnis ablegt. Dies stellte der Verteidiger in Aussicht. 

Zuvor hatte der Verteidiger des Angeklagten eine Erklärung abgegeben, wonach bereits vor Prozessbeginn ein Täter-Opfer-Ausgleich stattgefunden habe. 35000 Euro habe demnach der Angeklagte an seine Ehefrau gezahlt. Noch vor Prozessbeginn hat Peter Preuß, Sprecher der Staatsanwaltschaft München, auf Nachfrage des Kreisboten erklärt, dass es bei der Herkunft des Rauschgifts keinerlei Anhaltspunkte gebe, die einen Zusammenhang mit mafiösen Verbindungen herstellen. 

Damit bleibt die Frage, woher der Ex-Polizist das Kokain hatte, bisher unbeantwortet. Der Angelkagte erklärte, dass er im Laufe seiner Zeit bei der Drogenfahndung süchtig nach Kokain wurde. Seit 1994 konsumierte er sporadisch, ab 2007 steigerte sich sein Konsum. 

Der Prozess wurde am Montag nach Redaktionsschluss (13 Uhr) fortgesetzt. Ein ausführlicher Bericht folgt in der kommenden Ausgabe.

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