Landwirt im Wandel der Zeit

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Der BBV-Beratungsdienstgeschäftsführer Dr. Rainer Manthey (links) übergibt den Hausschlüssel für die neue Geschäftsstelle an BBV-Geschäftsführer Thomas Kölbl (Mitte) und Steuerberater Anton Thannheimer (rechts).

Kaufbeuren – Gleich mehrere Gründe zum Feiern hatten die Teilnehmer bei der Einweihung der neuen Geschäftsstelle in Kaufbeuren: der Bauernverband feiert 70 jähriges Jubiläum, die jüngsten Landwirt- schaftsmeister wurden geehrt und man feierte Erntedank.

Kreisobmann Josef Nadler begrüßte voller Stolz mehr als 200 Besucher und eine große Anzahl von Ehrengästen aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, regionaler Wirtschaft und Verwaltung und die Bauernverbandvertreter aus den Nachbarkreisen Landsberg und Füssen. Er dankte für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei Planung und Ausführung, in Ehrenamt und Hauptamt. Wie Politik, Bauernverband und Ministerien hier zusammen an einem Strang gezogen hätten, müsse ausdrücklich betont werden. 

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl bezeichnete die neue Geschäftsstelle als Zeichen für die Region mit Strahlkraft, um Landwirtschaft als Wirtschaftsfaktor darzustellen. Neben der Geschäftsstelle und Beratungszentrum wird auch der Maschinenring, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Landwirtschafts- und Technikerschule in unmittelbarer Nähe untergebracht werden (wir berichteten). 

Gleichzeitig forderte Heidl die Besucher auf, anlässlich des Erntedankfests „innezuhalten” und Gründe zu finden, um für die „Ernte“ im eigenen Beruf zu danken. Bei aller Arbeit als Landwirt, in und mit der Natur, sei eine „reiche Ernte“ nicht immer selbstverständlich. Als Gedanken zum 70-jährigen Jubiläum des Bauernverbandes schilderte Heidl den Vergleich von der Landwirtschaft, früher und heute. F

rüher war die Arbeit als Landwirt Knochenarbeit, heute ist sie motorisiert und hochqualifiziert, geprägt von Technik und EDV-Einsatz. Früher ernährte ein Landwirt zehn Menschen, heute ernähre er 144 Menschen. Der Landwirt werde vom „Ernährer zum Erklärer“. 

Adressiert an die anwesenden Politiker forderte er praktikable Förder- und Sicherungsinstrumente für die Landwirtschaft mit naturgemäß stark schwankendem Einkommen. Bei einerseits offenen Märkten seien gleichzeitige Produktionsmengenbegrenzungen nicht zielführend. Bei der Preisproblematik mahnte er verstärktes Vorgehen gegen möglichen Missbrauch durch die vier großen deutschen Lebensmittelketten an, die zusammen immerhin 85 Prozent Nachfragemacht innehätten.

 Zusammenfassend zur neuen Geschäftsstelle stellte Präsident Heidl heraus, dass sowohl der Zeitplan, als auch der Kostenrahmen von 2,7 Millionen Euro eingehalten wurde und für den Bau einheimisches Holz zum Einsatz gekommen sei. Auf den 1.400 Quadratmetern Nutzfläche werden rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten. 

Die Ostallgäuer Landrätin Rita Maria Zinnecker, sowie die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer betonten nochmals die gute Zusammenarbeit und zukünftige Gesprächsbereitschaft. 

Als einen zentralen und verlässlichen Ansprechpartner bezeichnete Staatssekretär Franz Josef Pschierer in seinem Grußwort den Bayerischen Bauernverband und stellte sich vor, dass das „Grüne Zentrum“ auch zur Begegnungsstätte von Landwirtschaft und Bevölkerung werden könne. 

In einem symbolischen Akt übergab der Geschäftsführer der Beratungsdienstes des BBV, Dr. Rainer Manthey einen überdimensionalen Hausschlüssel an den Geschäftsführer Thomas Kölbl und den Steuerberater Anton Thannheimer. Abschließend war das Gebäude zur Besichtigung freigegeben. 

Dieses Passivhaus mit optimaler Wärmedämmung wurde von der Baufirma Hubert Schmidt in Holzständerbauweise mit Außenjalousien gebaut und innen mit Vollholz ausgebaut. Mit Geothermie kann über die Fußbodenheizung im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden. Als spezielle Ausstattung kann im Sitzungssaal noch zusätzlich die Decke gekühlt werden, um den Raum „kühl“ zu halten, sollten sich durch viele Teilnehmer die Luft und die Gemüter erhitzen.

von Wolfgang Krusche

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