Ein "Eckstein" in der Stadt

Ein Aufbruch für Marktoberdorf

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Einen Schlüssel aus Hefeteig und einen Äsculapstab nebst Schlange aus Marzipan als Geschenke zur Einweihung des Ärztehauses „medicum“. Die Gastgeber waren Hermann Thoma (v. li.), geistiger Begleiter des Projekts, die Ärzte, Praxisinhaber und Investoren Dr. Berthold Fourné, Dr. Hans Marcel Breitruck sowie Carl Singer.

Marktoberdorf – Die Eröffnung und Einweihung des neuen Ärztehauses „medicum“ in Marktoberdorf sei ein Tag der Freude, so war es von vielen Seiten zu hören. Landrätin Maria Rita Zinnecker betonte es in ihrer Begrüßung, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sprach ebenfalls davon. Und doch klangen in den Reden der illustren Gäste auch die Zwischentöne an.

Dass es kein leichter Weg bis hierhin gewesen sei, bekannte beispielsweise Initiator und Geschäftsführer der Medicum GmbH Dr. Hans Marcel Breitruck, dessen Orthopädie-Praxis in den zweiten Stock des Ärztehauses gezogen ist. Als besonders schwierig stellte sich die Suche nach Partnern, Mietern und damit Mitinvestoren heraus. Ihm sei viel Skepsis gerade von Seiten der örtlichen Ärzteschaft entgegengeschlagen, erklärte Breitruck am Rande der Eröffnungsveranstaltung.

Daher auch der mehrfach unverhohlen geäußerte Wunsch, man habe sich noch mehr Arztpraxen für das 3800 Quadratmeter große Gebäude vorstellen können, so beispielsweise Landrätin Zinnecker. Denn im dritten Stock des Ärztehauses ist auch das Landratsamt als Mieter eingezogen – vielleicht könnte man auch „eingesprungen“ sagen. Es hat dort die Büros des Schulamts sowie der kommunalen Abfallwirtschaft und des Kreisjugendrings eingerichtet. Die Synergieeffekte liegen auf der Hand, so die Landrätin: sie nannte die kurzen Wege für die Kunden des Landratsamts, die ihren Arztbesuch womöglich mit einer Mülltonnenangelegenheit verbinden könnten. Gleichzeitig zeugt die Kooperation von Landratsamt und Ärztehaus auch von dem unbedingten politischen Willen, einen Ort dauerhafter ambulanter medizinischer Versorgung in der Kreisstadt zu etablieren. Als „kleiner Ersatz“ – so formulierte es Dr. Breitruck – für die Schließung des Krankenhaus, dessen Abriss bekanntlich kurz bevorsteht.

Denn auch das wurde bei der Eröffnungsfeier erneut deutlich: Der Bau und Betrieb des Ärztehauses ist in Marktoberdorf „schicksalhaft mit der Schließung des Krankenhauses verknüpft“, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell es ausdrückte. Für ihn wie für viele Marktoberdorfer Bürger sei das Ärztehaus genau „das richtige Objekt zur richtigen Zeit und am richtigen Ort“. Bei der anschließenden Segnung des Hauses durch Diakon Elmar Schmid und Pfarrer Klaus Dinkel lobte auch Schmid das Bauvorhaben als einen „Eckstein“ für Marktoberdorf.

Dass die Eröffnung des Ärztehauses für viele in und um die Kreisstadt ein emotionales Ereignis war und ist, zeigte auch das große Interesse der Bevölkerung am vergangenen Samstagnachmittag, als Ärzte, Praxen und Geschäfte im „medicum“ ihre Tore öffneten. Zahlreiche Menschen besuchten die Einrichtung und nahmen an den Vorträgen sowie Begleitangeboten teil. Sie konnten sich davon überzeugen, dass sich in dem modernen Gebäude unterhalb des Fendt-Turms geballtes ärztliches Fachwissen zusammengeschlossen hat. Im Ärztehaus „medicum“ haben sich folgende Praxen und ärztliche Fachrichtungen niedergelassen, die im übrigen wochentags die unfallchirurgische Notfallbehandlung garantieren.

Es sind:

• Internist, Allgemeinmediziner und Diabetologie Dr. Sebastian Exner;

• die orthopädie – Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie, Durchgangsärzte der Berufsgenossenschaften: Dr. Hans Marcel Breitruck, Dr. Claus Huyer und Volker Hüttig;

• Fachzahnärzte für Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Implantologie: Dr. Berthold Fourné, Dr. Irmtraud Fourné und Dr. Cornelia Müller;

• Kardiologische Praxis von Dr. Klaus H. Seitz und Kollegen;

• Radiologie: Andreas Winter;

• und die Praxis für Physiotherapie von Thomas Linder, Martin Ammersinn, Arnfinn Wehus.

Daneben befinden sich eine Bäckerei und Konditorei mit Café, ein Sanitätshaus und eine Apotheke im „medicum“ an der Ruderatshofener Straße.

von Angelika Hirschberg

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