P&R-Parkplatz an der Schelmenhofstraße offiziell eröffnet – Nur noch Restarbeiten nötig

Kaufbeuren parkt jetzt kostenfrei

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Zu dritt durchschnitten Unternehmer Franz Josef Bietsch (v. li.), Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und Ingenieur Bertram Mooser das symbolische Band vor dem P&R-Parkplatz an der Schelmenhofstraße. Zum Parken war das Areal bereits vier Tage vorher freigegeben worden.

Kaufbeuren – Autos, die auf unbefestigten Flächen kreuz und quer parken: Dieses Bild werde sich an der Schelmenhofstraße südlich des Kaufbeurer Bahnhofs zukünftig nicht mehr bieten, freute sich der Kaufbeurer OB Stefan Bosse.

Seit anderthalb Wochen können die Autofahrer das gesamte Areal des neuen P&R-Parkplatzes südlich des Kaufbeurer Bahnhofs mit knapp 300 Stellplätzen kostenlos nutzen. Bei der offiziellen Eröffnung am Freitag ließ Bosse den Weg bis zur Realisierung noch einmal Revue passierten. 

Rund 15 Jahre habe es gedauert, das Projekt „P&R-Parkplatz Schelmenhofstraße“ zu vollenden, so der OB, seitdem schon 1999 ein Gutachten einen Bedarf für mehrere Hundert Stellplätze in Bahnhofsnähe ermittelt hatte. Doch nicht nur Parken ist hier nun möglich: Durch einen „Trog-Weg“ gelangt man künftig barrierefrei vom Parkplatz in die Unterführung und auf die andere Bahnhofsseite. Neben eigens ausgewiesenen Frauen- und Behindertenparkplätzen will die Stadt in Kooperation mit der VWEW auch vier Stellplätze mit Elektro-Tankstellen zur Verfügung stellen. 

1,75 Millionen Euro hat sich die Stadt das gesamte Vorhaben kosten lassen. Die benötigten Flächen kaufte die Stadt vom Unternehmen Bietsch & Mendler, das rund 3 Hektar rund um den Bahnhof besitzt und entwickelt. Geschäftsführer Franz Josef Bietsch war von der Idee kostenfreier Parkplätze nach eigener Aussage so angetan, dass er der Stadt den Grund im Rahmen eines „günstigen Tauschgeschäfts“ zur Verfügung stellte. Ein anderes Bahnhofs-Projekt gibt indes weniger Anlass zur Freude: Wie bereits berichtet, hat die DB den Neubau des Empfangsgebäudes aus finanziellen Gründen gestoppt. „Damit können und werden wir uns nicht zufrieden geben“, so Bosse.

OB rügt Vorgehen der Bahn

OB Stefan Bosse äußerte seinen Unmut hinsichtlich der Ankündigung der Deutschen Bahn (DB), das geplante Empfangsgebäude am Kaufbeurer Bahnhof nun doch nicht bauen zu wollen. Auch der Ausbau der Barrierefreiheit stehe in den Sternen – „Damit können und wollen wir uns nicht zufrieden geben“, so die Stadtspitze. Wie Bosse bei der Eröffnung des neuen P&R-Parkplatzes  erklärte, gehe es beim Empfangsgebäude um ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro, die für die DB nun „wirtschaftlich nicht mehr darstellbar seien“. 

„Die Stadt hat sich an alle Absprachen bezüglich dieses Projekts gehalten. Es geht nicht, dass man sogar eine Bürgerversammlung einberuft, dort Details bespricht und dann einfach abspringt“, so die Stadtspitze. Auch mit der Barrierefreiheit auf der sogenannten „Ver- kehrsflächen“ sieht es erst einmal mau aus. „Wir haben immer gehofft, dass Gleis 1 barrierefrei wird“, so Bosse – laut Bahn könne die Wertachstadt im aktuellen DB-Planungszeitraum 2013 bis 2018 nicht berücksichtigt werden, weil der Zustand der Bahnsteige „besser sei als in anderen Kommunen“. Nach 2018 könne neu über einen barrierefreien Ausbau entschieden werden. Für Bosse keine befriedigende Situation – konkrete Schritte nannte der OB in seiner Ansprache aber noch nicht. von Michaela Frisch

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