Die Entscheidung naht

Über die Zukunft der Bundeswehrstandorte wird in einer Leitungsklausur am kommenden Montag und Dienstag in Berlin entschieden. Am Mittwoch wird die Öffentlichkeit informiert. Spätestens dann wird auch über das Schicksal der Standorte Kaufbeuren und Füssen Klarheit bestehen. Laut MdB Stephan Stracke (CSU) kann man entgegen derzeit publizierten Meldungen keine seriöse Aussage treffen, wie es für die beiden Standorte ausgeht. „Für den Kaufbeurer Fliegerhorst ist die Bandbreite zwischen Weiterbetrieb und Schließung denkbar. Wir haben unsere Interessen platziert und alles getan, um uns zu positionieren. Dazu gehört, dass sämtliche lokalen Entscheidungsträger, über die Landes- bis zur Bundesebene, eingeschaltet und informiert sind. Ich habe den Eindruck, dass es angekommen ist“, betont Stracke auf Anfrage des KREISBOTEN.

Besondere Bedeutung erlangt die von Staatssekretär Christian Schmidt bei seinem Besuch in der Wertachstadt angeregte zivil-militärische Kooperation. Auf dieser Grundlage seien laut Stracke gute Ansätze entwickelt worden. Mit Cassidian, e-sigma und Hawe sind gleich drei Unternehmen an einer Kooperation mit der Bundeswehr im Fliegerhorst interessiert. Natürlich werde die Entscheidung von militärfachlichen Aspekten in einer Gesamtbetrachtung abgewogen. „Aber es geht um wirklich viel. Immerhin stehen 1.100 Arbeitsplätze in Kaufbeuren auf dem Spiel. Und dafür kämpfe ich bis zum Schluss!“, sagte Stracke. Auch Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse ließ in den vergangenen Monaten nichts unversucht, um auf die Bedeutung des Bundeswehr-Standortes für die Wertachstadt aufmerksam zu machen. So reiste er heute, 21. Oktober, zu einem Blitzbesuch nach Berlin und hatte die Möglichkeit persönlich mit dem Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière sowie Staatssekretär Christian Schmidt zu sprechen. Beide hätten sich in dem Gespräch mit Blick auf Kaufbeuren überaus gut informiert gezeigt. „Sie kennen unsere Situation“, betonte Bosse auf Anfrage des KREISBOTEN vor wenigen Stunden in Berlin. Bosse selbst habe dennoch das rund halbstündige Gespräch genutzt, um beide über die Struktursituation in Kaufbeuren zu unterrichten. Neben einer bestehenden Infrastruktur warf er auch die Bundeswehr als größten Arbeitgeber Kaufbeurens sowie die tiefe Verwurzelung des Fliegerhorstes in der Stadt in die Waagschale. Laut Bosse hätten de Maizière und Schmid signalisiert, diese bestehenden Fakten zu würdigen, jedoch ohne Gewähr. „Letztendlich wird eine militärfachliche Entscheidung gefällt“, so Bosse. Auch MdB Stracke, der das Treffen in Berlin ermöglicht hatte, ist sich sicher, dass es noch einmal gelungen sei, die Qualtäten des Kaufbeurer Standortes deutlich zu machen. Wichtig sei sowohl für Stracke als auch Bosse die Tatsache, „dass wir wirklich bis zur Entscheidungsfindung am Montag und Dienstag alles für den Erhalt des Kaufbeurer Fliegerhorstes getan haben“. Auf unserer KREISBOTEN-Internetseite www.kreisbote.de sind ab Mittwoch die aktuellen Informationen zur Standortentscheidung abrufbar.

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