Bauernverband rechnet mit gutem Ertrag im Landkreis

Ernte gut – alles gut

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Josef Amberger ist Landwirt aus Leidenschaft. Mit seinem Traktor fuhr er die Teilnehmer der diesjährigen Landkreis-Erntepressefahrt über seine Wiesen und Felder.

Buchloe/Landkreis – Josef Amberger ist zufrieden. Der Landwirt aus Buchloe erwartet heuer eine insgesamt gute Getreide- und Maisernte. Lediglich beim Gras hätte er sich etwas mehr Regen gewünscht. Mit etwas mehr Problemen rechnen seine Kollegen aus den südlicheren Gebieten des Landkreises.

Auf der traditionellen Landkreis-Erntepressefahrt des Bayerischen Bauernverbandes war vom Kreisobmann des Bauernverbandes, Josef Nadler, zu erfahren, dass dort vor allem beim Weizen in den Gegenden mit Kiesböden schon jetzt „Trockenschäden“ zu verzeichnen seien. Josef Amberger hat das Problem nicht, denn seine Böden bestehen aus sandigem Lehm. Die einzige Sorge, die Amberger hat, sind Hagelschauer. 

Der Buchloer Landwirt war schon des Öfteren Gastgeber für die Ernte-Pressefahrten. Medienvertreter und eingeladene Landwirte aus dem ganzen Landkreis wurden auf einen Anhänger „verladen“ und per Traktor durch Felder und Wiesen kutschiert. Amberger erläuterte bei dieser Tour alle Einzelheiten zu Sorten, Düngung, Schadensrisiken, Erträgen und Ernteterminen. Erste Station war ein Weizenfeld. Mitte August will Josef Amberger die Ernte einfahren. Zum Glück sind die Felder in der Buchloer Gegend vom „Gelbrost“ verschont geblieben. In vielen Gebieten Deutschlands sei der Schadpilz in diesem Jahr ein Problem. Gleich nebenan liegt Ambergers Maisfeld, das er mit seiner Sonnenblumenaussaat ergänzt hat. Warum wollte er nicht verraten.

 „Am 7.7. soll der Mais 77 cm hoch sein“, sagte der Landwirt und bestätigte seinen Gästen, dass die 77 cm schon ein paar Tage früher erreicht wurden. Auch hier war er zufrieden. Amberger betonte, dass er mit verschiedenen Maissorten wie auch mit verschiedenen Düngemitteln experimentiere. „Es braucht Fingerspitzengefühl“, um die richtige Mischung zu finden“. Amberger erhofft sich noch etwas Regen, denn der Mais braucht Wasser, wenn sich die Kolben bilden. Bei einem weiteren Maisfeld konnten die Besucher einen „blühenden Rahmen“ begutachten. Gemeint ist ein etwa zwei Meter breiter Streifen mit Feldblumen. 

Matthias Feierler von Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Kaufbeuren betonte die Wichtigkeit für die Bienen. Der Blumenrahmen biete aber auch Futter und Unterschlupf für Wildtiere und sei darüber hinaus ein Blickfang in der Feldflur. Die Blumensaat für Umrahmung des Feldes wurde von Josef Amberger gekauft und ausgesät. Ein Schild des bayerischen Bauernverbandes informiert interessierte Spaziergänger nicht nur über den Blumenrahmen sondern auch über die Gründe, warum Bauern Mais anbauen. Beispielsweise liefere ein ha (100 x 100 Meter) Futter für fünf Kühe. Ein Maisfeld in der Größe eines Fußballplatzes binde im Jahr so viel Kohlendioxid, wie acht Autos ausstoßen. Probleme gibt es laut Josef Amberger auf seinen Feldern mit den Disteln. Zum Glück hat er aber nicht mit dem Kreuzkraut zu kämpfen. Dieses ist giftig. „Kreuzkraut macht vor allem den Biobauern in anderen Regionen zu schaffen“, informierte Thomas Köbl“ vom Bayerischen Bauernverband. Die Rundfahrt endete mit einem Besuch bei der Sommergerste, die für die Bierherstellung verkauft wird. 

„Hier sinkt der Preis, weil weltweit eine gute Ernte zu erwarten ist“ verriet Josef Amberger. „Natürlich müssen wir auch spritzen“, betonte Amberger. Gerade gegen Pilzkrankheiten im Getreide, die krebserregend sind, müssten Fungizide gespritzt werden. Er verwies darauf, dass in Deutschland strenge Regeln gelten würden. In die gleiche Kerbe schlug der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes, Thomas Köbl. „In Deutschland wissen wir, was in unseren Lebensmitteln ist, bei ausländischen Agrarprodukten nicht“. Josef Nadler als Kreisobmann des Bauernverbandes machte deutlich, dass „wir Bauern uns kritischen Fragen stellen und ständig bereit sind, uns weiter zu entwickeln“. Er betonte auch die Qualität der Agrarprodukte, die von deutschen und bayerischen Landwirten geliefert werde. Josef Amberger lebt nicht vom Ackerbau alleine. Sein mittelgroßer Betrieb, den er zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn bewirtschaftet, betreibt auch Viehzucht. 

86 Kühe stehen in den modernen Stallanlagen. Dazu kommen noch einmal 84 Kälbchen, so dass insgesamt 170 Stück Vieh in den Ställen stehen. Die Milch liefert er an die Karwendelwerke wie auch alle anderen Milchbauern aus der Umgebung. Amberger betreibt auch eine kleine Biogasanlage mit 45 kW Leistung, die er mit Gülle und Silomais betreibt. Sein besonderer Stolz sind aber die zehn Gänse, die neben seinem Wohnhaus auf einer einzäunten Wiese schnattern. 

„Der Mais ist gut, das Getreide mittelmäßig bis gut“. So skizziert Matthias Feierler die Ernteaussichten für den gesamten Landkreis. Beim Grünland, so der Fachmann aus dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sei ein guter Ertrag zu erwarten, die Qualität sei jedoch nur mittelmäßig. von csp

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