Infos für Landwirte auf der Versammlung des BBV in Ebenhofen

Milchmarkt unter Druck

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Jürgen Geyer informierte über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt.

Biessenhofen-Ebenhofen – Auf der Versammlung des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Ebenhofen war vor allem die Entwicklung des Milchpreises Thema. Referent Jürgen Geyer vom Verband der Milcherzeuger in Bayern informierte die Landwirte über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt. Bezirkspräsident Alfred Enderle berichtete anschließend über Neuigkeiten des BBV.

Bayern ist eine „Milchregion“. Der Großteil der Allgäuer Landwirte bestreitet seinen Lebensunterhalt durch Milchwirtschaft. Umso besorgter verfolgen viele Milchbauern aus der Region die derzeitigen Entwicklungen am Milchmarkt. Auf der BBV-Versammlung verfolgten sie die Aussagen von Jürgen Geyer, Verband der Milcherzeuger in Bayern, daher mit Spannung. 

Der Milchpreis sei laut Geyer seit Jahresbeginn rückläufig, allerdings sei eine Zweiteilung zu beobachten. Die größere Milchmenge, die mittlerweile produziert werde, habe den „Markt unter Druck gebracht“, in der Jahresmitte hätten sich die Preise jedoch leicht erholt. Der Milchmarkt habe auf die höhere Produktion 2014 reagiert. Ein Ausgleich erfolge unter anderem über mehr Export. Hier seien „starke Abnehmer dazugekommen, die nicht mehr wegfallen werden“ wie China, wo vor allem eine relativ starke Nachfrage nach Magermilchpulver bestehe. 

Hätte Russland das Handelsembargo nicht verhängt, würde der Milchmarkt eine „stabile, steigende Tendenz“ aufweisen, so Geyer weiter. Dass Russland als großer Milchabnehmer weggebrochen ist, habe jedoch vor allem für die bayerischen Land- wirte negative Folgen. Die Milchpreisentwicklung sei somit vor allem eine Folge der derzeitigen politischen Situation: „Dadurch haben sich die Märkte aufgeschaukelt“. Auf dem Weltmarkt sei ebenfalls ein „Absturz“ der Milchpreise zu beobachten. Vor allem Discounter würden mit Preisdumping reagieren. 

Wie sich der Milchpreis im kommenden Jahr entwickeln wird, dazu wollte Geyer keine Vermutungen anstellen: „Die Entwicklungen der Märkte sind sehr spekulativ, Prognosen schwer zu treffen.“ Der Anstieg des Milchpreises zur Jahreshälfte zeige jedoch, dass der Markt grundsätzlich aufnahmefähig sei. Dieser werde sich laut Geyer aber erst wieder entspannen, wenn Russland seine Märkte für den weltweiten Handel öffne. 

Das Jahr 2015 werde ein „etwas unsicheres Jahr“, Geyer habe jedoch die Hoffnung, dass das Handelsembargo bereits Mitte kommenden Jahres aufgehoben werden könnte. Bis dahin müssten die Landwirte laut Geyer wohl „den Gürtel etwas enger schnallen“. 

Alfred Enderle, Präsident des Bezirksverbandes Schwaben, informierte die anwesenden Landwirte im Anschluss über Förderprogramme und Prämien wie das „Junglandwirteprogramm“ und die Hektarprämie sowie Zahlungsansprüche für den „aktiven Landwirt“ und gab Erläuterungen zur EU-Düngemittelver- ordnung. Weitere wichtige Themen waren Tiererkrankungen wie TBC und Änderungen bei der Rauschbrandimpfung, deren Kosten in Zukunft nicht mehr von der Tierseuchenkasse übernommen werden. von Sabrina Hartmann

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