Tod eines Eishockey-Ausnahmetalents

Robert Dietrich wurde nur 25 Jahre alt. Er starb vergangene Woche bei einem Flugzeugabsturz in Russland.

Diese schockierende Nachricht ging um die ganze Welt. Nach einem Flugabzeugabsturz rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau ist eine ganze Eishockey- Mannschaft ausgelöscht worden. Das Team von Lokomotive Jaroslawl war auf dem Weg zu seinem ersten Punktspiel in der neuen Saison. Unter ihnen Robert Dietrich. Der 25-Jährige erlernte das Eishockeyspielen in Kaufbeuren.

Selbst ESVK-Cheftrainer Ken Latta war geschockt als er von der Nachricht hörte. „Ich habe Robert in Peiting kennengelernt. Unsere Begegnung war kurz“, erzählt der Coach. „Wenn ein komplettes Flugzeug abstürzt, ist das Schock pur. Das ist nicht normal. Ich habe selber Kinder, die Eishockey spielen und viel unterwegs sind. Da wird dir schon anders“. Der Tod einer ganzen Mannschaft machte schnell die Runde. Auch der Teammanager der Green Monsters Kaufbeuren, Harald Schmidt, kannte Robert Dietrich. Vor 6 Jahren spielte er im Streethockey-Team der Monsters. „Er hat bei uns den Ausgleich gesucht“, zeigte sich Schmidt ebenfalls fassungslos. „Mein Betriebsleiter hat mir gesagt, dass eine russische Mannschaft abgestürzt ist. Mir ist gleich in den Sinn gekommen: Hoffentlich nicht der Robert“. Dietrich sei ein Topkerl ohne Starallüren gewesen. „Er hat immer gelacht, war witzig, ja nie traurig“, erzählte Harald Schmidt. Er sei immer auf dem Teppich geblieben und war einer von uns, schätzte der Teammanager seine Art. Die Maschine vom Typ Yak-42 der Charterflieger-Gesellschaft „Yak Air Service“ hatte große Probleme an Höhe zu gewinnen. Das Flugzeug prallte gegen einen Funkmast und explodierte. Große Teile des Wracks stürzten in die Wolga. 43 Menschen sterben, auch Robert Dietrich. Rätsel gibt es allerdings noch um die Unglücksursache. Der 25-Jährige erlernte das Eishockeyspielen in der Wertachstadt. „Didi“ wie ihn alle nannten, kam als fünfjähriger mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Kaufbeuren, seine Eltern wohnen immer noch hier. Er durchlief alle Nachwuchsmannschaften des ESV. Als Nationalspieler brachte er die Farben des Vereins in die ganze Welt. „Das Mitgefühl gilt allen Verwandten und Freunden von Robert Dietrich. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Pressesprecher Christian Demel. Robert Dietrich bestritt 38 Länderspiele, spielte bei den DEL-Clubs Düsseldorf und Mannheim. Noch in diesem Sommer löste er den Kontrakt bei den Adler Mannheim auf.

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