Eine historische Stunde für Buchloe

Der Architekt der Deutschen Bahn, Marc Ulrich mit dem Entwurf, wie der neue Buchloer Bahnhof auf der Bahnseite aussehen wird. Foto: gau

„Um 21.16 Uhr meiner Zeitfeststellung“, das war Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger wichtig festzuhalten, erlebte die Stadt eine historische Entscheidung. Einstimmig segneten die Stadträte den Beschluss zum Neubau des Buchloer Bahnhofes ab. In zwei Jahren soll demnach die Eröffnung des neuen, vom Bahnarchitekten Marc Ulrich entworfenen Gebäudes sein. Wie dieser aussehen wird, hatten die Räte zuvor diskutiert und be- schlossen.

Im Großen und Ganzen wird der neue Bahnhof so gebaut werden, wie schon einmal im Januar gezeigt. Zwei größere Gebäudeteile, deren Dächer zuein-ander geneigt sind, empfangen die Reisenden auf Straßen- und Eisenbahnseite. Verbunden werden die „Haushälften“ mit einer dreieckigen Halle in deren Mitte eine Glasrotunde für Licht und Lichteffekte sorgt. Während auf der Gleisseite eine große Bahnhofsbuchhandlung und Zeitungsabteilung sowie öffentliche Toiletten unterkommen sollen, steht die der Stadt zugewandten Seite der Gastronomie, mit einem Café oder Backshop und einem Schnellrestaurant zur Verfügung. Dazwischen, in der neuen Halle, ist einerseits der Treppenabgang zu den Gleisen untergebracht, darüber hinaus das Reisecenter und Fahrkartenautomaten sowie ein Wartebereich, der klar innerhalb der warmen und trockenen Halle angesiedelt ist. Der Bahnarchitekt Marc Ulrich war eigens aus der Konzernzentrale in Berlin angereist, um seine Entwürfe, die nach der ersten Vorstellung im Januar modifiziert worden waren, nochmals zu präsentieren. Ulrich verglich die Entwürfe mit einem Maßanzug, den er eigens für Buchloe geschneidert habe, insbesondere aufgrund der räumlichen Situation für das neue Gebäude, das zwischen den Schienensträngen und dem neuen Kreisverkehr Platz finden muss. Wer von der Stadt kommt, kann entweder direkt mittels des Treppenganges unter die Gleise abtauchen oder über den seitlichen Eingang in das Gebäude und weiter zum Busbahnhof gelangen. An der Stirnseite öffnen sich die Restaurants nur durch Fensterfronten dem Publikum. Anders auf der Bahnseite. Hier gibt es natürlich einen großzügigen Eingang für die Reisenden sowie den Zugang zu den öffentliche Toiletten. Trotz der eingetretenen Verzögerungen bei der Umplanung, so Ulrich, sei man immer noch im Zeitplan, um den neuen Bahnhof 2013 fertigtellen zu können. Dazu mussten die Räte nun aber ihre Votum für die Fassade einerseits und einen eventuellen Dachüberstand andererseits abgegeben. Ulrich hatte diverse Entwürfe und auch Beispielfotos mitgebracht um die jeweilige Wirkung zu verdeutlichen, letztlich entschieden sich die Räte für eine so genannte Faserzementfassade ohne Dachüberstand. Dies sei die optisch profiliertere Variante, so Ulrich. Auch für Günther Pichler, Bereichsleiter der DB Station und Service eine gute Entscheidung. Der Bahnhof sei für ihn jetzt „vom Tisch“, nun seien Planer und Baufirmen am Zug. Die Stadt Buchloe ist mit einem Festbetrag von rund einer halben Million Euro, die schon im Haushalt verankert ist, dabei. Für den Bürgermeister war die Entscheidung ein Meilenstein in der Entwicklung, nun soll so schnell wie möglich der Bebauungsplan geändert werden, man wolle, so Schweinberger, „nicht zum Bremsklotz werden“. Vorschläge für die Gestaltung des neuen Bahnhofsvorplatzes sollen die Bürger aber dennoch machen dürfen.

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