Entscheidung für den Bürger

Nicht unumstritten das Geschäftsgebaren des Kaufbeurer Busunternehmens Foto: Bauer

Bis 20 Uhr solle jeder Fahrgast in der Lage sein seine Rückfahrt zu planen, erklärte Wolfgang Kühnel vom Landratsamt Ostallgäu, anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung. Er reagierte damit auf den Einwand von Christine Räder (Grüne), die nicht einsehen wollte, dass die Anrufsammeltaxi (AST)-Rufbuszentrale nur bis 20 Uhr zu erreichen ist. Trotz teilweise erheblicher Bedenken mehrerer Mitglieder votierte der Kreisausschuss mit großer Mehrheit für eine widerrufliche Zuwendung von 32.000 Euro an die Verkehrgesellschaft Kirchweihtal. Das Unternehmen organisiert dafür den Betrieb der AST-Rufbuszentrale für den gesamten Landkreis.

Ganz ohne Kontroversen kam die Vorbereitung dieser Entscheidung auch im Landratsamt nicht zustande. Der Beschluss sei widerruflich und es werde weiter an Lösungen gearbeitet, erläuterte Landrat Johann Fleschhut (FW) die aktuelle Lage. Ausgangspunkt für die Dringlichkeit, den Beschluss zur Vergütung der Leistungen von Kirchweihtal zu fassen, war der neue Fahrplan für den öffentlichen Personennahverkehr. Kirchweihtal hatte angedroht, aus dem AST-Verkehr im nördlichen Bereich des Landkreises auszusteigen, falls die zunächst geplante versuchsweise Beschränkung der angebotenen Dienstleistung realisiert worden wäre. Absicht der Verantwortlichen im Landkreis war es gewesen, durch Vergleich mit den bestehenden Sammeltaxisystemen in der Mitte und im Süden Erfahrungen zu sammeln um dann später den Kunden entscheiden zu lassen. Andreas Rösel (FDP) fuhr schweres Geschütz auf und erklärte, die Reaktion von Kirchweihtal klinge nach Erpressung, denn es könnten andere Unternehmen in die Bresche springen, falls Kirchweihtal den AST- und Schulbusverkehr kündigen würde. Zur Frage der Konzession und einer möglichen Kündigung wollte sich der Regierungsbezirk nicht eindeutig äußern, so Kühnel, so dass man sich im Landkreis für das durch Kirchweihtal angebotene Komplettpaket als Übergangslösung entscheiden wollte, um weiter einen raumdeckenden Personennahverkehr zu gewährleisten. Mit an Bord ist dabei die Stadt Kaufbeuren, die sich mit 16300 Euro an den Gesamtkosten von 49700 beteiligt. Für dieses Geld gibt es nun eine täglich zentral erreichbare Rufbuszentrale, die von 8 Uhr bis 20 Uhr auch dort Personentransport sicherstellt, wo es sich ein Linienverkehr auf Grund des geringen Fahrgastaufkommens nicht lohnt. AST steht, eine rechtzeitige Buchung vorausgesetzt, dann bis 23.31 Uhr zur Verfügung. Kirchweihtal übernimmt die Beauftragung eines geeigneten Taxiunternehmens und rechnet die erbrachten Transportleistungen zentral und einheitlich ab. Wo ein Taxi nachweislich nicht zur Verfügung gestellt werden kann, springt Kirchweihtal mit eigenen Transportmitteln ein.

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