Eltern fordern zusätzliche Lehrkräfte

Für eine gerechte Förderung

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Alle Schüler in gleichem Maße zu fördern, gelingt nicht immer an der Konradin-Schule. Deswegen reichte der Elternbeirat kürzlich eine Petition im Landtag ein.

Kaufbeuren – Die Konradin-Grundschule ist eine Vorzeigeschule, sagte Oliver Schill (Grüne) im Verwaltungsausschuss am Dienstag. Und er muss es wissen, ist er doch Mitglied im Gesamtelternbeirat. Die Situation stellt sich allerdings wohl etwas anders dar. So reichten die Eltern und Elternbeiräte der Konradin-Grundschule eine Petition im Bayerischen Landtag ein (liegt der Redaktion vor), die fordert, dass die Schule ihren „Bildungsaufgaben für jedes einzelne Kind” nachkommt.

An manchen Stellen wünschen sich die 144 Eltern, die die Petition unterschrieben haben, nämlich Verbesserungsbedarf – vor allem fordern sie für „schwierige Klassen” eine zweite Lehrkraft und bemängeln Störungen des Unterrichts durch einzelne Schüler. 

Die Diskussion ins rollen brachte Dr. Erika Rössler. Die CSU-Stadträtin fand die Petition, wie auch andere Stadträte, in ihrem Briefkasten und es sei ihr ein Anliegen gewesen, alle auf den gleichen Stand zu bringen. In der Petition heißt es, dass „durch Störungen, Streitigkeiten beziehungsweise einem höheren Förderbedarf” von Kindern mit Migrationshintergrund, Inklusions-Kindern und sozial-emotional auffälligen Kindern „jeden Tag wichtige Unterrichtszeit verloren” gehe, „wodurch alle anderen Kinder in der Klasse in Mitleidenschaft gezogen werden”. 

Kinder würden des Öfteren demotiviert nach Hause kommen und die Lernfreude erheblich sinken, so die Eltern in ihrem Schreiben an den Landtag. Weiter bemängeln die Eltern, dass es in den „so wichtigen Pausenzeiten” hohe Gewaltbereitschaft von einigen Kindern gebe. Mobbing-Projekte, Gewaltprävention und die Ausbildung einiger Kinder zu Streitschlichtern würden diese Probleme nicht lösen können. Den Eltern ist laut dem Schreiben daran gelegen, dass alle Schüler entsprechend ihrem Leistungsstand gefördert werden, und zur Förderung gleichermaßen Zeit und Personal vorhanden sein soll und alle respektvoll miteinander umgingen. 

Schill zeigte sich überrascht von der Petition, von der er trotz seiner Funktion als Mitglied des Gesamtelternbeirats zum ersten Mal hörte. Zudem sei die Schule ein Vorzeigeobjekt, das immer mit gutem Beispiel voran gehe. Dass die Eltern unzufrieden mit der Schulsituation seien und diese Petition anregten, könnte man gegenteilig auffassen. Andererseits, so Arthur Müller, Schulleiter und seine Stellvertreterin Renate Natter im Gespräch mit dem Kreisbote, zeige gerade dies das besondere Engagement der Eltern und der Schule, dass man die Probleme von Auffälligkeiten im Unterricht angehen wolle. 

Das Kollegium sei sehr gut ausgebildet und motiviert, doch „irgendwann erlischen die Kräfte der Lehrer”, so Natter. Man wünsche sich daher zusätzliches „qualifiziertes Personal für sonderpädagogische Fälle”. Der Spagat zwischen sehr guten Schülern, die sich unterfordert fühlen, über das breite Feld der Schüler, die sich in der Mitte bewegen und den Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und denen, die zum Teil zunächst „kein Wort deutsch sprechen” sei die Herausforderung, die es zu bewältigen gelte, sind sich Müller und Natter einig. 

Es würden einerseits zwar „Pfiffikus”-Kurse für Begabte in zwei bis drei Stunden pro Woche angeboten, auf der anderen Seite kommen „regelmäßig mobile sonderpädagogische Dienste an die Schule, die den Lehrern im Unterricht unter die Arme greifen”, bekräftigte der Schulleiter, doch das würde nicht reichen. 

Im Hinblick auf die Gewaltbereitschaft sei diese in der Petition zu dramatisch dargestellt, befindet Müller. „Das sind Einzelfälle bestimmter Kinder”, die man auch angehe, beispielsweise mit Streitschlichtern. Das Kollegium hat ebenfalls ein Schreiben vorbereitet, das an das Schulamt, die Regierung und den Inklusionsausschuss gehe und die Themen ebenfalls aufgreift, bis Redaktionsschluss aber noch nicht vorlag. 

Zusätzliche Lehrer, die sich die Schulleitung und der Elternbeirat gleichermaßen wünschen, kann nur das Kultusministerium bewilligen. Deswegen habe man auch den Schritt der Petition gewählt, sagte Janina Shafik, 1. Vorsitzende des Elternbeirats, gegenüber unserer Zeitung, denn nur so könne man etwas bewegen. 

Im Verwaltungsausschuss kamen die Mitglieder überein, dass man als Stadt zwar keine Befugnis und Möglichkeiten habe, dieses Thema anzugehen, man aber durchaus zeigen wolle, „dass wir das Thema für wichtig halten”, so Schill. Er schlug vor, dass man den Schulbeauftragten Alexius Batzer (KI) und die beiden Jugendbeauftragten Kathrin Zajicek (FDP) und Gertrud Gellings (CSU) an die Schule schicken könne um sich ein Bild vor Ort zu machen.

von Martina Staudinger

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